Toms Wochentipp: Nur noch Synology-Datenträger einsetzen oder wechseln? Synology Plus-Serie verliert ihre Offenheit

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Synology galt lange als kompromissbereiter Anbieter. Leistungsfähige NAS-Systeme, gepaart mit einem offenen Ansatz bei der Wahl der Festplatten, machten die Plus-Serie zum verlässlichen Werkzeug in vielen KMU und Home-Office-Umgebungen. Damit ist bald Schluss.

Die Verwendung „fremder“, aber kompatibler Drives im Synology NAS ist künftig nur noch mit Einschränkungen möglich.(Bild:  Synology)
Die Verwendung „fremder“, aber kompatibler Drives im Synology NAS ist künftig nur noch mit Einschränkungen möglich.
(Bild: Synology)

Das Unternehmen koppelt jetzt zentrale Funktionen und den offiziellen Support an zertifizierte Speichermedien an sein Network Attached Storage (NAS). Der Schritt markiert eine Zäsur, technisch nachvollziehbar, strategisch umstritten.

Das bislang flexible Speicherkonzept der Synology-NAS wird in der Plus-Serie deutlich eingeengt. Statt weiterhin den freien Einsatz beliebiger Festplatten zu ermöglichen, bindet der Hersteller den Funktionsumfang künftig an die Nutzung hauseigener oder offiziell zertifizierter Speichermedien. Wer sich nicht daran hält, verliert nicht nur die Unterstützung durch den technischen Support, sondern muss auch mit deaktivierten Funktionen im Betriebssystem rechnen.

Synology argumentiert mit Zuverlässigkeit und Leistung

Offiziell verweist Synology auf mehr Leistung, höhere Zuverlässigkeit und einen verbesserten Support. Gerade in der Plus-Serie, die traditionell als Mittelweg zwischen Consumer- und Business-NAS positioniert war, dürfte die Einschränkung viele Bestandskunden irritieren. Zwar bleibt die Migration bestehender Datenträger in neue Systeme weiterhin möglich. Doch wer ein neues NAS aufbaut, ohne exakt freigegebene Festplatten zu verwenden, riskiert Einschränkungen bei der Speicherpool-Erstellung und bei künftigen Wartungsfällen.

Die Maßnahme ist Teil eines strategischen Schwenks. Synology zieht die Zügel im eigenen Ökosystem enger, ein Kurs, der sich bereits in der Enterprise-Serie mit Erfolg abgezeichnet hatte. Für die Plus-Reihe bedeutet das eine Abkehr vom offenen Charakter, der sie bislang für Bastler, KMU und technisch versierte Anwender interessant machte. Die neue Richtung bringt technologische Vorteile, deduplizierte Volumes, präzisere Zustandsdiagnosen, gezieltere Updates, doch der Preis ist eine Einschränkung der Wahlfreiheit.

Alternativen zu Synology sinnvoll?

Alternativen gibt es, technisch jedoch mit Hürden verbunden. Qnap verfolgt einen ähnlichen Ansatz, aber noch ohne strikte Bindung an eigene Medien. Unraid bietet Freiheiten, verlangt allerdings manuelle Konfiguration. Wer sich auf Open-Source-Lösungen wie TrueNAS einlässt, gewinnt maximale Kontrolle, muss aber eigene Hardware und tiefere Systemkenntnisse mitbringen. Synology geht einen anderen Weg: mehr Integration, weniger Spielraum. Unternehmen sollten das in Zukunft in ihre Entscheidungen mit einbeziehen.

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