Lizenzen für Windows und Microsoft-Desktop-Anwendungen - Vorsicht!

Für Risiken und Nebenwirkungen der Virtualisierung übernimmt Microsoft….

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Mehrere virtuelle Maschinen auf eine, lokalen, physischen Endgerät

Selbst wer lokal auf dem physischen Endgerät Windows in mehr als einer und in maximal vier virtuellen Maschinen betreibt, benötigt SA für die lokale Windows-Lizenz oder aber eine VDA-Lizenz! In letzterem Falle ist jedoch Voraussetzung, dass das physische Endgerät über Windows Professional oder Windows Enterprise lizenziert ist. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass die Nutzung von zwei lokal physisch installierten Windowsinstanzen über einen Dual Boot Mechanismus von Microsoft quasi als „Virtualisierung“ betrachtet wird und hierfür ebenfalls SA voraussetzt.

Es ist offensichtlich, dass die Lizenzierungsregeln im Fall einer virtuellen Bereitstellung des Windows Client-Betriebssystems äußerst kompliziert sind. Zahlreiche Detailfragen sind zu beantworten, beispielsweise in Bezug auf den rechtlichen Eigentümer, den Hauptbenutzer des Endgeräts, den Nutzungsort oder den Gerätetyp. Entsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die tatsächlichen Nutzungsszenarien lizenzrechtlich falsch eingeschätzt werden und es zu einer ungewollten Unterlizenzierung kommt.

Viele Unternehmen scheuen sich aus diesem Grund davor, ihren Anwendern virtuelle Desktops mit Client-Betriebssystem anzubieten. Wo Anwender dennoch einen virtuellen Windows-Desktop benötigen, wird oft die Alternative vorgezogen, den Desktop eines Server-Betriebssystems bereitzustellen.

Terminal Server - die einfache Lizenz

Dieses klassische Konzept der „Terminal Server“ ist weit verbreitet und erfordert für die Endgeräte beziehungsweise für deren Benutzer lediglich Zugriffslizenzen für Windows Server und Windows Remote Desktop Services (RDS). Diese fallen im Übrigen auch an, wenn man virtuelle Maschinen mit dem Client-Windows-Desktop auf Windows-Servern bereitstellt.

Da Lizenzen für Windows-Server ein definiertes Virtualisierungsrecht bereits beinhalten, könnte eine Personalisierung der Server-Desktops über benutzereigene virtuelle Instanzen erfolgen. Unter Berücksichtigung, dass pro Lizenz für Windows Server Standard zwei virtuelle Instanzen betrieben werden dürfen, dürfen bei einer Maschine mit 32 Prozessoren ebenso viele virtuelle Windows-Server-Instanzen bereitgehalten werden (32 Prozessoren = 16 Lizenzen á 2 virtuelle Instanzen).

Obwohl dagegen bei Windows-Server-Datacenter die Anzahl der zulässigen virtuellen Instanzen unbeschränkt ist, ergibt sich bei der Menge der für einen performanten Betrieb notwendigen Prozessoren möglicherweise ein deutlicher Kostennachteil in Bezug auf die Microsoft Lizenzen, da diese Edition fast sieben Mal so teuer ist.

Der Microsoft Multipoint Server

Eine Alternative zur Personalisierung ist der „Microsoft Multipoint Server“, der speziell für den Zweck angeboten wird, Windows-Server-Desktops mehreren Benutzern personalisiert zur Verfügung zu stellen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass auch für dieses Produkt Lizenzkosten für den Server sowie die zugreifenden Geräte oder Benutzer (CAL) anfallen.

Allein in Bezug auf die Microsoft Lizenzen kann der Lösungsansatz „Virtueller Server Desktop“ deutlich kostengünstiger sein, als den Anwendern einen Client-Desktop anzubieten. Das Einsparungspotenzial ergibt sich aus den dauerhaften Zusatzkosten für Software Assurance und gegebenenfalls auch für VDA- und CSL-Mietlizenzen.

Ungeachtet dessen ist aber davon auszugehen, dass der Opportunitätserlös aus dem Verzicht auf virtuelle Client-Desktops nicht unerheblich sein dürfte, denn die lizenzrechtliche Beurteilung, fortlaufende Überwachung und regelmäßige Auswertung derart komplizierter Lizenzbedingungen ist nicht nur sehr aufwändig, sondern beinhalten auch ein nicht zu unterschätzendes Fehlerpotenzial.

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