Mit Cloud und KI auf Kurs SAP blickt optimistisch auf die zweite Geschäftsjahreshälfte

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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SAP-Chef Christian Klein kann nach dem jähen Abrutschen an der Börse im Frühjahr wieder entspannter auf den Aktienkurs blicken. Selbst ein Zurückrudern beim operativen Gewinn fürs laufende Jahr nahmen ihm die Investoren nach dem zweiten Quartal nicht mehr krumm.

SAP liegt mit Cloud und KI gut im Rennen. Analysten rechnen laut dem vom Konzern zusammengestellten Stimmungsbild für das dritte Quartal mit einem Umsatzplus. (Bild: ©  AlfaSmart - stock.adobe.com / KI-generiert)
SAP liegt mit Cloud und KI gut im Rennen. Analysten rechnen laut dem vom Konzern zusammengestellten Stimmungsbild für das dritte Quartal mit einem Umsatzplus.
(Bild: © AlfaSmart - stock.adobe.com / KI-generiert)

Denn der Vertragsbestand für die Cloud-Programme der Walldorfer wächst beständig und ebnet den Weg für weitere Umsatzsteigerungen. So zog der Aktienkurs von den Juli-Tiefs wieder um mehr als die Hälfte an. Bis zum Rekordhoch bei 283,50 Euro aus dem Frühjahr 2025 ist es aber vom aktuellen Niveau um die 200 Euro noch ein gutes Stück.

Verflogen sind die Zweifel von Investoren an herkömmlichen Softwareanbietern im Wettbewerb mit neuartigen KI-Apps nämlich nicht, auch wenn sich die größte Skepsis gelegt zu haben scheint. Klein will aus dem Hype rund um künstliche Intelligenz (KI) seinerseits Nutzen ziehen und mit eigenen Lösungen bei den Kunden punkten.

Das hat das Unternehmen vor

Das erste Halbjahr lief im Tagesgeschäft überraschend gut für die Nordbadener, auch wenn die Aussichten wegen des Nahost-Kriegs nicht ungetrübt blieben. Aus der ursprünglich geplanten Wachstumsbeschleunigung gegenüber dem Vorjahr dürfte zwar nichts mehr werden und einige kleinere Übernahmen dürften noch Verluste machen, sodass Klein die Ergebnisprognose etwas abschmolz.

Doch achten Anleger aktuell vor allem auf die in den kommenden zwölf Monaten zu erwartenden Umsätze mit Cloud-Software, den sogenannten Current Cloud Backlog (CCB). Das sind die künftigen Erlöse aus abgeschlossenen Abos für die Nutzung der SAP-Apps über das Netz. Damit kann SAP also fest planen. Und bei dieser Kennzahl lief es zuletzt rund.

Für das Gesamtjahr erwartet das Management ein währungsbereinigtes Wachstum der Cloud-Erlöse um 23 bis 25 Prozent. Der Gesamtumsatz, der 2025 währungsbereinigt um 11 Prozent zugelegt hatte, soll erneut in etwa diesem Maße wachsen. 2027 soll es dann wieder etwas schneller nach oben gehen. Das um Sonderposten bereinigte operative Ergebnis (Ebit) dürfte 2026 währungsbereinigt um 13 bis 17 Prozent steigen, heißt es in der Prognose des Konzerns. Auf Jahressicht wird das Wachstum des CCB-Vertragsbestands für Cloud-Anwendungen voraussichtlich weiter zurückgehen und wohl etwas weniger betragen als die währungsbereinigten 25 Prozent aus dem Vorjahr.

Der freie Mittelzufluss soll dieses Jahr bei rund 10 Milliarden Euro liegen. Über zwei Jahre will der Konzern zudem eigene Aktien für bis zu 10 Milliarden Euro zurückkaufen.

Das erwarten Analysten

Analysten rechnen laut dem vom Konzern zusammengestellten Stimmungsbild für das dritte Quartal mit einem Umsatzplus von 11 Prozent auf 10,1 Milliarden Euro. Fürs Wachstum sorgt dabei die Cloud-Software mit einem erwarteten Anstieg von 25 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis taxieren die Fachleute 15 Prozent höher bei gut 2,9 Milliarden Euro. Der freie Mittelzufluss dürfte um gut ein Drittel auf 1,7 Milliarden Euro zugelegt.

Nach Ansicht von Analyst Frederic Boulan von der Bank of America könnte sich das Wachstum des aktuellen Cloud-Vertragsbestands (CCB) auf 24,7 Prozent verlangsamen. Beim operativen Ergebnis hingegen gehe es wieder etwas schneller voran. Kosteneinsparungen machten höhere Ausgaben für KI-Vorleistungen sowie einen Anstieg bei den aktienbezogenen Mitarbeitervergütungen wieder wett. Das Umfeld für die Nachfrage sei nach wie vor solide, schrieb der Experte.

Analyst Toby Ogg von der US-Großbank JPMorgan sprach von einer wieder besseren Stimmung rund um die Aktie. Der Weg zu noch mehr Optimismus sei von hier an jedoch weniger klar. Die Anleger konzentrierten sich nun mehr darauf, ob die Ziele für dieses und das kommende Jahr ausreichend sicher seien.

Für optimistische Investoren dauere die Migration von Kunden auf Cloudprodukte an, KI könne den Drang dazu gar beschleunigen, schrieb der Experte. In einem Konzernumfeld gelte der - von SAP immer wieder zum eigenen Vorteil erklärte - Kontext von Daten und Software als strategisch wichtig, die Chefs von IT-Abteilungen scheuten in diesem Gebiet zudem das Risiko.

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Pessimisten sähen bei SAP die meisten guten Nachrichten hingegen bereits eingepreist. SAPs KI-Assistent Joule habe sich demnach noch nicht bewiesen, Nachfragemuster und Marge nach der Kundenmigration ließen kaum Raum für Enttäuschungen.

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