Studie: Steigender Kostendruck in der IT Firmen sehen hohes Einsparpotenzial im Applikationsportfolio

Von Bernhard Lück 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Kostendruck auf die IT nimmt in vielen Unternehmen zu. Gleichzeitig fehlt es oft an belastbaren Daten, um Applikationslandschaften gezielt zu optimieren. Das zeigt der „SAP LeanIX IT Cost Optimization Survey 2025“, für den weltweit Enterprise-Architekten befragt wurden.

52 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass jährlich mindestens zehn bis 20 Prozent ihres IT-Budgets vermeidbar sind.(Bild:  SAP LeanIX)
52 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass jährlich mindestens zehn bis 20 Prozent ihres IT-Budgets vermeidbar sind.
(Bild: SAP LeanIX)

Der SAP LeanIX IT Cost Optimization Survey 2025 kommt zu dem Ergebnis, dass der Spardruck auf IT-Abteilungen in den vergangenen zwei Jahren deutlich gestiegen ist. 85 Prozent der befragten Unternehmen berichten von einer zunehmenden Erwartung, IT-Ausgaben zu reduzieren. Für das Jahr 2026 rechnen 70 Prozent der Teilnehmer mit weiter wachsendem Druck aus dem Management.

Die Studie basiert auf einer Onlinebefragung von 225 Verantwortlichen für Enterprise-Architektur (EA) aus dem weltweiten Kundenumfeld von SAP LeanIX. Ziel war es, Einblicke in Einsparpotenziale, bestehende Hürden und den Stand der Applikationsrationalisierung zu gewinnen.

Hoher Anteil vermeidbarer IT-Ausgaben

Ein zentrales Ergebnis der Erhebung betrifft den Umfang nicht notwendiger IT-Kosten. Laut Studie gehen 52 Prozent der Befragten davon aus, dass jährlich mindestens zehn bis 20 Prozent ihres IT-Budgets vermeidbar sind. In knapp einem Drittel der Unternehmen liege dieser Anteil sogar oberhalb von 20 Prozent.

Als Hauptursachen nennen die Enterprise-Architekten redundante Applikationen und technische Schulden. Rund 60 Prozent sehen hier die größten Kostentreiber. Zusätzlich tragen nach Einschätzung von fast der Hälfte der Befragten überdimensionierte oder unzureichend genutzte SaaS-Lizenzen erheblich zu unnötigen Ausgaben bei.

Vor diesem Hintergrund steht die Analyse und Optimierung von Applikationsportfolios in vielen Unternehmen bereits auf der Agenda. Mehr als die Hälfte der Organisationen hat entsprechende Programme zur Applikationsrationalisierung initiiert oder abgeschlossen, weitere 40 Prozent planen entsprechende Maßnahmen.

Zusammenarbeit und Datenlage als Bremsfaktoren

Trotz des hohen Problembewusstseins verläuft die Umsetzung laut Studie häufig schleppend. 61 Prozent der Befragten sehen Defizite in der Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen als größte organisatorische Hürde. Entsprechend bewerten 82 Prozent den Entscheidungsprozess rund um das Applikationsportfolio als zeitaufwendig und schwierig.

Neben organisatorischen Aspekten erschwert vor allem die unzureichende Datenlage eine zielgerichtete Kostenoptimierung. Viele der für Portfolioentscheidungen relevanten Informationen stehen nach Angaben der Teilnehmer nur teilweise oder gar nicht zur Verfügung. Das betrifft nicht nur technische oder fachliche Zuordnungen, sondern auch grundlegende Angaben wie die Eigentümerschaft von Applikationen.

Besonders kritisch ist die Situation bei der Kostentransparenz: Informationen zur Total Cost of Ownership (TCO) von Anwendungen sind laut Studie am seltensten verfügbar. In 77 Prozent der Unternehmen haben die Verantwortlichen derzeit keinen Zugriff auf entsprechende Daten, obwohl diese als entscheidungsrelevant eingestuft werden.

TCO-Daten gelten als Schlüssel für schnellere Entscheidungen

Der hohe Stellenwert von TCO-Informationen zeigt sich deutlich in den Erwartungen der Befragten. Rund 90 Prozent gehen davon aus, dass transparente und vollständige Kostendaten den Prozess der Applikationsrationalisierung beschleunigen würden. In der Praxis scheitert dies häufig daran, dass Kosteninformationen auf unterschiedliche Systeme verteilt sind und nicht in einer zentralen Datenquelle erfasst werden.

Als möglicher Ansatzpunkt wird das bestehende Enterprise-Architecture-Tool gesehen. Zwei Drittel der Befragten halten es für geeignet, als zentrale Plattform für Applikations- und Kostendaten zu dienen. Eine solche zentrale Datenbasis könnte nach Einschätzung der Teilnehmer nicht nur Entscheidungsprozesse verkürzen, sondern auch das gemeinsame Verständnis zwischen IT und Business verbessern.

Ein stärkerer geschäftsorientierter Blick auf die Applikationslandschaft gilt laut Studie zudem als Voraussetzung, um Investitionen – etwa in neue Technologien wie generative KI – aus bestehenden Budgets zu finanzieren, ohne die Kostenstruktur weiter zu belasten.

(ID:50673100)

Jetzt Newsletter abonnieren

Täglich die wichtigsten Infos zu Cloud Computing

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung