Server Monitoring im Zeichen von Virtualisierung und Cloud – Teil 1

Neue Anforderungen an die Server-Überwachung

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Auslastung ist ungleich belastet

Hinzu kommt: Physische Server werden meist mit weniger als 15 Prozent der CPU-Last betrieben. Sie haben somit genügend Reserven für Lastspitzen.

Bei der Virtualisierung werden gering ausgelastete Server zusammen auf einen Host gepackt. Werden beispielsweise zehn physische Server, die jeweils eine Auslastung von 10 Prozent aufweisen, zusammen auf einen gleichstarken Host gebracht, so sorgt das für eine Konsolidierungsrate von 10:1. Doch der nun verbleibende Host mit den zehn virtuellen Gästen kann Lastspitzen kaum mehr abfedern.

Daher gilt: Der Aspekt der Laufzeitoptimierung war für physische Server aufgrund der geringen Auslastung oftmals kein Kriterium. Beim Einsatz von virtuellen Systemen wird die Laufzeitoptimierung zu einem zentralen Punkt der Virtualisierung. Mitunter hilft es, die virtuellen Maschinen so zu gruppieren, dass sie nie gleichzeitig ihre Lastspitzen haben.

Memory Overcommit und Ballooning

Ähnlich verhält es sich bei der Überwachung und Auslastung des Speichers. Die drei führenden Hypervisoren von VMware, Microsoft und Citrix unterstützen alle eine Mehrfachzuweisung des Speichers (Memory Overcommit).

Zwar sind die Implementierungen der Anbieter unterschiedlich, ihre Zielsetzung aber ist vergleichbar. Sie alle wollen durch eine optimale Zuweisung des physischen Speichers an den virtuellen Gast für eine bessere Auslastung der Speicher-Ressource sorgen.

Theoretisch lässt sich jeder virtuellen Maschine weitaus mehr Speicher zuweisen als sie jemals zum Lauf benötigt. Ein einfaches Prüfprogramm mag dann zum Schluss kommen, dass die virtuelle Maschine keinen Speicherengpass hat.

Da der Speicher allerdings mehrfach zugewiesen wurde, muss der Hypervisor durch Swapping (oder Paging) die jeweils benötigten Speicheranteile von der Platte laden und dafür eine andere Speicherseite freischaufeln. Swapping aber bremst immer die Leistung aus. Bei VMware vSphere führt das zum Aufblasen (Ballooning) des Speichers (siehe: Link unten und Bild 2).

Somit gilt:

Die Überwachung virtueller Strukturen hat mit dem traditionellen Server-Monitoring nur wenig gemeinsam. Die über Jahre praktizierten Verfahren und Werkzeuge werden sich ändern müssen. Die Flexibilität der Virtualisierung und des Cloud Computing erfordert angepasste Verwaltungs-Tools und Prozesse.

Der Autor:

Johann Baumeister ist freier Autor in München.

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:2050675)