Beliebt bei Firmengründern 5.000 estnische e-Residency-Karten ausgehändigt

Von Martin Hensel

Mitte Januar wurde in der estnischen Botschaft in Berlin der fünftausendste digitale e-Residency-Ausweis ausgehändigt. Das e-Residency-Programm ermöglicht ausländischen Staatsbürgern den Zugang zu Dienstleistungen in Estland. Dazu zählen auch Unternehmensgründung, Bankwesen, Zahlungsabwicklung und Steuerwesen.

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Raphael Mankopf, Empfänger der 5.000. e-Residency-Karte, und der estnische Botschafter in Deutschland, Alar Streimann.
Raphael Mankopf, Empfänger der 5.000. e-Residency-Karte, und der estnische Botschafter in Deutschland, Alar Streimann.
(Bild: e-Residency)

Mit dem e-Residency-Programm will Estland vor allem ortsunabhängige Unternehmensgründer wie zum Beispiel Softwareentwickler locken. Nach einer Bewerbung werden die Interessenten zunächst zu einem Gespräch nach Tallinn oder in eine estnische Botschaft eingeladen. Verläuft das Interview erfolgreich, erhalten die Firmeninhaber anschließend eine fünf Jahre gültige Smartcard, mit der sie offiziell Dokumente unterzeichnen können.

Estland vergibt die e-Residency-Karten seit Dezember 2014 an ausländische Interessenten. Auf bestehende Einkommensteuerpflichten hat die Mitgliedschaft keine Auswirkungen, zudem werden die e-Residency-Teilnehmer auch nicht in Estland einkommensteuerpflichtig. Die Karten werden unabhängig von der jeweiligen Staatsbürgerschaft erteilt, gewähren aber keinen Anspruch auf Einreise oder Ansiedlung in Estland. Die Abwicklung aller genutzten estnischen Dienste und Vorgänge erfolgt rein digital und vollständig transparent. Insgesamt wurden bereits e-Residency-Karten an Personen aus 177 Ländern vergeben.

Geschäftsbeziehungen stärken

Der estnische Botschafter in Deutschland, Alar Streimann, sieht im e-Residency-Programm einen Beitrag zum Aufbau enger Beziehungen zwischen den Geschäftswelten in Deutschland und Estland. Die Beliebtheit des Angebots sieht er einem Wunsch nach mehr Flexibilität im Geschäfts- und Privatleben geschuldet. „Mobilität ist das Schlüsselwort der modernen Welt. Estland könnte in Deutschland als Vorbild zur Digitalisierung der öffentlichen Dienstleistungen angesehen werden“, so Streimann.

Die Möglichkeit, ein Unternehmen komplett digital zu gründen und zu führen, sei nach wie vor einzigartig auf der Welt, ergänzt der Geschäftsführer des e-Residency-Programms Lauri Haav. „Die deutsche Wirtschaft ist die größte Europas und die viertgrößte in der Welt. Der Aufstieg Deutschlands als Hotspot der e-Residency wird auch Bürger:innen aus anderen Ländern dazu ermutigen, die Möglichkeiten der digitalaffinen Gesellschaft Estlands zu erkunden“, meint Haav. Fast die Hälfte der neuen e-Residency-Nutzer seien EU-Bürger. Estlands digitale Lösungen würden im Vergleich mit anderen Ländern mehr Flexibilität bieten und außerdem Zeit und Geld sparen.

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