Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer: AWS setzt vor allem „Overseas“, also vielleicht auch hierzulande, seine Co-Location-Verträge aus. Diese Pausen entsprächen einem „normalen“ Vorgehen, heißt es indes von dem Cloud-Anbieter.
Laut AWS erfordert der Stopp bei den Co-Location-Ausbauplänen keine Vollbremsung, sondern entspricht dem Verhalten in einem „normalen“ Geschäftsverkehr.
(Bild: antimartina - stock.adobe.com)
Alle Berichte beziehen sich auf Analysten-Wissen der Bank Well Fargo: „Über das Wochenende haben wir von mehreren Quellen aus der Branche gehört, dass AWS einen Teil seiner Leasing-Gespräche im Bereich Co-Location (insbesondere international) pausiert hat“, zitierte zuerst der US-Nachrichtensender „NBC News“ Analysten von Wells Fargo in einer Notiz.
Die Bank-Analysten sagen, dass das Unternehmen seine Zusagen für einige Co-Location-Einrichtungen zurückgezogen habe, nachdem Microsoft vor einiger Zeit ähnliche Schritte unternommen hat. Außerdem soll Amazon Web Services den Berichten zufolge die Anmietung mehrerer neuer Rechenzentren verschoben haben – wie auch schon Microsoft. So hatten Analysten von TD Cowen im Februar berichtet, dass Microsoft 200 Megawatt (MW) an Rechenzentrumsentwicklungen und -Leasing-Verträgen aufgegeben habe. Im März hatte sich die Zahl bereits auf 2 Gigawatt (GW) erhöht.
Nachdem die Bank Kunde von den AWS-Plänen bekam, hat Wells-Fargo-Analyst Ken Gawrelski in einer Kundenmitteilung am frühen Montag seine Bewertung der Amazon-Aktie von „overweight“ auf „equal weight“ gesenkt sowie auch sein Kursziel für die Amazon-Aktie auf 183 von 225. Das entspricht etwa 3,5 Prozent. Er stellt aber auch klar, dass AWS offenbar keine bestehenden Vereinbarungen kündige, sondern vielmehr darauf verzichte, mit einer Reihe von Absichtserklärungen (LOIs) oder Qualifikationserklärungen (SOQs) fortzufahren.
Es lässt sich trefflich spekulieren, ob die Pausen, Verzögerungen oder Rückzieher der Tatsache geschuldet sind, dass sich künstliche Intelligenz (KI) doch nicht so rasant schnell ausbreitet, wie am Anfang des „ChatGPT“-Hypes gedacht, der Schwierigkeiten, die die stromhungrige KI in den Rechenzentren verursacht, den zunehmend aufpoppenden Möglichkeiten, weniger aufwändige Modelle zu trainieren oder an der Unzuverlässigkeit des Trump-Gebarens oder an seiner Forderung, nur noch Rechenzentren in den USA zu bauen, oder an seinem „Stargate“-Projekt...
Die von AWS und Microsoft gemeldeten verminderten Anmietungen von Rechenzentrumskapazitäten kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Zölle und die unruhigen globalen Wirtschaftsaussichten den Boom beim Bau von KI-Rechenzentren zu unterbrechen drohen.
Noelle Walsh, President of Cloud Operations bei Microsoft, äußerte jedenfalls in einem Linkedin-Post dazu: „In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach unseren Cloud- und KI-Diensten stärker gestiegen, als wir es je hätten vorhersehen können. Um diese Chance zu nutzen, haben wir mit der Durchführung des größten und ehrgeizigsten Infrastruktur-Skalierungsprojekts in unserer Geschichte begonnen. Es läge jedoch „in der Natur der Sache, dass jedes bedeutende neue Projekt dieser Größe und dieses Umfangs Agilität und Verfeinerung erfordert, während wir lernen und mit unseren Kunden wachsen. Das bedeutet, dass wir einige Projekte im Frühstadium verlangsamen oder pausieren. Während wir unsere Pläne strategisch bremsen, werden wir weiterhin stark wachsen und Investitionen tätigen, die mit den geschäftlichen Prioritäten und der Kundennachfrage in Einklang stehen.“
So hat Microsoft in diesem Jahr seine Position als exklusiver Cloud-Anbieter von OpenAI-Technik verloren, nachdem das KI-Unternehmen die 500 Milliarden US-Dollar schwere Stargate-Rechenzentrumsinitiative angekündigt hatte. Microsoft behält zwar eine Art „Vorkaufsrecht“ auf neue Kapazitäten, wird aber voraussichtlich weniger für OpenAI bauen als ursprünglich erwartet.
Derweil spielt auch Kevin Miller, VP für Rechenzentren bei AWS, die Dellen im Ausbau der Co-Location-Beziehungen in einem Linkedin-Post herunter: „In erster Linie sehen wir weiterhin eine starke Nachfrage sowohl nach generativer KI als auch nach grundlegenden Arbeitslasten auf AWS. Wir haben fast zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Bereitstellung von Rechenzentrumskapazitäten, um die Anforderungen unserer Kunden zu erfüllen, wann und wo sie diese benötigen.“
Diese Erfahrung hätten gelehrt, mehrere Lösungen parallel zu prüfen. „Einige Optionen könnten am Ende zu viel kosten, während andere möglicherweise nicht liefern, wenn wir die Kapazität benötigen. In anderen Fällen stellen wir fest, dass wir an einem Standort mehr und an einem anderen weniger Kapazität benötigen.“
Er setzt hinzu: „Es handelt sich um ein routinemäßiges Kapazitäts-Management, und es gab in letzter Zeit keine grundlegenden Änderungen in unseren Expansionsplänen. Zum Glück für unsere Kunden können sie sich auf ihr Geschäft konzentrieren und diese Details uns überlassen.“
Ob das jetzt beruhigt, sei dahingestellt. Konkretes zu den Plänen in Deutschland war bis zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht zu erfahren.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.