EU-Kommission droht mit Strafe Microsoft trennt Teams weltweit von Office

Von Marvin Djondo-Pacham 2 min Lesedauer

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Microsoft wird zukünftig die Chat-App Teams weltweit getrennt von Office 365 vertreiben. Der US-Software-Gigant versucht so, einer Kartellstrafe der EU-Kommission aus dem Weg zu gehen. Die europäischen Behörden haben das Unternehmen bereits seit einer Beschwerde des Konkurrenten Slack 2020 im Visier.

Microsoft trennt Teams aus den Office-Paketen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Microsoft trennt Teams aus den Office-Paketen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Die Microsoft Applikation Teams wird in Zukunft auch separat von Office 365 erhältlich sein. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, will das US-Unternehmen so einer Strafe der EU-Kommission entkommen. Diese ermittelt seit einer Beschwerde des Konkurrenten Slack im Jahr 2020. In der Beschwerde heißt es, die Kopplung von Teams an Office 365 sei rechtswidrig und verschaffe Microsoft einen unfairen Wettbewerbsvorteil.

Beschwerden erfolgreich

„Fernkommunikations- und Kooperationsinstrumente wie Teams sind für viele Unternehmen in Europa unverzichtbar geworden. Wir müssen daher sicherstellen, dass die Märkte für diese Produkte wettbewerbsoffen bleiben und die Unternehmen frei wählen können, welche Produkte ihren Bedürfnissen am besten entsprechen“, so EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager nach Slacks Beschwerde.

Das Karlsruher IT-Unternehmen Alfaview erhebt ähnliche Vorwürfe gegen die Amerikaner. Das Unternehmen bietet ein Online-Meeting-Tool an, ist also ebenfalls ein direkter Konkurrent von Microsoft. Nach mehreren Gesprächen mit dem Windows-Hersteller zog sich Alfaview jedoch aus den Verhandlungen zurück.

Microsoft hätte „kein ernsthaftes Interesse daran gezeigt, Teams aus der 365-Suite zu entkoppeln und das Produkt zu einem Preis anzubieten, der die tatsächlichen Kosten widerspiegelt“, wie Alfaview offiziell bekannt gab. Es folgten zwei kartellrechtliche Beschwerden im Dezember 2021 und Juli 2022

EU hat Microsoft weiter im Visier

Als Reaktion auf die Ermittlungen wurde Teams bereits im letzten Oktober von den Office-Paketen entkoppelt. Allerdings nur in der EU und der Schweiz. Nun soll die Entkoppelung weltweit stattfinden. Ob diese Veränderung die EU-Kommission ruhigstellen wird, bleibt abzuwarten. Bei Verurteilung drohen Strafen von bis zu 10 Prozent des weltweiten jährlichen Umsatzes. Bereits 2,2 Milliarden Euro musste Microsoft an Strafzahlungen leisten.

Nach der Entkoppelung innerhalb der EU und der Schweiz folgt nun die globale Auflösung der Verbindung. „Um Klarheit für unsere Kunden zu gewährleisten, weiten wir die Schritte, die wir letztes Jahr unternommen haben, Teams von M365 und O365 im Europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz zu entbündeln, auf Kunden weltweit aus“, sagte ein Microsoft-Sprecher.

Ein Einbruch der Nutzerzahlen ist laut Marktexperten nicht zu erwarten, da die Applikation bei einer Vielzahl von Unternehmen ein fester Bestandteil der Arbeitsprozesse ist.

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