Laurent Curny, Area Vice President, Germany, Austria & CEE, Verizon Enterprise Solutions im Interview

Mit Due-Diligence den richtigen Cloud-Provider finden

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Lassen sich Single-Sign-On-, Federated-IAM- und ID-Governance am besten in Form eines Cloud- oder Hybridmodells bereitstellen?

Curny: Was früher ein geschlossenes lokales Netzwerk war, ist im Unternehmen von heute ein global verbundenes Netz aus Menschen und Endgeräten. Mehrfache Benutzeridentitäten und Zugangspunkte lassen sich immer schwerer verwalten und erhöhen das Risiko von Sicherheitsverletzungen. Durch zunehmende Verknüpfung mit externen Usern wie Partnern, Zulieferern und Anbietern steigt das Risiko weiter.

Identity and Access Management (IAM) gestaltet das Verwalten von Benutzerzugangsdaten effizienter und sicherer, denn es fasst Netzwerkzugangsprivilegien für Mitarbeiter, Partner, Zulieferer und Anbieter unabhängig von Device und Standort zentral zusammen. Allerdings ist IAM-Software nicht ganz das, was der Hype verspricht. Häufig gibt es organisatorische Grabenkämpfe mit entsprechend langen Implementierungszeiten bei der Integration einzelner Anwendungen; Entwicklung und Wartung können sehr aufwendig sein. Das bedeutet: Es dauert, bis der Nutzen erkennbar wird. Aufgrund der anfänglichen Einrichtungskosten sind die Betriebskosten hoch, ebenso das Verhältnis von Services zu Lizenz, nicht zu vergessen der Bedarf an speziell ausgebildetem Supportpersonal.

Cloud-basiertes IAM kann diese Problematik deutlich abschwächen. Es sorgt für wegweisende Sicherheit, während gleichzeitig die Notwendigkeit für zusätzliche Hard- und Software entfällt. Weiter kann man – wie bei den meisten Cloud-Services – davon ausgehen, dass alles schnell einsatzbereit ist.

Federated Identity

Verbundene Identität (Federated Identity) kann den Aufwand beim User-Zugangsmanagement weiter reduzieren, weil sie system- und firmenübergreifend die Authentifizierung ermöglicht. Zwischen Systemen wird eine Vereinbarung über gegenseitiges Vertrauen geschlossen, der Benutzer braucht sich nur einmal einzuloggen, die Authentifizierung wird zwischen den vertrauenswürdigen Systemen weitergegeben. Federated Identity verringert nicht nur die Zahl der Berechtigungsnachweise, die sich ein Benutzer merken muss, sie beschleunigt auch den Zugang zu kritischen Systemen. Das kann allerdings die Komplexität der Sicherheit erhöhen, da jedes System vertrauenswürdige Links zu den anderen Systemen herstellen und so ein Netz von Verbindungen aufbauen muss.

Cloud-basiertes AIM agiert wie ein Broker und nimmt der Federated Identity die Komplexität. Wie eine Achse mit Speichen ermöglicht es die Authentifizierung zwischen Systemen. Neue "Speichen" lassen sich schnell und einfach hinzufügen, ganz gleich, ob es sich um zusätzliche interne oder neue Systeme aufgrund von Partnerschaften oder Fusionen handelt.

Zugleich können Unternehmen mit einer Cloud-basierten IAM-Lösung rasch mit dem Zugangsmanagement beginnen; Kosten und Risiken sind gedeckelt. Durch die Kombination von IAM-Experten und einer IAM-Infrastruktur auf Best-Practice-Basis können Unternehmen ihre Sicherheitsziele schneller und preisgünstiger als bei einer Inhouse-Lösung erreichen. Weiter lassen sich neue User schnell einbinden, wodurch sie unmittelbar zum Unternehmenserfolg beitragen können.

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