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Die Frage bleibt, wie und wofür Angestellte die Apps überhaupt einsetzen. Diese Kernfrage schlüsselt eine weitere Software-Komponente auf und liefert gleichzeitig einen Überblick über den Anwendungskontext in der Cloud. Dabei erfasst die Lösung unter anderem detaillierte Benutzer- und Anwendungsinformationen, um eine granulare Kontrollbasis zu schaffen. Auf diese Weise lässt sich schnell feststellen, wer wie oft und von wo aus auf welche Apps oder Anwendungsinstanzen zugreift. Die Lösung zeigt ergänzend dazu den jeweiligen Aufenthaltsort der Mitarbeiter an, wie das Büro, das Home-Office oder einen externen Geschäftstermin.
Zudem können Firmen die Dauer der App-Nutzung erkennen und auch auslesen, welche Geräte und Browser dabei verwendet wurden. Die Plattform zeigt an, welche Aktivitäten einzelne Mitarbeiter innerhalb der Cloud ausgeführt haben, zum Beispiel Inhalte hoch- und herunterladen oder Daten ändern und teilen. Zudem prüft die Lösung, welche Inhaltstypen, Dateien oder Objekte eingesehen wurden und ob diese gemäß ihrem speziell für sie eingerichteten Data-Loss-Prevention-(DLP)-Profil als vertraulich gelten. Die Cloud DLP-Profile werden für einzelne Dateien angelegt und definieren beispielsweise wer darauf zugreifen darf. Durch diese strikte DLP-Strategie verhindern Firmen zum einen den Verlust sensibler Firmendokumente, zum anderen stellen sie die internen Compliance-Vorgaben sicher.
Verhalten analysieren und Schlüsse ziehen
Im dritten Schritt werden alle Daten zu den App-Aktivitäten von der Software-Plattform für tiefere Analysen zusammengefasst. IT-Abteilungen können sich so einen einheitlichen Überblick über das Benutzerverhalten in den einzelnen Apps verschaffen. Für eine Gruppe relevanter Anwendungen lässt sich anschließend eine einzige Richtlinie festlegen, die auf Parametern wie Anwendungskontext- und -verwendung basiert: Beispielsweise erhalten nur noch Desktop-PC-Nutzer im Unternehmen Zugriff auf sensible Firmendaten, und Smartphone-User können aufgrund von Sicherheitsbedenken für manche Apps ausgeschlossen werden.
Diese transparente Kontrolle zeigt der firmeninternen IT-Abteilung kontinuierlich auf, in welchen Bereichen der Cloud die Einhaltung von Richtlinien gefährdet ist. Da die Software jede einzelne Cloud-App-Aktivität der Benutzer dokumentiert, lassen sich sogar sehr kleine, kaum auffällige Verhaltensanomalien innerhalb der Cloud erkennen. Zusätzlich kann die IT-Abteilung durch die vollständige Anwendungsdokumentation Sicherheitsverstöße nachweisen, forensische Untersuchungen anregen und Kontrolllisten erstellen.
Um die Cloud jedoch komplett abzusichern, müssen Unternehmen granulare Richtlinien anwendungsübergreifend festgelegen und durchsetzen. Neben den Kontextinformationen sollten hier auch die DLP-Profile in die Richtlinien eingebunden werden, um eine gezielte, präzise Erfassung zu gewährleisten. Firmen haben anschließend die Möglichkeit, Benutzer aufgrund riskanter bzw. nicht konformer Aktivitäten zu blockieren, lediglich über Verstöße zu benachrichtigen, komplett von der Cloud auszuschließen oder präventiv zu Sicherheitsschulungen einzuladen.
Fazit

* Der Autor Andreas Schlechter ist Geschäftsführer des Systemhauses Telonic GmbH, das unter anderem die Cloud-App-Überwachung von Netskope bei seinen Kunden im Einsatz hat.
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