Europas Sicherheit im Datenraum Mit Daten zur Stärke: Intelligente Infrastruktur für die Royal Air Force

Ein Gastbeitrag von Sebastian Mayr* 5 min Lesedauer

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Die Royal Air Force nutzt fortschrittliche Datenmanagementsysteme, um aus riesigen Datenmengen wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen und die Verteidigungsstrategien in Europa zu stärken. NetApp unterstützt dabei mit intelligenter Dateninfrastruktur.

Mit intelligenter Dateninfrastruktur von NetApp optimiert die britische Royal Air Force ihre Einsatzfähigkeit und stärkt im NATO-Verbund Europas Sicherheit.(Bild:  © UK MOD Crown Copyright 2024)
Mit intelligenter Dateninfrastruktur von NetApp optimiert die britische Royal Air Force ihre Einsatzfähigkeit und stärkt im NATO-Verbund Europas Sicherheit.
(Bild: © UK MOD Crown Copyright 2024)

Europas Sicherheitsgefüge verändert sich: Die geopolitischen Spannungen wachsen und neue Bedrohungen werden immer schwieriger vorherzusehen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Fähigkeit an Bedeutung, schnell und präzise auf Vorfälle reagieren zu können. Wie moderne Dateninfrastrukturen die militärische Einsatzfähigkeit in Europa voranbringen können, zeigt die Royal Air Force (RAF) in Großbritannien: Sie nutzt fortschrittliche Datenmanagementsysteme, die aus riesigen Datenmengen sicherheitsrelevante Informationen und Erkenntnisse gewinnen und damit die Verteidigungsstrategien für Europa stärken.

Datengetriebene Aufklärung: Sensorfusion im Einsatz

Die Royal Air Force betreibt am nordostschottischen Stützpunkt Lossiemouth eine Flotte von P-8 Poseidon-Flugzeugen, die mit leistungsfähiger Sensorik ausgestattet sind. Die Seefernaufklärer überwachen britische sowie internationale Gewässer und identifizieren potenzielle Bedrohungen – sowohl über als auch unter der Wasseroberfläche. Sie sind mit einem APY-10-Radar ausgestattet, das hochauflösende Kartierungen erlaubt und akustische Sensorsysteme umfasst, die aktive, passive und multistatische Sonarbojen nutzen. Eine elektrooptische/IR-Plattform sowie elektronische Unterstützungsmaßnahmen (ESM) liefern zusätzliche Lageinformationen.

Die integrierten Sensoren mit ihren umfangreichen Such- und Verfolgungsfähigkeiten sind entscheidend, um Unterwasserziele zu sichten – sei es für die U-Boot-Jagd (ASW, Anti-submarine Warfare) oder, um kritische Infrastruktur unter der Wasseroberfläche zu sichern.

Bei jeder Mission erfassen die Sensoren an Bord Radarimpulse, akustische Sonarsignale, Telemetrie- und Navigationsdaten sowie optische Bilddaten, insgesamt mehrere Terabytes an Rohmaterial. Die anschließende Herausforderung: die enormen Mengen an unstrukturierten Daten aus verschiedenen Quellen zusammenzuführen, sicher zu speichern und automatisch zu verschlagworten, effizient zu verarbeiten und schließlich in Echtzeit zu analysieren. Das Ziel: auf dieser Grundlage schnelle und fundierte Entscheidungen treffen zu können.

Sicherer Datenhub für unstrukturierte Informationen

Die Aufklärungsflotte der Royal Air Force überwacht Seegebiete rund um Großbritannien. Die P-8 Poseidon nutzt moderne Dateninfrastruktur, um sicherheitsrelevante Informationen in Echtzeit zu analysieren.(Bild:  UK MoD Crown Copyright 2022)
Die Aufklärungsflotte der Royal Air Force überwacht Seegebiete rund um Großbritannien. Die P-8 Poseidon nutzt moderne Dateninfrastruktur, um sicherheitsrelevante Informationen in Echtzeit zu analysieren.
(Bild: UK MoD Crown Copyright 2022)

Dafür nutzt die Royal Air Force eine softwaredefinierte Lösung, mit dem Objektspeicher NetApp StorageGRID als zentralem Datenhub, der Informationen sicher mit allen relevanten Akteuren teilt. Er bietet native Unterstützung für S3-APIs und erlaubt automatisiertes Lifecycle-Management.

So werden unstrukturierte Daten kosteneffektiv über den gesamten Lebenszyklus hinweg gespeichert und geschützt. Die für die Royal Air Force konfigurierte Lösung integriert sich nahtlos in bestehende Systeme und bietet eine flexible Skalierbarkeit, die steigenden Anforderungen gerecht wird.

Datensicherheit auf militärischem Niveau

Zudem unterstützt die intelligente Dateninfrastruktur Lagebilder und Entscheidungsprozesse in Echtzeit und erfüllt gleichzeitig höchste Anforderungen an Cyber- sowie Datensicherheit und Resilienz. Sowohl im Ruhezustand als auch während der Übertragung werden alle Daten verschlüsselt. Dafür verwendet die Royal Air Force AES‑256-Standards und TLS 1.3. Granulare, rollenbasierte Zugriffskontrollen (RBAC) legen genau fest, wer auf welche Inhalte zugreifen darf.

Über Erasure Coding und verteilte Datenreplikation bleiben Informationen auch bei Systemausfällen erhalten. Die Sicherheitsarchitektur basiert auf einem Zero-Trust-Modell, ergänzt durch kontinuierliches Telemetrie-Monitoring, inklusive Anomalieerkennung und Alerting. So entsteht eine in sich geschlossene Sicherheitsinfrastruktur, validiert für den militärischen Einsatz.

Cloud-nativer Kern – StorageGRID

Die RAF setzt bei ihrer Dateninfrastruktur auf NetApp StorageGRID – einen softwaredefinierten Objektspeicher mit nativer S3-Integration. Die Plattform verbindet elastische Skalierbarkeit mit Cloud-nativen Sicherheits- und Governance-Funktionen. AES-256-Verschlüsselung, TLS 1.3, rollenbasierte Zugriffskontrolle sowie Erasure Coding und georedundante Replikation sorgen für höchste Resilienz.

Über das Air Content Hosting and Access Network (Air CHAN) ist StorageGRID zudem nahtlos in die geschützten Defence-Netzwerke eingebunden und interoperabel mit NATO-Systemen. Damit dient es in Lossiemouth als Datenhub für die Poseidon-Flotte – ein Szenario, das zeigt, wie Cloud-native Architekturen auch in sicherheitskritischen Umgebungen maximale Effizienz und Verfügbarkeit ermöglichen.

Optimiertes Datenmanagement – verbesserte Operationen

Dank der innovativen Datenmanagement-Lösung hat die Royal Air Force ihre Operationen verbessert. Seit StorageGRID implementiert ist, hat sich die Zeitspanne von der Datenerfassung bis zur Analyse von Tagen auf Stunden oder sogar Minuten reduziert. Auch die Reaktionszeit hat sich erheblich verkürzt, da die entscheidungsrelevanten Informationen schnell an verteilte Zugriffspunkte bereitgestellt und Daten automatisiert und mit deutlich weniger manuellen Zwischenschritten kuratiert werden.

Dank der intelligenten Nutzung von Daten erhalten die strategischen und taktischen Entscheidungsträger an verteilten militärischen Standorten schnell und nahtlos Zugriff auf sicherheitsrelevante Daten.

Vernetzte Zusammenarbeit mit NATO-Partnern dank intelligenter Infrastruktur

Das ist auch die Voraussetzung für eine reaktionsfähige Einsatzplanung in der Zusammenarbeit mit NATO-Partnern, etwa in der U-Boot-Überwachung: Auf dieser Grundlage können sie rasch fundierte Entscheidungen treffen und ihre Einsatzstrategien entsprechend anpassen. Das verbessert die Koordination und erhöht die Gesamtoperationseffizienz – ein entscheidender Vorteil, wenn es um die Reaktion auf Bedrohungen in Echtzeit geht.

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Lehren für Behörden und kritische Infrastrukturen in Europa

Die Royal Air Force zeigt überzeugend, wie eine praxisorientierte Implementierung moderner Dateninfrastruktur die Einsatzfähigkeit einer komplexen, verteilten Organisation nachhaltig verbessern kann. Jedoch bieten die Erfahrungen in Lossiemouth nicht nur im militärischen Kontext wegweisende Lehren – auch für Behörden und andere kritische Infrastrukturen in der Europäischen Union (EU) können sie Modell stehen.

Denn eine zentralisierte Objektspeicherarchitektur kann auch in zivilen Bereichen wie der Energieinfrastruktur oder dem Grenzschutz erhebliche Effizienz- und Sicherheitsgewinne bringen. Die Voraussetzung dafür: Moderne, softwaredefinierte Speichersysteme, die große, heterogene Datenmengen in verteilten Umgebungen verwalten können und über offene Schnittstellen wie REST und S3 interoperabel sind. Das schafft die technologische Grundlage für eine koordinierte Zusammenarbeit und kürzere Reaktionszeiten, sowohl national als auch im Verbund mit europäischen Partnern.

Fazit: Datenintelligenz als Schlüssel zu Europas Sicherheit

Für militärische und zivile sicherheitskritische Akteure in Europa ist das Beispiel der intelligenten Dateninfrastruktur für die Royal Air Force ein technologischer Maßstab – und ein Beleg dafür, dass die intelligente Nutzung von Daten entscheidend für moderne Einsatzkonzepte und die Stärkung der militärischen Einsatzfähigkeit Europas ist.

Die Lehren aus dieser langfristigen und skalierbaren Kooperation zwischen der RAF und NetApp: Organisationen sollten ihre eigenen Datenstrategien optimieren, um auf dieser Basis die Sicherheit Europas zu stärken und die Erkenntnisse auch für zivile und länderübergreifende Projekte nutzbar zu machen. Die Zeit für den Wandel ist jetzt – und die Technologie ist bereit, diesen Wandel zu unterstützen.


* Der Autor Sebastian Mayr ist Senior Account Manager Bundeswehr/BWI bei NetApp und verantwortet die Zusammenarbeit mit den deutschen Streitkräften im Bereich moderner Dateninfrastrukturen. Zuvor war er mehrere Jahre bei Airbus Defence and Space sowie Airbus Helicopters in leitenden Key-Account- und Programm-Management-Positionen tätig, unter anderem für Future Combat Air System (FCAS) und militärische Forschungs- und Technologiesysteme.

Bildquelle: NetApp

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