Zwei Meilensteine definieren derzeit die Richtung, die Unternehmen im Produktionsumfeld beim Thema Nachhaltigkeit einschlagen müssen: Der eine ist der Digitale Zwilling, der andere der Digitale Produktpass.
Cloud-basierte Datenplattformen unterstützen die Dokumentation von Lieferketten und das Herstellen von Datentransparenz – Voraussetzungen für den Digitalen Zwilling und den Digitalen Produktpass.
(Bild: OleCNX - stock.adobe.com)
Der Digitale Zwilling dient im Industrie-4.0-Umfeld vor allem dazu, Vorabtests, kostengünstige Predictive-Maintenance-Analysen oder komplette virtuelle Inbetriebnahmen zu realisieren. Er unterstützt Unternehmen außerdem bei der Erstellung und Optimierung von Prozessen. Laut der aktuellen Capgemini-Studie „Digital Twins: Adding Intelligence to the Real World” bietet er außerdem die einzigartige Gelegenheit, profitables Wachstum und Nachhaltigkeit in Einklang zu bringen.
Dies geschieht etwa durch die Optimierung des Energieverbrauchs in Produktionsanlagen, die Einführung von Assistenzsystemen für die Entwicklung nachhaltiger Produkte oder das Monitoring von Nachhaltigkeitsindikatoren während des gesamten Lebenszyklus eines Erzeugnisses. Es ist auch möglich, die Lieferkette nach Nachhaltigkeitsaspekten zu gestalten. So lässt sich ein energie- und emissionsoptimiertes Liefermodell identifizieren, das den CO2-Fußabdruck eines Produktes reduziert.
Grüne und digitale Transformation
Im Gegensatz zum Digitalen Zwilling befindet sich der Digitale Produktpass (DPP) erst in der Entstehung. Die Idee dahinter: Endverbraucher sind damit in der Lage, alle relevanten Daten über eine bestimmte Ware mit wenigen Klicks abzurufen und folglich eine fundierte Kaufentscheidung zu treffen.
Auch die Beteiligten der Wertschöpfungskette genießen die Vorteile des DPP. So profitieren etwa Hersteller, indem sie Betriebs- und Gebrauchsanleitungen in der jeweils aktuellen Landesfassung bereitstellen können. Entsorgungsfirmen erhalten die Möglichkeit, umwelt- und ressourcenschonendes Recycling durchzuführen. Öffentliche Stellen sind in der Lage zu überprüfen, ob die Verantwortlichen der Lieferkette die örtlichen, aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen einhalten. Oder Handwerker erhalten Informationen, wie sie ein Bauteil am besten verbauen oder schonend reparieren.
Der DPP ist nicht nur ein wirkungsvolles Werkzeug, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Er bietet Unternehmen auch Chancen, nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu erzielen, indem er etwa Türen zu neuen Geschäftsmodellen öffnet. Konkret bedeutet das, dass der Digitale Produktpass künftig Produktinformationen, darunter über verwendete Rohstoffe oder Recycling-Möglichkeiten, und Betriebsanleitungen bündelt und über den gesamten Lebenszyklus transparent abrufbar macht.
Außer Produktname und Produzent, Eigenschaften und Herstellungsort können darin Angaben zu umweltbezogenen und sozialen Indikatoren – etwa zum CO2-Fußabdruck oder zur Einhaltung des Lieferkettengesetzes – enthalten sein. „Seine Bedeutung für die Interaktion und den Informationsfluss zwischen den Markteilnehmern kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden und hat einen massiven Einfluss auf das gesamte ökonomische Handeln. So trägt der digitale Produktpass entscheidend zur Umsetzung der grünen und digitalen Transformation bei“, so eine Aussendung des Deutschen Instituts für Normung (DIN) , das gemeinsam mit der DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik gerade daran arbeitet, harmonisierte Europäische Normen zum System des Digitalen Produktpasses zu entwickeln.
Transparenz über Datenquellen hinweg
Die beiden Nachhaltigkeits-Treiber – Digitaler Zwilling und Produktpass – funktionieren allerdings nur dann, wenn alle damit verbundenen Informationen entlang der gesamten Lieferkette lückenlos vorhanden sind. Die Praxis zeigt jedoch, dass es genau hier deutlich Luft nach oben gibt. Das hat mehrere Gründe.
So sind beispielsweise die benötigten Dokumente oft in manuell verwalteten Silos geparkt, etwa auf Netzlaufwerken. Der Austausch passiert meist via E-Mail-Anhängen. Dass dieser Ansatz fehleranfällig und zeitaufwendig ist, liegt auf der Hand. Zudem fehlt eine Plattform, die alle Player der Lieferkette vereint und diesen jederzeit eine Übersicht davon gibt, welche Aufgaben anstehen, die für die Erfüllung der Nachhaltigkeitsziele wesentlich sind.
Es braucht also ein System, das alle benötigten Datenquellen integriert und die relevanten Informationen den berechtigten Personen jederzeit und überall zur Verfügung stellt. Außerdem soll es sich einfach und schnell entlang der Lieferkette ausrollen lassen und all jene Werkzeuge und Workflows unter einem Dach vereinen, die die Zusammenarbeit in einem der Nachhaltigkeit verpflichteten Ökosystem erleichtern oder gar erst ermöglichen. Diese Art von Systemen existieren bereits, etwa in Form einer Lieferantenmanagementsoftware, die auf die Kooperation im Industrieumfeld spezialisiert ist.
Abgestimmt auf globale Lieferketten
Einen Teil der genannten Voraussetzungen erfüllt das Managementsystem durch seine Cloud-Basis. Statt in diversen Silos verteilt, sind hier alle Informationen in einer gemeinsamen Datenumgebung vereint. Die Verantwortlichen sind damit nicht nur in der Lage, die für den Digitalen Produktpass notwendige Gesamtdokumentation zuverlässig und sicher zu erstellen. Sie greifen auch mit diversen Endgeräten auf die von ihnen benötigten Unterlagen zu jedem Zeitpunkt und von jedem Ort aus zu, was bei zunehmend globalen Lieferketten ein Muss ist. Cloud-Technologie spielt ihre Stärken außerdem bei der raschen und unkomplizierten Integration aller Player der Lieferkette aus, denn eine aufwendige Installation im Rechenzentrum entfällt.
Stand: 08.12.2025
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Die weiteren Herausforderungen meistert das Lieferantenmanagementsystem durch die Integration von Workflows, welche die Zusammenarbeit erleichtern. Dazu gehört etwa die effiziente Abwicklung von Abstimmungs-, Prüf- und Freigabeprozessen. Ein grafischer Prozesseditor dient dazu, dass auch Mitarbeitende aus Fachabteilungen die Möglichkeit haben, Workflows zu erstellen und anzupassen.
Last, but not least bietet das Lieferantenmanagementsystem umfassende Sicherheitsmaßnamen, wenn es darum geht, die oft vertraulichen Informationen zu schützen. Dazu gehören ein intelligentes Rechte- und Rollenkonzept für unterschiedliche Nutzergruppen, eine Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Log-in sowie das hohe Sicherheitslevel zertifizierter europäischer Cloud-Provider.
Unternehmensübergreifende Dokumentenlenkung
Mit einem modernen, cloud-basierten Lieferantenmanagementsystem lässt sich die gesamte Lieferkette vom Sublieferanten bis zum Endkunden während des kompletten Produktlebenszyklus digital abbilden. Damit sind Unternehmen in der Lage, eine vollständige, normen- und richtlinienkonforme Gesamtdokumentation sowie höchste Datentransparenz herzustellen – die Voraussetzungen für den Digitalen Zwilling und den Digitalen Produktpass. Auf diese Weise leisten Betriebe einen wesentlichen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit und genießen zugleich entscheidende Wettbewerbsvorteile.
* Der Autor Andreas Dangl ist Entrepreneur und Geschäftsführer der Fabasoft Approve GmbH. In seiner Funktion unterstützt er Unternehmen aus der Industrie bei der Einführung von smarter Software zum Managen technischer Daten und Dokumente.