Das leistungsfähige CLI „VBoxManage“ bietet Ihnen umfangreiche Automatisierungsfunktionen und bringt außerdem einen Web-Server „vboxwebsrv“ mit. Auf dem basiert auch „
Damit funktioniert VirtualBox auch ohne Kommandoschnittstelle auf einem Server ohne grafische Oberfläche, wie er als Virtualisierungs-Server prädestiniert ist. Im Folgenden finden sich alle Befehle, um Virtual Box samt Extension Pack (für den RDP-Server) und phpVirtualBox auf einem entfernten Linux-Server unter Red-Hat-Linux (die Vorgehensweise unter Fedora oder CentOS ist identisch) zu installieren.
So lassen sich Virtual Box und phpVirtualBox installieren:
Alle folgenden Befehle sind als „root“ einzugeben.
Schritt 1: Virtual Box ist zwar in den Standard-Paketquellen aller wichtigen Distributionen enthalten, das Entwicklungstempo ist aber so hoch, dass es besser ist, die jeweils aktuelle Version zu installieren. Das lässt sich mit dem Paket-Manager („yum“) von RHEL oder Fedora bewerkstelligen.
Das von Oracle zur Verfügung gestellte Repository muss hier zuvor eingebunden werden. Adminns sollten beachten, dass es sich um einen Kommandozeilenbefehl handelt:
Schritt 2: Zunächst sollte mit „yum install yum-priorities“ die Prioritätenverwaltung für Yum festgelegt werden, da Virtual Box auch in den Standard-Repos von RHEL und Fedora enthalten ist. Anschließend ist in
/etc/yum.repos.d/virtualbox.repo
mit einem beliebigen Editor (zum Beispiel „vim“) die Zeile „priority=1“ zu ergänzen. Die kleinste Zahl entspricht der höchsten Priorität.
Schritt 3: Anschließend kann das Paket „dkms“ (Dynamic Kernel Module Support) installiert werden, damit Linux bei einem Update selbstständig Kernel-Module für Virtual Box bauen kann.
Schritt 4: Danach lässt sich Virtual Box mitsamt allen Abhängigkeiten, Entwicklungswerkzeugen und Header-Dateien installieren, durch Eingeben von:
yum install VirtualBox-4.3
Schritt 5: Das zughörige Extension-Pack installieren Admins direkt mit dem VBoxManage-CLI:
VBoxManage extpack install <Extensio-Pack>
Dieses müssen sie aber zuvor in einer plattformunabhängigen, zur installierten Virtual-Box-Version passenden Variante von der Download-Seite herunterladen.
Schritt 6: Für den Einsatz von phpVirtualBox benötigt man zudem den Apache-Web-Server mit PHP-Unterstützung:
yum install httpd php php-common
Zum Starten des Web-Servers dient der Befehl:
systemctl start httpd
Soll Apache bei jedem Systemstart automatisch starten, geben ist noch Folgendes
einzugeben:
systemctl enable httpd
Schritt 7: Ist das geschehen, kann das Paket „phpvirtualbox-4.3-1.zip“ herunter geladen und das ZIP-Archiv im „Document-Root“ des Web-Servers entpackt werden, unter
/var/www/hmtl
Schritt 8: Anschließend legen Administratoren einen neuen Benutzer für den Betrieb von Virtual Box an, der Mitglied der Gruppe „vboxusers“ ist:
Sie benutzen dabei den Benutzernamen „vbox“ und das Passwort „pass“, können sie phpVirtualBox sofort einsetzen, weil diese Kombination den voreingestellten Account-Daten in der Konfigurationsdatei von phpVirtualBox entspricht.
Schritt 9: Diese muss vor der ersten Benutzung aus „config.php-example“ in „config.php“ umbenannt und bei der Gelegenheit mit individuellen Account-Daten ausgestattet werden.
Schritt 10: Danach lässt sich phpVirtualBox unter der URL
http://<Server mit VirtualBox>/phpvirtualbox/
an dem Desktop-PC aufrufen. Nun können ist der Virtual-Box-Server im Browser steuerbar.
Das PHP-Interface unterscheidet sich optisch und funktional kaum von der originalen „Qt“-Oberfläche. Der Bildschirmzugriff auf die VMs erfolgt mit einem beliebigen RDP-Client. Voraussetzung ist, dass das Extensionpack installiert ist und dass im Konfigurationseditor im Bereich „Anzeige“ der jeweiligen VM im Tab „Fernsteuerung“ der RDP-Server aktiviert ist. Port und Authentisierungsmethode lassen sich individuell festlegen.
Stand: 08.12.2025
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* Thomas Drilling ist freier Autor und veranwortet das periodisch erscheinende Magazin "Erfolgreich virtualisieren" vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft, aus dem dieser Beitrag stammt.