Digitalisierung führt zu mehr Klima- und Umweltschutz. Vorausgesetzt, Unternehmen beherzigen das Prinzip „Sustainability by Design“ und gestalten ihre Transformation so nachhaltig wie möglich – von der Energienutzung bis hin zur Kreislaufwirtschaft.
Mit dem Setzen extrinsischer Reize können Unternehmen dem Thema Nachhaltigkeit den nötigen Nachdruck verleihen und nicht nur Klima- und Umweltschutzziele vorgeben, sondern Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung verankern.
(Bild: Sidekick - stock.adobe.com)
Die Digitalisierung bietet Unternehmen die Chance, ihre Prozesse in der Produktion nachhaltiger zu gestalten. Doch trotz des Potenzials, bis zu 64 Millionen Tonnen CO2 in Deutschland einzusparen, sind digitale Technologien auch für bis zu rund 12 Prozent des globalen Stromverbrauchs verantwortlich. Wie können Unternehmen ihre digitale Transformation so ausrichten, dass sie Klima und Umwelt schützt?
Entscheidendes Prinzip: Sustainability by Design
Wenn Unternehmen verhindern möchten, dass Digitalisierung selbst zum Klimaproblem wird, sollten sie stärker als bislang darauf achten, digitale Technologien so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Bei jedem digitalen Transformationsschritt müssen sie daher Nachhaltigkeit von Anfang an mitdenken. Dazu gehört unter anderem die Energienutzung oder der schonende Einsatz von Ressourcen.
Wer sich für einen Dienstleister entscheidet, muss darauf vertrauen können, dass dieser kontinuierlich an neuen Methoden und Technologien feilt, mit denen sich der Energie- und Ressourcenverbrauch der Datacenter verringern lässt.
Konkret kann das die Verpackung von Geräten bis hin zur Kreislaufwirtschaft umfassen. Das Konzept dafür heißt „Sustainability by Design“. Was damit gemeint ist, lässt sich gut am Beispiel der Cloud verdeutlichen. Wer einen Cloud-Dienstleister auswählt, für den waren bisher in erster Linie Preis, Standort, Sicherheit oder Latenzen entscheidend. Künftig gewinnt das Kriterium Nachhaltigkeit stark an Bedeutung und verlangt genaue Prüfung: Wie klima- und umweltschonend betreibt der Cloud-Provider seine Rechenzentren? Bezieht er Strom aus erneuerbaren Energien, nutzt er die Abwärme? Seine Nachhaltigkeitsangaben sollten sich auf Dashboards einfach nachvollziehen lassen.
Nachhaltigkeit muss zu einem Top-Kriterium werden, wenn Unternehmen ihre digitale Infrastruktur auswählen. Nicht nur weil Beschäftigte, Kunden und Investoren darauf immer größeren Wert legen. Auch die Regulierung nimmt Rechenzentren in den Blick: So setzt sich beispielsweise der EU-Klimaplan „Fit for 55“ das Ziel, den CO2-Ausstoß auf dem Kontinent bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu senken und einen Nachhaltigkeitsindex für Rechenzentren zu entwickeln. Daher stellen nachhaltige Rechenzentren die Weichen gerade in Richtung Net-Zero Energy Data Center. Solche Rechenzentren beziehen unter optimalen Bedingungen keine Energie aus dem öffentlichen Stromnetz, weil sie mittels Photovoltaik und Windkraft selbst Energie erzeugen und dank besserer Kühltechnik, Wärmenachnutzung und sparsameren Rechnern effizienter arbeiten.
Anstoß für neue Geschäftsideen
Sustainability by Design lohnt sich nicht allein, weil das Prinzip Klima und Umwelt schont. Bei der Telekom gibt diese Haltung immer wieder Anstoß für neue Geschäftsideen: Bei einem Smartphone verschlingt die Produktion 80 Prozent des Energieverbrauchs, die übrigen 20 Prozent fallen bei der Nutzung an. Da werden wertvolle Rohstoffe wie Seltene Erden vergeudet, wenn gleichzeitig laut Bitkom in Deutschland mehr als 200 Millionen Geräte ungenutzt in den Schubladen schlummern.
Mit dem Start-up Everphone bieten wir daher Smartphones als Device-as-a-Service und damit einen geschlossenen Kreislauf für mobile Endgeräte an. Everphone sorgt beispielsweise beim Traditionsunternehmen Henkel mittels Mobile-Device-Management dafür, dass Produktionsmitarbeiter ihre Tablets auch privat nutzen können. Dafür werden die Geräte mit zwei voneinander getrennten Oberflächen ausgestattet. Ergebnis: Weniger Geräte sind im Einsatz und die vorhandenen werden länger sowie vielfältiger genutzt.
Gemeinschaftswerk: Kreislaufwirtschaft
Die Telekom arbeitet auch mit anderen Unternehmen zusammen, um gemeinsam ehrgeizige Klimaziele zu erreichen. Unternehmen sollten das generell tun. Dass wir nur gemeinsam ehrgeizige Klimaziele erreichen können, zeigt sich gerade am Beispiel der Kreislaufwirtschaft besonders deutlich. Laut Circularity Gap Report, der weltweit den Grad der zirkulären Wirtschaft misst, landen mehr als 90 Prozent der jährlich 100 Milliarden Tonnen verarbeiteten Rohstoffe anschließend im Müll.
Warum wir noch nicht weiter sind? Zwei Gründe sind entscheidend. Erstens: Eine zirkuläre Produktionsweise setzt voraus, dass Unternehmen auf allen Wertschöpfungsstufen eines Produkts oder einer Dienstleistung wissen, wer welche Ressourcen beigesteuert hat. Welche Rohstoffe das eigene Unternehmen und seine Lieferanten oder Partner verbraucht hat. Dafür benötigen sie valide Daten von allen an der Wertschöpfungskette beteiligten Unternehmen. Zweitens sind sie auf Datenplattformen angewiesen, auf denen sie solche Informationen sicher teilen können. Hier stehen die meisten Unternehmen noch am Anfang.
Ein Beispiel, wie das funktionieren kann: smartes Textil-Recycling. Die Telekom hat ein Ökosystem aufgebaut, das den gesamten textilen Verwertungsprozess abdeckt. Das erstreckt sich über die intelligente Kontrolle des Füllstands der Altkleider-Container über die Wiederverwendung bis zum Recycling.
Daten zeigen den Ist-Zustand
Ohne eine solide Datengrundlage und digitale Tools werden Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsziele verfehlen: Wer seinen ökologischen Fußabdruck verbessern will, muss ihn messen können. Die neue „Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)“ der EU verpflichtet künftig rund 15.000 Unternehmen in Deutschland zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Sie wird in naher Zukunft genauso wichtig werden wie die klassische finanzielle Berichterstattung. Unternehmen sind auf digitale Lösungen zum Nachhaltigkeitsmanagement und -reporting angewiesen.
Stand: 08.12.2025
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Tools wie der Telekom Nachhaltigkeitsmanager helfen, gesetzeskonforme ESG-Berichte zu erstellen oder das Klimamanagement zu steuern. Zusätzlich erleichtern sie das Datenmonitoring. Erst auf der Basis von Daten lässt sich ablesen, ob strategische Entscheidungen die gewünschte Wirkung zeigen. Dazu visualisiert ein Echtzeit-Dashboard, wie sich konkrete Maßnahmen auf Klima und Umwelt auswirken.
Nachhaltigkeit mit Vergütung koppeln
Nachhaltigkeit rückt nicht nur stärker in den öffentlichen Fokus. Sie entscheidet über die Reputation eines Unternehmens und gewinnt zunehmend an wirtschaftlichem Wert. Deshalb implementieren immer mehr Unternehmen ESG-Ziele in ihren Vergütungsmodellen. Dieser Schritt verdeutlicht allen Beschäftigten inklusive der Führungskräfte, dass Nachhaltigkeit als wichtiger Teil der Unternehmenskultur verstanden werden muss.
* Der Autor Benjamin Springub ist Vice President Operations Development und Program Lead B2B für ESG bei der Telekom Deutschland GmbH.