Digitale Souveränität für hochsensible Daten BSI‑zugelassene SINA Cloud wird Basis für sichere On-Prem-KI

Von Elke Witmer-Goßner 3 min Lesedauer

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Nach dem ersten historischen Meilenstein, mit der SINA Cloud als erste Cloud-Infrastrukturlösung in Deutschland die BSI-Zulassung für hochvertrauliche Daten erhalten zu haben, kann Secunet einen weiteren Erfolg verbuchen: Gemeinsam mit HPE und Nvidia arbeitet der Sicherheitsspezialist an einer „Private Cloud for AI“.

Der SINA Cloud Security Layer ist die erste Technologie, welche das neue Komponentenzulassungsverfahren des BSI erfolgreich durchlaufen hat. Dabei wird nicht ein Gesamtprodukt, sondern einzelne Komponenten für den Einsatz mit hochvertraulichen Daten zugelassen.(Bild:  Secunet Security Networks AG)
Der SINA Cloud Security Layer ist die erste Technologie, welche das neue Komponentenzulassungsverfahren des BSI erfolgreich durchlaufen hat. Dabei wird nicht ein Gesamtprodukt, sondern einzelne Komponenten für den Einsatz mit hochvertraulichen Daten zugelassen.
(Bild: Secunet Security Networks AG)

Erstmals präsentiert wurde die Zusammenarbeit auf dem „Zukunftskongress Staat & Verwaltung“ in Berlin. Secunet, Hewlett Packard Enterprise (HPE) und Nvidia wollen gemeinsam hochsensible Daten und moderne Anwendungen für künstliche Intelligenz (KI) in einer On-Premises-Lösung in Einklang bringen, die höchste regulatorische und sicherheitsrelevante Anforderungen erfüllt.

Souveräne Cloud für sensible Daten und KI

Die gemeinsame Lösung kombiniert die „schlüsselfertige Private Cloud AI“ von HPE und Nvidia mit der SINA Cloud von Secunet. Damit sollen sich KI-Initiativen auch in streng regulierten Behörden- und Sicherheitsumgebungen vom Proof of Concept schnell in den produktiven Betrieb überführen lassen.

Im On-Premises-Modell können Daten und Infrastruktur vollständig unter eigener Kontrolle bleiben. Ergänzend sorgen Automatisierung, Self-Services sowie der Betrieb durch sicherheitsüberprüftes Personal für ein Cloud-Erlebnis im eigenen Rechenzentrum. „So können moderne KI-Anwendungen auch in Bereichen genutzt werden, in denen bislang höchste Sicherheitsauflagen einen Einsatz verhinderten“, betonte Secunet in einem LinkedIn-Post anlässlich der Präsentation.

Der Weg zur Zulassung: Vertrauenswürdigkeit und Open Source

Secunet ist seit Jahrzehnten eng mit dem Thema staatliche IT-Sicherheit verbunden. Das Unternehmen entwickelt unter dem Markennamen SINA (Sichere Inter-Network-Architektur) Verschlüsselungs- und Cloud-Lösungen, die seit den 1990er-Jahren für die Verarbeitung von hochvertraulichen Daten eingesetzt werden. CTO Dr. Kai Martius unterstreicht im Gespräch mit CloudComputing-Insider die besondere Bedeutung der Ende vergangenen Jahres erreichten BSI-Zulassung: „Wir gehen immer von einem hochgradig fähigen Angreifer aus, wie Geheimdienste anderer Staaten, die versuchen, an unsere Daten zu kommen. Unsere Aufgabe ist es, selbst unter diesen Bedingungen maximale Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit zu gewährleisten.“

Ein zentrales Element sei dabei Open Source, so Martius: „Vertrauenswürdigkeit schaffen wir durch die Offenheit des Codes. Nur so lässt sich nachweisen, dass Systeme tatsächlich so funktionieren, wie versprochen. Blackbox-Technologien würden dem Anspruch einer souveränen Cloud nicht gerecht.“

Souverän statt abhängig

Für Martius ist die Zulassung auch ein politisches Signal. Während große Hyperscaler wie AWS, Microsoft und Google zwar mit komfortablen Plattformökosystemen punkten, entstehen dadurch jedoch Abhängigkeiten und Lock-in-Effekte. Aber, warnt Martius: „Komplexität ist der Feind der Sicherheit.“ Angreifern genüge nur ein winziger Fehler, um in Infrastrukturen eindringen zu können. „Wir müssen uns gegen alle möglichen Vektoren absichern. Genau deswegen ist es entscheidend, offene Standards zu etablieren und eine souveräne Cloud-Alternative in Deutschland und Europa aufzubauen.“

Martius warnt davor, sich mit Aussagen abzufinden, man müsse „auf absehbare Zeit“ von US-Clouds abhängig bleiben: „Das ist ein gefährliches Signal. Gerade jetzt müssen wir die Schritte gehen, um digitale Souveränität zu schaffen. Sonst machen wir uns politisch und wirtschaftlich erpressbar.“

Ein Unternehmen mit klarer Mission

Dr. Kai Martius, Chief Technology Officer der Secunet Security Networks AG. (Bild:  Secunet)
Dr. Kai Martius, Chief Technology Officer der Secunet Security Networks AG.
(Bild: Secunet)

Secunet, mehrheitlich im Besitz von Giesecke+Devrient, beschäftigt über 1.000 Mitarbeiter und gilt als führender deutscher Anbieter für IT-Sicherheit und Verschlusssachen-Technologien. Die Bandbreite reicht von hochsicheren Netzwerklösungen für Bundesbehörden und Polizei über Public-Cloud-Angebote mit BSI-Grundschutz-Zertifizierung bis hin zu individuellen Beratungsprojekten.

Mit der SINA Cloud positioniert sich Secunet als Pionier für souveräne Clouds, in einem Markt, der sowohl von geopolitischen Spannungen als auch von wachsender Nachfrage nach rechtssicheren Datenlösungen geprägt ist.

Ausblick: Von der Nische in die Breite

Die vollständige Zulassung des BSI ist nicht nur ein technischer Erfolg, sondern auch ein Türöffner für die künftige Verbreitung souveräner Cloud-Infrastrukturen. Secunet will dabei nicht nur Behörden, sondern auch Unternehmen in kritischen Infrastrukturen und regulierten Branchen adressieren. „Wir wollen in unserem Kernmarkt eine zentrale Rolle spielen – beim Schutz von Staatsgeheimnissen ebenso wie beim Aufbau eines leistungsfähigen europäischen Cloud-Ökosystems. Dafür setzen wir auf Partnerschaften, offene Standards und nachweisbare Sicherheit“, sagt Martius. Seine Botschaft ist klar: Digitale Souveränität sei keine Vision mehr, sondern technisch und regulatorisch bereits heute umsetzbar. Mit der Kooperation mit HPE und Nvidia betritt Secunet nun auch das Feld vertrauenswürdiger KI-Infrastrukturen.

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