Vor 40 Jahren stellte Microsoft mit der ersten Windows-Version einen grafischen Aufsatz für MS-DOS vor, der damals mehr Skepsis als Begeisterung auslöste. Doch trotz technischer Limitierungen, teurer Hardware und einem Rechtsstreit mit Apple legten Windows 1.0 bis 3.11 den Grundstein für den PC-Boom.
Paul Allen und Bill Gates 1970 im Alter von etwa 17 und 14.
Das Betriebssystem Windows von Microsoft ist in diesem Jahr 40 Jahre alt geworden. Genauer gesagt wurde es am 21. November 1985 offiziell vorgestellt, sodass dieses Datum als die Geburtsstunde der ersten Windows-Version in den Geschichtsbüchern verzeichnet ist. Die Veröffentlichung hätte auch ein wenig früher erfolgen können, aber es gab im Vorfeld Querelen, auf die wir noch eingehen werden.
Damals arbeitete man mit Computern in aller Regel noch über eine Tastatursteuerung auf Textebene und mit Menüs, durch die man mit den Pfeiltasten navigierte. Durch Microsofts Windows kam eine nicht nur im Paket mit einer teuren Workstation erhältliche, grafische Benutzeroberfläche ins Spiel, wodurch die Bedienung eines PCs deutlich komfortabler sowie auch für Laien deutlich einfacher wurde. Wir blicken heute auf die Entstehung und Historie von Microsoft Windows zurück, und zwar in diesem Teil primär auf die Anfänge und die Entwicklungen bis Windows 3.11.
Auf die Windows-Historie ab 1995 respektive ab Windows 95 gehen wir in einem separaten zweiten Teil ein. Microsoft etablierte das Arbeiten mit einer grafischen Benutzeroberfläche auf Computern, allerdings war Windows nicht das allererste Computer-Betriebssystem mit einer solchen grafischen Benutzeroberfläche. Hierzu holen wir ein wenig aus und erklären dabei, warum es rund um die Veröffentlichung von Windows einigen Ärger zwischen Apple und den Microsoft-Gründern Bill Gates und Paul Allen gab.
Die Anfangsjahre als Apple-Zulieferer
Microsoft wurde 1975 gegründet und hatte zuerst unter anderem Erfolge mit BASIC-Interpretern sowie 1981 mit der Veröffentlichung von MS-DOS. Dabei arbeitete Microsoft auch als Software-Zulieferer für Apple und hatte für den Computerhersteller 1982 bis 1983 bereits Word und den Excel-Vorgänger Multiplan programmiert, die auf Apples Macintosh-Computern verwendet wurden.
Apple hatte wiederum bereits 1982 mit der Entwicklung der „Macintosh System Software“ begonnen und diese Anfang 1984 abgeschlossen, wobei Elemente einer grafischen Benutzeroberfläche vorhanden waren. Dabei orientierte sich Apple an Xerox Alto, dem ersten grafischen Betriebssystem aus dem Jahr 1973 für spezielle Workstations. Apple hatte hierzu bei Xerox Lizenzen dafür erworben.
Nun kommt der Streitpunkt ins Geschehen: Microsoft hatte parallel dazu den DOS-basierten Interface Manager entwickelt, der nicht für Apple-Computer gedacht war und später noch den Namen Windows erhalten sollte. Apple war schon über die Ankündigung des neuen Microsoft-Betriebssystems im November 1983 nicht gerade glücklich, denn es drohte damit eine Konkurrenz zu Apple-Computern. Einer davon war der Apple Lisa, eine Workstation mit grafischer Benutzeroberfläche aus dem Jahr 1983 für damals 10.000 US-Dollar – dies entspricht heute etwa 31.500 US-Dollar. Im Laufe der Entwicklung des Microsoft-Betriebssystems wurde immer deutlicher, dass das künftige Windows den Ideen der Apple-Entwickler sehr ähnelte.
Streit um das erste Windows
Apple verlangte von Microsoft, von der Veröffentlichung von Windows abzusehen, und drohte dabei mit einer Klage. Ein Grund dafür war, dass Elemente von Windows denen der Macintosh System Software sowie der Software von Xerox sehr ähnelten. Ein Indiz für einen geistigen Diebstahl sah Apple darin, dass Microsoft wegen der Umsetzung von Word und Multiplan für das neue Macintosh-Betriebssystem Einblick auf die Entwicklungs- und Programmdaten hatte. Bill Gates wiederum konterte damit, dass diese Ähnlichkeiten Zufall waren, da Microsoft bereits früher mit der Entwicklung von Windows gestartet hatte – 24 Softwareentwickler waren nämlich schon seit etwa Herbst 1982 mit dem Projekt beschäftigt, ein Jahr vor der offiziellen Ankündigung.
Bill Gates drohte damit, die Arbeit rund um Word und Multiplan auf Apple-Systemen nicht mehr fortzusetzen, wenn Apple eine Klage anstreben würde. Microsoft hatte zudem ebenfalls Lizenzen von Xerox erworben, sodass diesbezüglich nichts zu beanstanden war. Schon im Vorfeld wollte Bill Gates, dass Apple seine Betriebssystem-Software auch außerhalb der Apple-Familie freigibt, um die Verbreitung von Hardware auch durch Mitbewerber nicht zu behindern. Die Entwicklung von Windows könnte man als eine Art Trotzreaktion deuten, da Apple sich bezüglich dieser Forderung stur stellte.
Im November 1985 einigten sich Apple und Microsoft schließlich, sodass Windows in den Vertrieb gehen konnte. Trotzdem gab es eine Urheberrechtsklage von Apple gegen Microsoft, allerdings erst zweieinhalb Jahre später im März 1988. Im August 1995 wurde diese Klage von den Gerichten zugunsten von Microsoft entschieden.
Stand: 08.12.2025
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Die Liste der Windows-Varianten ist lang. Insgesamt sind rund 30 Versionen zu nennen, von denen sich viele an Unternehmen und spezielle Anwender richteten. So gab es beispielsweise von 1993 bis 1996 vier verschiedene Windows-NT-Versionen, die speziell für Workstations und Server gedacht waren. Es folgte im Jahr 2000 für derartige Zwecke Windows 2000, die Nachfolger mit dem Namen Windows Server gibt es seit 2003. Den Start machte Windows Server 2003, danach folgten zehn weitere Versionen, zuletzt Windows Server 2025 aus dem November 2024.
Für die meisten Nutzer sind aber ganz andere Windows-Versionen relevant, auf die wir uns konzentrieren und auf die wir zurückblicken. Windows 1.0 kam also im November 1985 auf den Markt – es führte eine für damalige Verhältnisse einfach zu bedienende, grafische Benutzeroberfläche ein. Ein weiteres Ziel von Windows war, dass sich auch andere Software an dem Konzept orientiert, um eine einheitliche Bedienbarkeit und Optik zu ermöglichen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung standen allerdings der Idee, weitestgehend jedem, der sich einen PC leisten konnte und wollte, zusätzlich ein leicht bedienbares Betriebssystem zur Verfügung zu stellen, noch einige Dinge im Weg.
Denn es war zusätzlich zum eigentlichen Computer noch kostenintensives Zubehör wie eine (damals noch gänzlich unübliche) Maus, zusätzlicher Speicher und die obligatorische Grafikkarte nötig, um auch Farben darstellen zu können. Damals waren PCs nur auf monochrome Darstellung mit einem ebenfalls monochromen Monitor ausgelegt. Dementsprechend musste auch ein passender Monitor für Windows angeschafft werden. Windows 1.0 war wirtschaftlich daher ein Flop, zumal die Zeit der Verbreitung von PCs in privaten Haushalten noch nicht gekommen war. Günstige Heimcomputer wie der Commodore C64 wurden bevorzugt. Windows 1.0 diente aber als wichtige Basis für spätere Windows-Versionen, mit denen dann der Erfolg kommen sollte. In Deutschland kostete Windows 1.0 übrigens 340 Deutsche Mark, was unter Beachtung der Inflation heute zwischen 350 und 400 Euro wären.
Wir überspringen Windows 2.0 (veröffentlicht im Dezember 1987) und kommen direkt zu Windows 3.0, welches von den Kunden als das erste wirkliche Windows wahrgenommen wurde, obgleich es wie auch Windows 1.0 und 2.0 lediglich MS-DOS oder andere kompatible DOS-Systeme als Betriebssystem erweiterte und kein komplett eigenständiges Betriebssystem war. Veröffentlicht wurde Windows 3.0 im Mai 1990. Anstelle des bei Windows 1.0 und 2.0 noch üblichen MS-DOS-Fensters kamen bei Windows 3.0 zum Start zwei Optionen auf den Bildschirm, der Programm-Manager sowie der Datei-Manager.
Über den Programm-Manager konnte man installierte Programme starten, der Datei-Manager diente zum Durchstöbern des Festspeichers oder eines anderen Datenträgers nach Dateien. Man konnte die Datei aus dem Verzeichnis heraus auswählen und damit direkt die zu ihrem Dateiformat passende Software starten, die dann diese Datei auch lud. Dies war damals bei Computern noch nicht selbstverständlich.
Auch die Systemsteuerung wurde neu aufgelegt und bestand nun aus einem eigenen Fenster mit Icons. Das Windows-eigene Zeichenprogramm konnte fortan auch verschiedene Farben verwenden. Mit der Version Windows 3.00a (Oktober 1991, auch bekannt als „Windows 3.0 with Multimedia Extensions“) konnte man erstmals auch Soundkarten nutzen und WAV- sowie MIDI-Dateien abspielen und Sound aufnehmen.
Neu war bei Windows 3.0 auch eine Bildschirmschoner-Funktion, wobei die Bildschirmschoner-Animation Starfield, die wie ein schneller Flug durch das Weltall mit vorbeifliegenden Sternen wirkt, sicher als legendär bezeichnet werden darf. Mit Windows 3.0 schaffte Microsoft den Durchbruch, auch wenn dies natürlich nicht am Starfield-Bildschirmschoner lag. Doch die Nachfrage war direkt zum Start hoch: Rund um die Veröffentlichung gaben bereits über 70 Prozent der befragten Unternehmen an, auf das neue Betriebssystem setzen zu wollen.
Dies hatte auch damit zu tun, dass mittlerweile viele andere Softwareanbieter Programme anboten oder anbieten wollten, die sich für Windows eigneten. Nach einem halben Jahr waren bereits drei Millionen Exemplare von Windows 3.0 verkauft worden, was eine enorme Menge ist. Dies entsprach in etwa der Gesamtmenge der in Deutschland im ganzen Jahr 1990 verkauften Computer, zu denen ja nicht nur MS-DOS-PCs zählten. Windows 3.0 sorgte zudem auch dafür, dass das Thema Videospiele, wenn auch langsam, auf den PCs ankam – bis etwa zum Jahr 1990 waren vorwiegend Nicht-MS-DOS-Computer wie der Commodore Amiga, sein Vorgänger C64 oder der Atari ST als Computer-Spieleplattform etabliert. Bis 1996 waren fast alle Spiele allerdings weiterhin keine Windows-, sondern MS-DOS-Anwendungen und zudem nicht auf die Verwendung von 3D-Beschleunigern (Grafikkarten) ausgelegt. Es sollte also noch einige Jahre dauern, bis die erschwinglichen Heimcomputer wie der Commodore Amiga im Hinblick auf Computerspiele vom PC abgelöst wurden.
Nicht ganz zwei Jahre nach dem Release von Windows 3.0 stand schon die nächste eigenständige Version an, die weiterhin eine 3 als Anfangsziffer hatte. Denn an sich wollte Microsoft sich mehr Zeit für ein neues Windows lassen, musste aber rund um Windows 3.0 wegen relativ häufigen Abstürzen der grafischen Benutzeroberfläche und Performanceproblemen handeln. Ausbesserungen durch normale Updates reichten dafür nicht aus, sodass im April 1993 Windows 3.1 auf den Markt kam. Man konnte dabei auch ein Upgrade für sein vorhandenes Windows 3.0 erhalten. Windows 3.1 brachte die Vorteile von Windows 3.00a aus dem Multimediasektor mit. Windows 3.1 unterstützte über Treiber Farbtiefen bis zu 24 Bit, teilweise auch 32-Bit-Modi (mit Padding), aber kein modernes 32-Bit-ARGB. Dass Windows 3.1 mehr als nur ein einfaches Update von Windows 3.0 ist, zeigt die Tatsache, dass viele Programme nur zu einer der beiden Versionen kompatibel waren.
Anfang 1994 kam Windows 3.11, auf das Besitzer von Windows 3.1 kostenlos upgraden konnten, auf den Markt. Zusammen mit der neuen Version führte Microsoft wegen illegal verkaufter Windows-Kopien Verpackungen ein, die ein Hologramm hatten, um die Echtheit zu gewährleisten. Mit Windows 3.1 und 3.11 lagen die Verkaufszahlen mittlerweile bei etwa einer Million Exemplaren monatlich, aber 1995 wurden die Umsätze abermals gesteigert – dazu werden wir im zweiten Teil zur Windows-Historie kommen.
* Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal ELEKTRONIKPRAXIS.