Digitalisierung in der Fertigung attraktiv machen Fraunhofer IESE geht mit digitalen Datenräumen in die Zukunft

Von Barbara Gribl 3 min Lesedauer

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Das Fraunhofer IESE will mit dem AAS Dataspace for Everybody eine Lösung einführen, die sichere Datenräume für digitale Zwillinge, CO2-Berechnungen und digitale Produktpässe bietet. Dies soll den Weg in der Fertigung zur Industrie 4.0 unterstützen.

Ein Blick in die Zukunft der Fertigung: Moderne Datenräume könnten das Herzstück der Digitalisierung darstellen.(Bild:  lander - stock.adobe.com)
Ein Blick in die Zukunft der Fertigung: Moderne Datenräume könnten das Herzstück der Digitalisierung darstellen.
(Bild: lander - stock.adobe.com)

Die Digitalisierung der Fertigungsindustrie schreitet voran. Sichere und effiziente Datenräume spielen dabei eine zentrale Rolle. Das Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE stellte auf der Hannover Messe 2025 seine neue Lösung vor: Mit dem AAS Dataspace for Everybody sollen Unternehmen digitale Zwillinge, CO2-Berechnungen und digitale Produktpässe realisieren können.

„Während man früher Daten geteilt hat, indem man beispielsweise den Anhang per E-Mail verschickt hat, spielen heute digitale Datenräume eine Rolle, über die man seine Daten zur Verfügung stellen kann“, erklärt Frank Schnicke, Leiter der Abteilung „Digital Twin Engineering“ am Fraunhofer IESE. Hier ist der souveräne Zugriff relevant. Ein Beispiel eines digitalen Datenraums ist der digitale Produktpass, wie er bei Batteriezellen von Elektro-Autos zum Einsatz kommt. „Im digitalen Produktpass, Beispiel Batterie, kann ich viele weitere Elemente, etwa Fertigungs-Know-how, für bestimmte Partner zugängig machen“, erläutert Schnicke weiter. Gleichzeitig könne man aber bestimmen, welcher Partner auf welche Informationen zugreifen kann.

Geschäftsmodell aus Datenraum gewinnen

Nun stellt sich die Frage, wie sich auf dem digitalen Datenraum Geschäftsmodelle entwickeln lassen. „Kauft ein Kunde einen digitalen Produktpass und will etwas simulieren, macht er das eben nicht mehr ‚oldschool‘ per E-Mail, sondern hat dafür nun den Datenraum zur Verfügung – im selben Format für das Produkt, das er gekauft hat“, so Schnicke.

Frank Schnicke, Leiter der Abteilung „Digital Twin Engineering“ am Fraunhofer IESE(Bild:  Fraunhofer IESE)
Frank Schnicke, Leiter der Abteilung „Digital Twin Engineering“ am Fraunhofer IESE
(Bild: Fraunhofer IESE)

Die Kunden können die Fraunhofer-IESE-Lösung erst einmal für sich testen. Verständlich, dass der Kunde zunächst einen möglichst kostengünstigen Zugang möchte, um herauszufinden, welches Geschäftsmodell funktionieren und er größer aufziehen würde.

Vom Prototyping zum produktiven Einsatz

Hier kommt das Fraunhofer IESE mit dem Servicegedanken ins Spiel. Schnicke führt aus: „Wir bieten unseren Datenraum niedrigschwellig an, wenn ein Kunde diesen ausprobieren will. Er muss dazu keine tieftechnischen Details kennen, sondern kann – eben As-a-Service – in dieser Prototyping-Phase die Infrastruktur nutzen und darauf aufbauen.“

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Möchte der testende Kunde in den Produktivbetrieb mit beispielsweise Service Level Agreement wechseln, wird die technische Unterstützung durch Partner wie Netapp, Computercenter oder Credativ zur Verfügung gestellt. „Der Kunde sieht: Alles, was ihn vom Prototyping zum produktiven Einsatz trennt, sind lediglich vertragliche Rahmenbedingungen und keine technischen Hürden mehr“, ergänzt Schnicke.

Außerdem achten die Spezialisten vom Fraunhofer IESE darauf, dass die Kundendateien in ihr IT-System passen, da verschiedene Firmen meist unterschiedliche Formate haben. Hier kommt die „Verwaltungsschale“ ins Spiel beziehungsweise ein standardisierter digitaler Zwilling.

Digitale Zwillinge als Schlüssel zur Industrie 4.0

Digitale Zwillinge sind eine der tragenden Säulen der Industrie 4.0. Sie ermöglichen eine präzise Abbildung physischer Objekte in der digitalen Welt und können die Effizienz in der Produktion steigern. Sie dienen als Grundlage für viele Anwendungsfälle, die einen unternehmensübergreifenden Datenaustausch erfordern und stellen damit den Schlüssel zur Digitalisierung der Fertigung dar.

Mit dem AAS Dataspace for Everybody bietet das Fraunhofer IESE eine Lösung für das Erstellen und den Betrieb von digitalen Zwillingen innerhalb eines Unternehmens und für ihren unternehmensübergreifenden Austausch.

Realisiert wird dies auf Basis von sogenannten Verwaltungsschalen (AAS – Asset Administration Shell) – ein Standardformat für die Industrie 4.0. Die Lösung richtet sich laut Entwickler an Unternehmen jeder Größe. Der AAS Dataspace for Everybody ist laut Schnicke derzeit bei 16 Unternehmen im Einsatz, die auf diese Weise Digitale Zwillinge über den Datenraum mit ihren Unternehmenspartnern austauschen.

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