Toms Wochentipp: ChatGPT und Co. via DuckDuckGo Duck.ai bewahrt Anonymität bei Chatbot-Anfragen

Von Thomas Joos 2 min Lesedauer

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Die Entwickler der bekannten Suchmaschine DuckDuckGo stellen mit Duck.AI jetzt auch die Möglichkeit zur Verfügung, dass Anwender über die Suchmaschine auf populäre KI-Bots wie ChatGPT anonym zugreifen können.

Duck.ai ist eine kostenlose Funktion, die es Nutzenden ermöglicht, private Unterhaltungen mit KI-Chatmodellen von Drittanbietern zu führen, ohne dass diese die Eingabeaufforderungen speichern oder mit diesen Daten trainieren.(Bild:  DuckDuckGo)
Duck.ai ist eine kostenlose Funktion, die es Nutzenden ermöglicht, private Unterhaltungen mit KI-Chatmodellen von Drittanbietern zu führen, ohne dass diese die Eingabeaufforderungen speichern oder mit diesen Daten trainieren.
(Bild: DuckDuckGo)

Aus Sicht des Datenschutzes ist die Verwendung von Chatbots oft nicht sehr ideal. Hier wollen die Entwickler von DuckDuckGo eingreifen, indem sie mit Duck.ai sicheren und anonymen Zugriff auf KI-Bots gewähren.

Chatfenster mit Prompts für ChatGPT, Claude, Llama und Mistral

Anwender können über die Seite Duck.ai ohne Anmeldung, vollkommen anonyme Prompts für verschiedene KI-Systeme eingeben. Die Bedienung entspricht der von herkömmlichen KI-Chatbots wie ChatGPT. Nach dem Aufrufen können Anwender ohne Anmeldung direkt Prompts eingeben. Dazu können sie im oberen Feld auswählen, welche KI verwendet werden soll.

Die Architektur des Dienstes ist von Grund auf so gestaltet, dass eine Nutzung ohne persönliche Datenspuren möglich ist. Eine Anmeldung entfällt vollständig, ebenso die sonst üblichen Mechanismen zur Erfassung technischer Merkmale wie IP-Adressen, Browser- oder Betriebssystemdaten. Zwar entstehen diese Informationen technisch bedingt beim Seitenaufruf, sie werden aber umgehend anonymisiert und laut Betreiber nicht gespeichert. Während andere Anbieter solche Metadaten teilweise weiter verwerten, bleibt Duck.ai in dieser Hinsicht strikt zurückhaltend.

Mit Duck.ai haben Anwender verschiedene Chatbots zur Auswahl, auf die sie sicher und anonym zugreifen können.(Bild:  Joos - DuckDuckGo)
Mit Duck.ai haben Anwender verschiedene Chatbots zur Auswahl, auf die sie sicher und anonym zugreifen können.
(Bild: Joos - DuckDuckGo)

Auch im Umgang mit Nutzereingaben zeigt sich ein klarer Fokus auf Vertraulichkeit. Texteingaben und generierte Antworten verbleiben ausschließlich im Zwischenspeicher des Browsers. Eine Speicherung oder Analyse auf Servern findet nicht statt. Wer Inhalte dauerhaft sichern will, muss dies lokal erledigen.

Zur Verfügung stehen mehrere Sprachmodelle, darunter Varianten von OpenAI, Claude, Mistral und LLaMA. Die Plattform betreibt hierfür eigene Schnittstellen und stellt sicher, dass keinerlei Nutzerdaten zur Weiterentwicklung der Modelle verwendet werden. Spätestens nach 30 Tagen erfolgt laut Anbieter die vollständige Löschung der verbleibenden Daten. Damit positioniert sich Duck.ai deutlich gegen Geschäftsmodelle, die auf der Verwertung von Nutzerdaten basieren.

Gegenmodell mit kleinen Schwächen

Gerade für datensensible Kontexte wie Bildungseinrichtungen oder Schulungsumgebungen eröffnet Duck.ai damit neue Möglichkeiten. Der Verzicht auf Tracking erlaubt eine Nutzung, bei der weder ein digitales Profil entsteht noch individuelle Nutzer identifiziert werden können. In einer Zeit, in der viele Plattformen regulatorische Anforderungen eher umgehen als einhalten, wirkt dieses Konzept wie ein bewusst gesetztes Gegenmodell.

Gleichzeitig hat diese Ausrichtung Konsequenzen für den Funktionsumfang. Komfortfeatures wie Datei-Uploads oder detaillierte Nutzungsstatistiken fehlen, Eingaben müssen manuell vorgenommen werden. Auch hinsichtlich der Modellfunktionen gibt es Einschränkungen gegenüber den Vollversionen kommerzieller Anbieter. Für viele Anwendungen reicht das jedoch aus, insbesondere wenn es um explorative Nutzung oder erste Schritte mit KI-gestützten Textsystemen geht.

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