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Windows Azure als Cloud-Appliance
Mitte letzten Jahres hat Microsoft auf seiner Worldwide Partner Conference den Einstieg in Azur-Komplettpakete für Cloud Computing angekündigt und dabei auch eigene Werkzeuge für die dazu passende Netzwerk-, Storage-, und Server-Hardware in Aussicht gestellt.

Die wichtigsten Teile der Microsoft-Strategie sind das Hyper-V Cloud-Programm und das System Center. Als Partner holte sich Redmond Dell, Fujitsu und HP mit ins Boot, die jeweils auf eigener Hardware basierende Azure-Appliances entwickeln. Vor allem Rechenzentren von kleineren und mittelständischen Unternehmen hat Microsoft bei seiner Cloud-Initiative im Visier.
Bei Dell schlägt sich das in einer neuen Generation an Micro-Servern der „Poweredge C“-Serie nieder. Die Appliance, eine Kombination aus Hardware, „Windows Azure“ und „SQL Azure“, gibt es auf Basis der AMD-Prozessoren „Athlon II“ oder „Phenom II“ – beide AM3-Sockel – oder mit Intel-CPU „Sandy Bridge“ (H2-Sockel).
Microsoft bei Dell und HP
Beide Modelle haben neben viermal DDR3-UDIMMS auch zwei 3,5-Zoll- oder vier 2,5-Zoll-Laufwerke im SATA-Format eingebaut. Wer besonders schnelle Festplatten benötigt, kann auch SSDs (Solid State Disks) einsetzen. Zur Ausstattung gehören außerdem zwei 1-GbE-Ports.
HP hat zusammen mit Microsoft die Referenz-Architektur auf Basis des Matrix-Systems entworfen. Sie enthält neben der HP-Technik das Microsoft System Center und Microsoft Windows Server 2008 R2 Hyper-V.
Sie bietet die Basis für den Einsatz von Unternehmenssoftware in einer Private Cloud. Mit Hilfe der Referenz-Architektur von HP und Microsoft können Unternehmen den Zeitraum für die Bereitstellung von Infrastrukturlösungen reduzieren, ihre physischen und virtuellen Ressourcen besser skalieren und auf Hyper-V basierende Infrastrukturen und Anwendungen einfacher verwalten.
Auch Großrechner im Angebot
Für den Einsatz in Cloud Computing-Umgebungen fokussiert sich Fujitsu zunächst mit einem Großrechner-Angebot. Der neue Business Server „SQ200“ gehört zur zweiten Generation der hauseigenen Midrange SQ Mainframes. Auf dem System laufen drei Server-Betriebssysteme gleichzeitig: BS-2000/OSD, Linux und Windows. Dieser All-Round-Server ist nach Firmenangaben sehr flexibel skalierbar, vor allem im Umfeld von XEN-basierter Server-Virtualisierung.

Weniger weit gediehen sind die Pläne für eine schlüsselfertige Azur-Appliance. Stattdessen verweist man bei Fujitsu auf eigene Angebote für Infrastructure-as-a-Service. Künftig soll der Bezug von Cloud-Services aus den Datacentern von Fujitsu über eine 10 Megabit pro Sekunde Ethernet-Anbindung von Ecotel erfolgen.
Cloud-Enthusiasten müssen auf das schlüsselfertige Rechenzentrum aus dem Container noch zuwarten, denn ohne Anpassungsaufwand ist der Cloud-Betrieb nicht zu realisieren. Dafür zeigen die Herstellerallianzen, dass sich einiges unter der Haube in Sachen Virtualisierung und Cloud schon getan hat. Das betrifft sowohl die Mainframes als auch die Appliances.
Der Autor:
Andreas Beuthner ist freier Autor in Munchen.
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