Wie steht es um die Digitalisierung in der Industrie und in mittelständischen Unternehmen? Was ist aus dem Experiment der smarten Fabrik geworden? Eine Einschätzung des SEF Smart Electronic Factory e.V.
Industrie 4.0: Nach dem anfänglichen Hype ist es still geworden um die Digitalisierung in Deutschland. Ist sie gescheitert?
(Bild: Image by Gerd Altmann from Pixabay / Pixabay)
Der Begriff Industrie 4.0 war lange in aller Munde. Jetzt scheint er jedoch aus dem Fokus der Medienlandschaft verschwunden zu sein. Doch bedeutet das ein Scheitern bzw. das Ende der vierten industriellen Revolution?
„Nein, es gibt vielmehr eine Weiterentwicklung und Differenzierung der ursprünglichen Idee", erklärt Ulrike Peter, Pressesprecherin von SEF Smart Electronic Factory e.V., einem Verein, der sich auf die Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen konzentriert. „Digitalisierung in der Industrie ist heute relevanter denn je, auch wenn der Begriff Industrie 4.0 an Sichtbarkeit verloren hat.“
Die Vision Industrie 4.0
In der Anfangsphase stand Industrie 4.0 für die Vision einer vollständig vernetzten und automatisierten Produktion, in der Maschinen, Anlagen und Systeme intelligent miteinander kommunizieren. Schlüsselkonzepte waren cyber-physische Systeme, das Internet der Dinge (IoT), Big Data und andere. Zielbild war die vollständig smarte Fabrik.
Ulrike Peter, SEF: „Digitalisierung in der Industrie ist heute relevanter denn je, auch wenn der Begriff Industrie 4.0 an Sichtbarkeit verloren hat.“
(Bild: punctum pr-agentur)
Die Digitalisierung schreitet nicht so schnell und konkret voran, wie bei Aufkommen des Begriffs Industrie 4.0 erwartet wurde, aber der digitale Wandel ist im Gange. Anders als frühere industrielle Revolutionen, die durch spezifische technologische Durchbrüche gekennzeichnet waren – zum Beispiel die Dampfmaschine und Elektrizität – ist die vierte industrielle Revolution durch eine andauernde digitale Transformation geprägt, die im Laufe der Zeit eine stärkere Differenzierung erfahren hat.
Die Konzepte und auch Technologien haben sich weiterentwickelt und sind spezifischer geworden. „Das Zielbild der smarten Fabrik weicht zunehmend der Erkenntnis, dass die Digitalisierung kein Big Bang ist, sondern schrittweise erfolgen muss – und vor allem, dass sie kein Selbstzweck ist, sondern insbesondere im Mittelstand echten Nutzen stiften muss. Die Betrachtung ist differenzierter und auch ein Stück weit realistischer geworden“, sagt Peter.
Smarte Fabrik, digitale Zwillinge und mehr
Vor fast einem Jahrzehnt begann der SEF Smart Electronic Factory e.V. mit der Erprobung und Förderung von Projekten rund um Industrie 4.0. „Viele Unternehmen verstanden zwar früh das Potenzial, aber es fehlte lange an konkreten und greifbaren Umsetzungen. Heute jedoch sind die Technologien ausgereift, und es gibt zahlreiche Best-Practice-Beispiele.
Konzepte wie Predictive Maintenance, digitale Zwillinge und KI-gestützte Optimierung sind keine abstrakten Ideen mehr, sondern in vielen Unternehmen bereits im Einsatz. Demnach ist Industrie 4.0 nicht gescheitert, sondern eine sinnvolle Evolutionsstufe, in der unter anderem der Grundstein gelegt wurde für aktuelle Entwicklungen wie Digitaler Produktpass, ESG und die X-Plattformen“, erklärt Peter.
Unabhängig von der Begrifflichkeit steht fest: An der Digitalisierung in der Industrie führt kein Weg vorbei. Was vor einigen Jahren noch als Experiment galt, ist heute strategische Notwendigkeit. Unternehmen, die nicht auf digitale Produktionsprozesse setzen, riskieren, im Wettbewerb zurückzufallen.
Fazit: Die Digitalisierung ist nicht mehr optional, sondern zu einem Muss geworden – auch bedingt durch die zunehmende Vernetzung von globalen Lieferketten, die Abhängigkeit von Echtzeitdaten und die Notwendigkeit, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren. Und der Verein beobachtet dabei eine klare Entwicklung: Der Mittelstand ist zunehmend in der Lage, maßgeschneiderte Digitalisierungslösungen zu implementieren.
* Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Schwesterportal ELEKTRONIKPRAXIS.
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.