Unternehmen versuchen, immer mehr Prozesse zu automatisieren, um ihren Mitarbeitern wichtigere Aufgaben zuzuweisen. Hyperautomation ist der nächste Schritt: Prozesse lernen, sich selbst zu automatisieren und Vorschläge für Optimierungen einzureichen. KI und RPA sind gefragt.
Automatisierung im IT-Umfeld: Zunehmend komplexe IT-Prozesse erfodern neue Technologien - Künstliche Intelligenz und Robotic Process Automation als Treiber der Hyperautomation.
Der Begriff der Hyperautomation bezieht sich auf einen strategischen Ansatz in Unternehmen, um langfristig immer mehr Prozesse zu automatisieren. Somit handelt es sich nicht um eine neue Technologie an sich, sondern um die Fusion bestehender Technologien, um Automatisierungsprozesse in sehr viel mehr Felder einzuführen als bisher.
Automation auf einem höheren Niveau
Der Grundgedanke der Hyperautomation ist die gewöhnliche Automation bestehender Prozesse. In Unternehmen werden wiederkehrende Prozesse identifiziert, die mit Hilfe von Robotern, Software oder anderen Maschinen automatisiert werden können. Die Effizienz steigt, Mitarbeiterkosten sinken, während die Qualität des umgesetzten Prozesses im besten Fall identisch bleibt.
Hyperautomation geht einen Schritt weiter und versucht, alle verfügbaren Technologien in Unternehmen miteinander zu fusionieren. Sobald etwas identifiziert wird, was sich automatisieren lässt, wird dies durchgeführt.
Dies wird sich auch nicht mehr umkehren lassen: Durch immer bessere Technologie wird der Umfang der Prozessautomatisierung immer weiter ansteigen. Immer komplexere Aufgaben werden von Maschinen und Software übernehmen, sodass in absehbarer Zeit auch sehr komplizierte Abläufe problemlos von Maschinen übernommen werden können.
In sehr primitiver Art ist dies auf Webseiten deutlich: Um sich dort zu registrieren, sind keine Menschen mehr notwendig. Eine Software übernimmt diese Aufgabe und sendet Interessierten alle wichtigen Daten nach der Registrierung zu. Früher war dies eine Aufgabe für Menschen. Auf eine ähnliche Weise wird auch die Hyperautomation bisherige Arbeitsabläufe ersetzen – nur deutlich komplexer.
Schritte für eine erfolgreiche Umsetzung
Hyperautomation wird in der Regel in drei separaten Schritten umgesetzt:
1. Zieldefinition,
2. Prozessoptimierung,
3. Toolkombination.
Wie bei jeder Strategieänderung stellen sich Unternehmen zunächst die Frage, was der Zweck der Hyperautomation ist. Konkrete Ziele sollten in diversen Bereichen festgelegt werden, etwa in den zu erwartenden Kosten oder Umsätzen oder im Risikomanagement. Anschließend sollten bereits bestehende Prozesse so gut wie möglich skaliert und optimiert werden. Dies garantiert, dass die spätere Automatisierung durch Maschinen und Software nicht ausgebremst wird.
Zuletzt wird bestimmt, welche IT-Werkzeuge für den gewünschten Effekt am besten geeignet sind. KI steht hier ebenso wie RPA, die Robotic Process Automation, ganz vorne.
Vorteile der Hyperautomation
Der größte Pluspunkt ist die Beschleunigung von sehr komplexer Arbeit. Leichte Aufgaben zu automatisieren, ist jetzt bereits zur Norm geworden. Die Verbesserung komplizierter Abläufe scheiterte aber immer an Hardwareleistung und Software. Dies geht nicht zwingend zu Lasten der menschlichen Mitarbeiter: Die neuen digitalen Arbeiter, oder Digital Workers im Fachjargon, sind auf Input durch Menschen angewiesen. Anschließend können diese virtuellen Mitarbeiter viele Aufgaben übernehmen, die sonst Menschen in die Hand nehmen mussten.
So verarbeiten sie beispielsweise Daten jeglicher Art - egal ob strukturiert der unstrukturiert. Diese Daten werden anschließend analysiert, woraus schließlich Möglichkeiten entstehen, um Entscheidungen zu treffen. Im Zuge dieser Automatisierung können anschließend selbstständig neue Lösungen zu einer weiteren Automatisierung gefunden werden. Dies geschieht alles weitgehend selbstständig – und je ausgereifter das System, desto stärker wird der Grad der Automatisierung und desto unabhängiger wird es von menschlichen Mitarbeitern.
Wo kann Hyperautomation eingesetzt werden?
Generell gibt es praktisch keine Grenzen, da es in jeder Branche Bereiche gibt, die automatisiert werden können. Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, führen häufig den finanziellen Gewinn durch eine gelungene Hyperautomation als Anreiz an. Millionen und schließlich Milliaden Euro werden sich über die nächsten Jahre und Jahrzehnte einsparen lassen, der Return dieser Investition fällt entsprechend hoch aus. Beispiele sind etwa:
Die Erstellung von Berichten, die Registrierung und Qualifizierung, die Bearbeitung von Schadensansprüchen oder die Prüfung von Complianceaufgaben in Versicherungen sind ein typisches Ziel von Hyperautomation.
Im Bankwesen können Aufgaben wie das Onboarding von Kunden oder die Kreditvergabe beschleunigt werden. Auch KYC- und AML-Aufgaben, die häufig aus wiederkehrenden Prozessen bestehen, lassen sich verbessern.
Das Gesundheitswesen kann stark profitieren: durch eine verbesserte Pflegequalität aufgrund detaillierterer Protokolle und ein besseres Erlebnis für Patienten, da die Arbeitslast von Mitarbeitern reduziert wird. Außerdem werden Schäden durch falsche Einträge in Datenbänken reduziert, da Maschinen keine Fehler machen.
In der Fertigung bieten sich zahlreiche Optimierungsmöglichkeiten: Bestellungen werden schneller abgewickelt und Stücklisten können entsprechend des reellen Bedarfs permanent angepasst werden. Die gesamte Logistikkette lässt sich besser dokumentieren und verfolgen, um eventuelle Fehler auszubessern.
Daher ist die Hyperautomation im Prinzip grenzenlos einsetzbar. In IT-nahen Feldern fällt die Umsetzung zu Beginn leichter, doch im Laufe der Zeit sollten sich alle Bereiche, in denen Arbeit geleistet wird, auf die eine oder andere Weise automatisieren lassen.
Auswirkungen auf Mitarbeiter in Unternehmen
Ein hoher Grad der Automatisierung birgt zunächst immer die Gefahr von Entlassungen. Werden Menschen für bestimmte Tätigkeiten nicht mehr benötigt, werden sie früher oder später von Maschinen verdrängt. Dies lässt sich etwa in modernen Automobilfabriken erkennen, in denen große Teile der Montage völlig ohne Mitarbeiter auskommen.
Stand: 08.12.2025
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Hinter der Hyperautomation steckt der Gedanke, Mitarbeitern stattdessen sinnvolleren Tätigkeiten zukommen zu lassen. Menschen, die im Prinzip banale Tätigkeiten ausführen, für die eine Maschine ebenso gut zum Einsatz kommen könnte, sollen Aufgaben mit einem höheren Grad der Wertschöpfung zugeführt werden. Ob dies gelingt, hängt von den jeweiligen Unternehmen ab.
Nachteile der Hyperautomation
Die Komplexität der Aufgabe stellt Unternehmen jeglicher Größenordnung vor Herausforderungen. Selbst die einfachsten Aufgaben - etwa die Erkennung von Prozessen, die im Unternehmen aktuelle existieren und die optimiert werden können - sind eine steile Hürde für Unternehmen, die mit Automatisierung bislang nicht in Kontakt gekommen sind.
Alle Automatisierungsansätze und eingesetzte Technologien müssen ineinandergreifen, um eine ganzheitliche Hyperautomation umzusetzen. Der Start von Pilotprojekten, um erste Ansätze umzusetzen, ist daher meist unumgänglich. Es handelt sich nicht um eine Strategie, die in nur einem Bereich umgesetzt wird, sondern um vollumfängliche Veränderungen, die schwer rückgängig zu machen sind.
Die größten Hürden, um eine Hyperautomation umzusetzen, bestehen daher im Know-how, dem Budget und der komplexen Umsetzung an sich. Ohne externe Hilfe werden Unternehmen diese Aufgabe praktisch niemals in Angriff nehmen können. Außerdem besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter mit dem rasanten Grad der Hyperautomation nicht schritthalten können. Dies wiederum stellt hohe Anforderungen an Schulungen für Mitarbeiter.
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