Entwickler automatisieren sich wiederholende Prozesse, um ihre Ressourcen stattdessen in die Lösung komplexer Probleme zu investieren. Ein Vorgehen, von dem Unternehmen lernen sollten, um in der neuen Arbeitswelt weiterhin Schritt zu halten.
Erst durch automatisierte Collaboration- und Feedback-Prozesse werden Angestellte richtig effizient.
Ein Entwickler – so heißt es in Tech-Kreisen – ist von Natur aus faul. Soweit das Klischee. Dahinter steckt jedoch deutlich mehr: das Verlangen nach effizienten Arbeitsprozessen. Konfrontiert mit einer Geschäftswelt im Wandel und immer komplexeren Technologie-Stacks sind allerdings auch Unternehmen regelrecht gezwungen, ihre Arbeitsweisen zu überdenken und effizienter zu gestalten.
Software-Development-Teams können an dieser Stelle als Vorbilder dienen: Denn Automatisierung resultiert nicht nur in verbesserten Funktionen und schnelleren Freigaben, sondern ermöglicht auch einen klaren Wettbewerbsvorteil.
Workflows sparen Zeit
Automatisierung wird überall dort eingesetzt, wo wiederkehrende oder manuelle Arbeiten anfallen – und ist daher nicht nur im Fertigungssektor sinnvoll. Wissensarbeiterinnen und Wissensarbeiter investieren einen Großteil ihrer Kapazitäten in Routineaufgaben und blockieren so Ressourcen, die an anderer Stelle zur Wertschöpfung beitragen könnten.
Routineaufgaben sind aufgrund ihres repetitiven Charakters und mentaler Ermüdung fehleranfällig – schließlich sind viele Fehler immer noch menschlicher Natur. Solche alltäglichen Prozesse lassen sich jedoch über sogenannte Workflows sicher und fehlerfrei erledigen.
Ein Workflow ist die Automatisierung eines Geschäftsprozesses, wie beispielsweise die Erfassung von Feedback. Workflows legen unter anderem fest, wer was bis wann erledigen muss, damit der Prozess abgeschlossen werden kann. Zudem wird definiert, wo Informationen abgelegt werden, damit alle am Workflow Beteiligten Zugriff auf die benötigten Dokumente haben.
Kollaborationsplattformen dienen als Integrationsort für sämtliche Arbeitsschritte aus den genutzten Tools, damit Prozesse ganzheitlich und zum Arbeitsstil des Unternehmens gestaltet werden können. Mit dem Workflow-Builder von Slack steht Benutzerinnen und Benutzern beispielsweise ein Tool zur Verfügung, mit dem sie ohne Code Prozesse entwerfen können, die durch Automatisierung und die Integration von Apps unterstützt werden.
So automatisiert etwa die Solarisbank, die sich selbst als Technologieunternehmen mit Banklizenz bezeichnet, ihr auf PagerDuty basierendes Störungsmanagement per Collaboration Platform. Auf diese Weise hat das Unternehmen mit wenigen Zeilen Code einen transparenten und effizienten Kommunikationsweg geschaffen, der dabei hilft, Störungen schnell zu beheben.
Die Automatisierung beschleunigt somit auch den anschließenden Lösungsprozess, da alle Informationen für alle Beteiligten unmittelbar und mit Kontext verfügbar sind. Nach der Behebung der Störung werden die Informationen aus dem Channel entsprechend in die Dokumentation übernommen, damit sie langfristig und jederzeit nachvollziehbar sind.
Effizienz durch automatisierte Prozesse
Aber nicht nur das Störungsmanagement lässt sich über Workflows automatisieren, sondern auch andere Routineaufgaben wie das Abfragen des Status zu einem bestimmten Projekt. Statusabfragen sind ein essenzielles Element von gutem Projektmanagement, für den Einzelnen aber durchaus eine zeitraubende Angelegenheit. So können Teamleiterinnen und Teamleiter beispielsweise per täglicher oder wöchentlicher Erinnerung im Team-eigenen Channel bitten, ihr Feedback als Thread unter die Nachricht zu posten.
Eine weitere Möglichkeit für einen Workflow ist ein benutzerfreundliches Feedback-Formular im Kommunikationskanal. Mitarbeitende verfügen so über eine Möglichkeit, organisch Ideen oder potenzielle Fehler zu besprechen. Dadurch fördern Unternehmen eine offene, transparente Arbeitskultur, denn inspirierende Ideen können aus jedem Teil der Firma kommen – nicht nur von den Entwicklerinnen und Entwicklern.
Selbst das Stellen und Genehmigungen von Anträgen lässt sich über einen Workflow automatisieren. Verantwortliche erstellen eine anpassbare Vorlage und sind so in der Lage, Anträge zu Spesen oder Reisen ihrer Angestellten unkompliziert nachzuverfolgen und zu genehmigen.
Dokumentation ist essenziell
Jedoch kommt es nicht allein auf gute Prozesse an. Die technische Dokumentation von bereits etablierten Arbeitsmethoden ist ebenso essenziell. Einen gemeinsamen Stand zu haben – einen Ort, an dem Best Practices für alle sichtbar erfasst und geteilt werden – ist die Grundvoraussetzung dafür, alle Teammitglieder auf den gleichen Wissensstand zu bringen. Traditionelle Kommunikationsmethoden sortieren Informationen in Silos. Werden Mitarbeitende nicht von Anfang an einbezogen, ist es für sie später schwer, Zugang zu den Informationen zu erhalten.
Stand: 08.12.2025
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Die Zeit, die dann mit dem Nachschlagen von Informationen verbracht wird, lässt sich für sinnvollere Arbeiten nutzen. Kollaborationsplattformen schaffen durch die Erstellung individueller Kanäle freien Zugang zu Informationen für Teams, Projekte oder Interessensgebiete. Auch neue Mitarbeitende finden schnell die benötigten Informationen, um Zeit für Aufgaben zu haben, die ihnen und ihrem Team wirklich wichtig sind.
Moderne Führungskräfte automatisieren
Automatisierung ist kein Thema, das allein dem produzierenden Gewerbe vorenthalten ist. Heutzutage wird sie überall dort eingesetzt, wo Arbeitsschritte oder Prozesse schlank und effizient gestaltet werden sollen – denn manuelle Arbeit bremst Abläufe und ist fehleranfällig. Prozessautomatisierungen, beispielsweise durch Workflows, bieten eine sichere Alternative und eliminieren das Risiko von menschlichen Fehlern.
Für moderne Führungskräfte gehört das Thema daher bereits zum Standardrepertoire. Durch proaktiv entwickelte Workflows und Automatisierung gestalten sie die tägliche Arbeit ihrer Projektteams intelligenter und geben ihren Teammitgliedern Zeit, sich auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren. Unternehmen verschaffen sich so den entscheidenden Vorteil, den Software-Development-Teams schon längst für sich erarbeitet haben. Manchmal braucht es vielleicht ein bisschen Faulheit, um wirklich effizient zu sein.
* V Brennan ist Director of Engineering bei Slack.