Ergebnisse von safeAML präsentiert Sicherer Austausch von Finanzdaten ist möglich

Von Dr. Dietmar Müller 3 min Lesedauer

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In Frankfurt wurden nach drei Jahren Arbeit die Use Cases des FBDC-Projektes vorgestellt. Bei allen geht es um den sicheren Austausch von Finanzdaten. Wirtschaft, Wissenschaft und Behörden sollen dafür eine sichere, die Datensouveränität wahrende Infrastruktur erhalten.

Bei den Use Cases des FBDC-Projektes geht es um den sicheren Austausch von Finanzdaten. (Bild:  frei lizenziert, ccfb / Pixabay)
Bei den Use Cases des FBDC-Projektes geht es um den sicheren Austausch von Finanzdaten.
(Bild: frei lizenziert, ccfb / Pixabay)

Seit 2019 sitzt das Projekt „Financial Big Data Cluster“ (FBDC) wie berichtet an einer Gaia-X-konformen Plattform für europäische Finanzdaten, drei Jahre lang haben verschiedene Teams an konkreten Use Cases gearbeitet. Im TechQuartier in Frankfurt präsentierten sie nach der Begrüßung durch Christoph Pflock vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) und Jan Fischer von Gaia-X ihre Ergebnisse.

Ein übergeordnete technologische Use Case von SAP Fioneer testet die Machbarkeit eines sicheren Daten- und Algorithmen-Austauschs zwischen Finanzakteuren. Angeblich erfolgreich. Die Erkenntnisse dieses Projekts sollen in Produkte aus den Bereichen „Anti Financial Crime“, ESG-Lösungen und Embedded Finance integriert werden.

Sustainable Finance nutzt ML

Ein Team der Frankfurt School um Prof. Dr. Ulf Moslener im Forschungsbereich Sustainable Finance wollte durch die Entwicklung neuartiger Werkzeuge im Bereich des maschinellen Lernens (ML) einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität und Verfügbarkeit von Umwelt-, Sozial- und Governance (ESG)-Daten leisten. Eine Teil dieser Werkzeuge zielt auf die Aufbereitung und Generierung von ESG-Rohdaten ab. Sie ermöglichen es beispielsweise, unstrukturierte Daten in strukturierte Formate zu überführen und ESG-Daten, die normalerweise nicht verfügbar sind, mit hoher Präzision zu schätzen. Andere Werkzeuge nutzen ML-basierte kontrafaktische Analysen und Prognosen, um den Einfluss von ESG-Faktoren auf die finanzielle Leistung von Unternehmen zu ersehen.

Ein Team der Frankfurt School um Prof. Dr. Sascha Steffen im Forschungsbereich der geldpolitischen Entscheidungen hat neue Datenquellen und die Anwendung von KI-Methoden im Kontext von politischen Entscheidungen analysiert. So wurde etwa ein Twitter/X-basierter Index entwickelt, der in Echtzeit Inflationserwartungen misst. In einem anderen Projekt wurde eine Messgröße für Banken entwickelt, um deren Klimarisiken aus Kreditportfolios zu bewerten.

Im Arbeitspaket Stable Supply Chain Finance hat das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML eine Lösung entwickelt, mit der die finanzielle Resilienz und Effizienz von Lieferketten in der Industrie 4.0 gesteigert werden sollen. Dafür kam die Blockchain zum Einsatz. Zudem sollen die Lösungen den Aufbau einer Datenbasis für KI-unterstützte Finanzanalysen und Risikomanagement ermöglichen.

EuroDaT ergänzt safeFBDC

Neben den Aktivitäten im Forschungsprojekt safeFBDC lief ab 2022 auch das Forschungsvorhaben EuroDaT zur Etablierung eines Datentreuhänders. Vorgestellt wurde dies von Dr. Stephan Bredt vom Hessischen Wirtschaftsministerium. Konkret stellte anschließend Dirk Thomas von der Commerzbank das safeAML-Projekt vor. Hier wird der Geldwäsche-Use-Case von safeFBDC auf der Struktur des Datentreuhänders EuroDaT genutzt: Die Pilotsoftware safeAML aus den Schwesterprojekten safeFBDC und EuroDaT möchte Start-ups, Banken und Beratungshäusern „aus dem Dilemma der silohaften Betrachtung von Transaktionsdaten herausführen und die Erkennung von bankübergreifenden, komplexen Geldwäschemustern nachhaltig und datenschutzkonform etablieren.“ Nun denn. In einem ersten Schritt ermögliche safeAML 2024 die Digitalisierung von Auskunftsersuchen zwischen den teilnehmenden Pilotbanken.

„Mit safeAML und dem Datentreuhänder EuroDaT wollen wir zeigen, dass wir neben der Bewerbung für die Europäische Geldwäschebehörde AMLA auch die erforderlichen technischen Fähigkeiten für die Geldwäschebekämpfung am Finanzplatz Frankfurt haben“, erklärte Dirk Thomas von der Commerzbank.

Nach den fachlichen Vorträgen hoben die Gäste das eine oder andere Glas an den Marktständen der Use Cases. „Der Weg von Anfang bis heute erfüllt mich mit Stolz und Freude“, sagte Dr. Sebastian Schäfer, Managing Direktor des TechQuartier. „Die wegweisende Forschung hat nicht nur die Finanzbranche bereichert, sondern auch die wertvolle Verbindung zwischen etablierten Größen und aufstrebenden Start-ups gestärkt. Wir blicken voller Vorfreude darauf, die Früchte dieser Partnerschaft weiterhin in die Welt zu tragen.“

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