Kommentar von Dr. Matthias Rosche, NTT Com Security

Vor der Cloud kommt die Nutzen- und Risikobewertung

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Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass sich technische gesehen alle Daten, Dienste und Anwendungen in die Cloud verlagern lassen. Denn letztendlich ist eine Cloud-Infrastruktur identisch mit einer nicht cloud-basierten Umgebung. Sollen Daten in die Cloud ausgelagert werden, sollten allerdings vollkommen andere Sicherheitskonzepte verfolgt werden. Diese können sogar von Branche zu Branche variieren.

Dr. Matthias Rosche, Director Solutions und Strategic Accounts NTT Com Security.
Dr. Matthias Rosche, Director Solutions und Strategic Accounts NTT Com Security.
(Bild: NTT Com Security)
Ein Beispiel sind Anwendungen und Services für Bankgeschäfte. Würde ein Unternehmen diesen Bereich wirklich in die Hände eines Dritten abgeben, wenn es keinerlei Kontrolle mehr darüber hätte, wo auf der Welt die Daten gespeichert werden oder wer die darauf zugreifenden Administratoren sind? Sehr wahrscheinlich würde es kein Unternehmen geben, dass dies zulässt. Was für ein Unternehmen gilt, gilt gleichermaßen für Staaten und staatliche Organisationen. Niemand würde hier auf die Idee kommen sensible Daten, beispielsweise Verträge, in einem Cloud-Service zu speichern. Auch die Betreiber von Atomkraftwerken würden nicht unbedingt Dienste in die Wolke verlagern, die einen Zugriff auf das Kontrollsystem des Kraftwerks erlauben. Schlussendlich gehören keine Daten in die Cloud, die geschäftskritische Informationen enthalten oder aber Anwendungen, die Einfluss auf technische Steuerungen nehmen können.

Die Cloud bietet bedarfsgerechten, schnellen und einfachen Zugriff auf Ressourcen. Daher spricht sie viele Unternehmen mit ihrer Flexibilität an. Natürlich muss jedes Unternehmen für sich selbst entscheiden, ob es öffentliche Cloud-Services oder aber eigene, intern aufgesetzte nutzt. Wichtig für eine Verlagerung von Daten in die Cloud ist, die enge Absprache mit dem Cloud-Service-Anbieter, wo die Rechenzentren stehen, welche Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Daten in der Cloud ergriffen werden, ob die Daten dort verschlüsselt werden. Denn dann können auch die Vorteile der Cloud gewinnbringend genutzt werden.“

* Dr. Matthias Rosche ist Director Solutions und Strategic Accounts und Mitglied der Geschäftsleitung bei NTT Com Security.

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