Nextcloud setzt Standard für Green IT Erste Cloud-Plattform erhält Umweltzeichen „Blauer Engel“

Von Elke Witmer-Goßner 2 min Lesedauer

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Erstmals wird eine Cloud-Plattform für ihre Energie- und Ressourceneffizienz mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ ausgezeichnet. Nextcloud setzt damit neue Maßstäbe für Green IT und digitale Souveränität.

Nextcloud-CEO Frank Karlitschek (r.) nimmt das Umweltsiegel „Blauer Engel“ entgegen, überreicht von René Birkner, Referent in der Arbeitsgruppe für Informations- und Kommunikationstechnik im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. (Bild:  Nextcloud)
Nextcloud-CEO Frank Karlitschek (r.) nimmt das Umweltsiegel „Blauer Engel“ entgegen, überreicht von René Birkner, Referent in der Arbeitsgruppe für Informations- und Kommunikationstechnik im Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
(Bild: Nextcloud)

Weil der Energiebedarf in der IT-Branche durch künstliche Intelligenz, Datenflüsse und stetig wachsende Rechenzentren rasant steigt, rudern einige Tech-Giganten beim Klimaschutz zurück. Statt grüner Energie setzen sie zunehmend auf Atom- und Kohlestrom, um ihren Hunger nach Rechenleistung zu stillen. Der Trend scheint klar: Skalierbarkeit und Nachhaltigkeit gelten als schwer vereinbar. Nextcloud beweist jetzt das Gegenteil.

Am 11. Juni 2025 wurde die deutsche Open-Source-Plattform als erste Cloud-Software überhaupt mit dem renommierten Umweltzeichen „Blauer Engel“ im Rahmen der Green-IT-Fachtagung des Bundesumweltministeriums ausgezeichnet. Das Siegel der Bundesregierung kennzeichnet besonders ressourcen- und energieeffiziente Produkte und wurde für Software bislang kaum vergeben.

Was nachhaltige Software leisten muss

Der Blaue Engel bewertet Software nicht nur hinsichtlich ihrer Energieeffizienz im Betrieb, sondern auch danach, wie gut sie mit älteren Systemen kompatibel ist, ob sie modular aufgebaut ist, Transparenz beim Ressourcenverbrauch bietet und die Hardware-Lebensdauer verlängert. Diese Kriterien wurden gemeinsam vom Umweltbundesamt, dem Öko-Institut und dem Umwelt-Campus Birkenfeld entwickelt und von unabhängigen Prüfern unter Praxisbedingungen getestet.

„Software beeinflusst maßgeblich, wie viel Energie ein System verbraucht und wie lange es genutzt werden kann. Eine nachhaltige Gestaltung bedeutet auch mehr Kontrolle, Unabhängigkeit und Zukunftssicherheit“, erklärt Nextcloud-Gründer Frank Karlitschek. Nachhaltige Cloud-Lösungen sei keine Utopie mehr, sondern ein messbarer Standard.

Grüne IT statt Atomkraft für die Cloud

Während andere Anbieter in Reaktoren investieren, setzt Nextcloud auf Offenheit, Langlebigkeit und digitale Souveränität. Die Plattform bietet Tools für Zusammenarbeit, Kommunikation und Dateiverwaltung – entweder selbst gehostet oder über vertrauenswürdige Cloud-Anbieter.

Arne Tarara, CEO von Green Coding Solutions – deren Software „Green Metrics Tool“ wurde ebenfalls bereits mit dem Umweltsiegel ausgezeichnet –, bringt es auf den Punkt: „Wenn wir nachhaltige digitale Infrastrukturen wollen, müssen wir die Software in den Blick nehmen. Nextcloud zeigt, dass effiziente und transparente Cloud-Anwendungen möglich sind.“

Ein Signal an die Branche

Kommentar von Elke Witmer-Goßner

Die Auszeichnung von Nextcloud ist insofern bemerkenswert, da sie als erste umfassende Cloud-Software-Plattform die strengen Kriterien des Blauen Engels erfüllt, die unter anderem Energie- und Ressourceneffizienz, Transparenz im Ressourcenverbrauch, Modularität sowie Kompatibilität mit älteren Systemen umfassen.

Mit der Blauer-Engel-Zertifizierung wird deutlich: Nachhaltigkeit in der IT sollte kein nachgelagerter Bonus sein – sie muss integraler Bestandteil moderner Softwarearchitektur sein. Die Auszeichnung von Nextcloud könnte andere Anbieter zum Umdenken bewegen.

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