Software-Lizenzmodelle

Kaufen, Mieten oder Abstauben?

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Der Unsicherheitsfaktor

Peter Heidkamp, Head of Technology der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG, kommt im aktuellen „Cloud Monitor 2015“ des IT-Branchenverbandes Bitkom zu dem Schluss, dass Deutschland in der Cloud angekommen ist. Tatsache ist: 44 Prozent der Unternehmen in Deutschland setzen Cloud Computing ein und weitere 24 Prozent diskutieren den Einsatz. Mitarbeiter, die viel unterwegs sind, schätzen die räumliche Unabhängigkeit dieser Dienste.

Auch wenn sich Cloud-Nutzer der Vorteile bewusst sind, herrscht bei mehr als 50 Prozent der Befragten weiterhin Unsicherheit: Sind die Daten wirklich sicher? Oder ist es nur eine Frage der Zeit, bis US-Behörden sensible Informationen „aus Sicherheitsgründen“ überprüfen? Dies bestätigt jedenfalls die aktuelle Studie „IT-Sicherheit und Datenschutz 2015“ der „Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V.“ (NIFIS): Diese kommt zu dem Schluss, dass deutsche Unternehmen Cloud-Anbietern nur dann vertraut, wenn sie restriktiven Datenschutzgesetzen unterliegen.

US-Anbieter fallen spätestens seit dem Urteil eines US-amerikanischen Bundesrichters aus dem letzten Jahr in Sachen „Vertrauen“ durch: Amerikanische Internet-Unternehmen sind demnach verpflichtet, den US-Behörden auch dann Zugang zu E-Mails und gespeicherten Informationen zu geben, wenn diese nicht auf Servern in den USA, sondern im Ausland gespeichert sind. De facto müssen Nutzer US-amerikanischer Cloud-Dienste davon ausgehen, dass ihre sensiblen Daten auch den Behörden zugänglich sind.

Neben den Datenschutzrisiken besteht außerdem die Möglichkeit des Datenverlustes. Unternehmen sind unsicher: Können die eigenen Daten im Falle einer Insolvenz des Anbieters aus der Cloud verschwinden? Was passiert mit den Daten, wenn es zu einem Serverausfall kommt? Und können auch lokal gespeicherte Daten vom eigenen Server beschädigt oder gar gelöscht werden? Auch wenn solche Fälle eher selten eintreten dürften, bleibt der Nutzer hinsichtlich Sicherheit und Verfügbarkeit hochgradig vom Provider abhängig. Unternehmen sollten sich deshalb vorab nicht nur aus Kostengründen, sondern auch aus Sicherheitsgründen wohl überlegen, ob sie sich für cloud-basierte Mietsoftware entscheiden.

Peter Schneider, usedSoft Deutschland GmbH.
Peter Schneider, usedSoft Deutschland GmbH.
(Bild: Hardy Welsch / usedSoft)

* Der Autor Peter Schneider ist Geschäftsführer der usedSoft Deutschland GmbH.

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