Leitfaden durch das Remote-Work-Universum Remote-Entwickler pushen KMU und Startups

Von Dipl. Betriebswirt Otto Geißler 4 min Lesedauer

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Für kleinere Unternehmen kann die Zusammenarbeit mit Remote-Entwicklern ein entscheidender Faktor sein. Sie profitieren nicht nur von der Senkung der Betriebskosten, sondern auch von einem Mehr an Flexibilität am Arbeitsplatz und dem Zugriff auf deutlich größere Talent-Pools.

Remote Work – ob mit internen Angestellten oder per Outsourcing realisiert – kann ungeahnte Kräfte freisetzen.(Bild:  peshkov - stock.adobe.com)
Remote Work – ob mit internen Angestellten oder per Outsourcing realisiert – kann ungeahnte Kräfte freisetzen.
(Bild: peshkov - stock.adobe.com)

Selbst nach dem Ende der Corona-Krise arbeiten viele Menschen weiterhin von zu Hause. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) war fast ein Viertel (rund 24 Prozent) aller Erwerbstätigen in Deutschland während der Corona-Jahre zumindest gelegentlich im Homeoffice. Gegenüber dem Vor-Corona-Niveau hat sich der Anteil nahezu verdoppelt.

Wie häufig Remote-Arbeit genutzt wird, hängt stark von der jeweiligen Branche ab. Am höchsten ist der Anteil im IT-Bereich. Hier arbeiteten gut drei Viertel der abhängig Beschäftigten zumindest gelegentlich von zu Hause aus. Obwohl es zahlreiche Missverständnisse über die Remote-Beschäftigung von Entwicklerinnen und Entwicklern gibt, überwiegen die Gründe für den Aufbau eines solchen Teams die Nachteile um ein Vielfaches. Folgende Vorteile ergeben sich aus der Beschäftigung von Remote-Developern:

Kosteneffizienz optimieren

Bei der Kosteneffizienz geht es nicht nur darum, Geld für Büroflächen und Nebenkosten einzusparen. Vielmehr lassen sich auch Honorare aus beispielsweise hohen lokalen Gehaltsstandards reduzieren. Darüber hinaus kann die Reduktion anderer Gemeinkosten wie Fahrtkosten, Büromaterial oder sogar täglicher Kaffee und Snacks für das Team erheblich sein.

Zugriff auf Spezialkenntnisse

In der IT gibt es viele Nischen, die spezielle Fähigkeiten erfordern. Wenn ein Python-Entwickler mit Erfahrung im maschinellen Lernen (ML) oder eine Front-End-Entwicklerin mit Spezialisierung gesucht wird, kann er mit einer umfassenderen globalen Suche leichter gefunden werden.

Mit Remote-Recruiting können Unternehmen weltweit nach Fachkräften suchen, die sich mit den Feinheiten ihrer Branchen bestens auskennen. Dadurch wird sichergestellt, dass die jeweiligen Produkte oder Dienstleistungen höchste Sicherheits- und Zuverlässigkeitsstandards erfüllen.

Steigerung der Produktivität

Remote-Developer gelten als produktiver, da sie meist in einer für sie geeigneten Umgebung arbeiten. Eine angenehme Arbeitsumgebung steigert die Produktivität und Konzentration eines Mitarbeiters. Hinzu kommt, dass die Meetings im Remote-Team oftmals kürzer und effektiver sind, was wiederum die Produktivität erhöht.

Darüber hinaus genießen Remote-Angestellte in der Regel die Freiheit, ihre Arbeitszeiten frei wählen zu können, sodass sie arbeiten, wenn es für sie am besten geht. Ohne die üblichen Ablenkungen im Büro können sie sich voll auf ihre Arbeit konzentrieren und mehr erledigen, was dazu beitragen kann, Projekte schneller abzuschließen.

Arbeitskräfte langfristig binden

Eine hohe Mitarbeiterfluktuation kann die Arbeitsprozesse erheblich behindern, insbesondere für Startups mit knappen Budgets und Zeitplänen. Studien ergaben, dass Remote-Arbeit diese Fluktuation um rund 25 Prozent reduziert. Dies bedeutet unter anderem, dass bei Menschen, die auf lange Arbeitswege verzichten und ihre Arbeit besser mit ihrem Privatleben vereinbaren können, die Arbeitszufriedenheit zunimmt.

Markteinführungszeit beschleunigen

Gerade KMU und Startups profitieren davon, ihre Produkte oder Dienstleistungen möglichst schnell auf den Markt zu bringen. Wenn sie Remote-Entwickler und -Entwicklerinnen aus aller Welt beschäftigen, kann die Arbeit quasi rund um die Uhr erfolgen.

Dies beschleunigt die Entwicklungszyklen und ermöglicht eine schnellere Markteinführung, was insbesondere kleineren Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Mit Remote-Teams kann Code schneller geschrieben, getestet und bereitgestellt werden, da die Mitarbeiter an verschiedenen Plätzen in der Welt immer irgendwie arbeiten. Dies erleichtert die Einhaltung von Fristen und hält die Unternehmen agil.

Märkte in Echtzeit erweitern

Mit einem „lokalen Team“ in den wichtigsten Zielmärkten werden Developer auch ein bisschen zu den Augen und Ohren der Unternehmung vor Ort. Damit bieten sie bisweilen unschätzbare Informationen zu lokalen Marktbedingungen, Verbraucherverhalten und kulturellen Besonderheiten.

Es geht also nicht nur um die Anpassung eines Produkts an die lokalen Anforderungen, sondern auch um die Feinabstimmung der User Experience. Durch gezielte Änderungen können auch kleinere Unternehmen ihren Produkten oder Dienstleistungen ein lokales Flair verleihen und so die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Menschen in neuen Märkten ein Angebot annehmen.

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Teams mit mehr Flexibilität und Autonomie

Wenn Menschen „Raum zum Atmen“ und Kontrolle über ihre eigene Arbeitsweise erhalten, werden sie häufig leistungsfähiger und kreativer. Mitarbeiter, die ihre Arbeitszeiten selbst bestimmen oder sich dafür entscheiden können, zu ihren produktivsten Zeiten zu arbeiten, erhalten mehr Kontrolle und sind weniger gestresst. Dies wirkt sich direkt positiv auf ihre Produktivität und ihre Arbeitsqualität aus.

Einige Entwickler gelten als „Nachteulen“, die nach Einbruch der Dunkelheit ihr Bestes geben. In einem traditionellen 9-to-5-Job würden sie in Stunden, in denen sie von Natur aus nicht in Bestform sind, beim Kaffeetrinken festsitzen und Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren.

Aber dank der Flexibilität der Remote-Arbeit können sie ihren Zeitplan an ihre innere Uhr anpassen und so in kürzerer Zeit qualitativ hochwertige Arbeit leisten. Dies ist quasi eine Win-Win-Situation.

Einstellungsprozess beschleunigen

Wenn sich kleineren Firmen plötzlich Marktchancen bieten, müssen sie dafür umgehend Fachkräfte finden und einstellen. Ein Remote-Vollzeitteam kann der Game-Changer sein. Dafür können Talente aus der ganzen Welt zur Verfügung stehen. Dies erweitert die Möglichkeiten und kann erheblich die Einstellungszeit beschleunigen.

Gemeinkosten reduzieren

Kosten senken, ohne Kompromisse bei der Qualität einzugehen, gilt ebenfalls als eine ultimative Win-Win-Situation. Für das Remote-Team muss keine Miete, keine Stromrechnungen, keine hauseigenen Snacks, Kaffeeversorgung und vieles mehr aufgewendet werden. Remote-Arbeit kann sich auch auf andere, weniger offensichtliche Weise auf das Betriebsergebnis auswirken.

Beispielsweise sinken die Onboarding-Kosten drastisch. Normalerweise inkludiert die Aufnahme eines neuen Developers in ein internes Team den Kauf neuer Software, die Einrichtung von Workstations und möglicherweise sogar einen Umzug. Diese Kosten entfallen bei Remote-Angestellten.

Oder man betrachtet den Kostenblock für Schulungen. Das übliche Schulungsmaterial und andere Lernressourcen können sich durchaus summieren. Bei festen Remote-Mitarbeitern wird dies in der Regel über digitale Kanäle vereinfacht, was es nicht nur kostengünstiger, sondern auch dynamischer und aktueller macht. Online-Schulungsmodule können schnell aktualisiert werden, um sicherzustellen, dass Ihr Team immer mit den Best Practices der Branche Schritt hält.

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