VideoMeet der Deutschen Telekom bindet Skype ein

Die Demokratisierung der Videokonferenz

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Zwar bietet auch Skype selbst die Möglichkeit, Videokonferenzen mit wenigen Teilnehmern aufzusetzen, doch setzt die Peer-to-Peer-Architektur von Skype diesem enge Grenzen. In einem Peer-to-Peer-Szenario sendet nämlich jeder Konferenzteilnehmer seinen Video- und Audio-Stream an jeden anderen, was einen erheblichen Bandbreitenbedarf bedingt. Gerade bei mobilen und Heimarbeitern mit asymmetrischen DSL-Zugängen stehen diese Bandbreiten meist nur im Download, nicht aber im Upload zur Verfügung. In Niederlassungen ist dieses Problem in der Regel lösbar, doch sind auch hier höhere Bandbreiten immer eine Kostenfrage.

Aufgrund der benötigten Bandbreite für Videoübertragungen könnten in einer reinen Skype-Umgebung mit DSL Konferenzen mit bis zu neun Teilnehmern unterstützt werden. Doch das ist tatsächlich graue Theorie, denn schon ab einer Auslastung der Übertragungsleitung von 30 Prozent machen sich Paketverluste bemerkbar, die erhebliche Auswirkungen auf die Qualität haben. So empfiehlt etwa Skype selbst, sich auf maximal fünf Teilnehmer zu beschränken – doch schon hier muss man mit Qualitätseinbußen rechnen.

VideoMeet umgeht diese Beschränkung durch seine zentrale Architektur und arbeitet als Video Bridge. Aufgabe einer solchen Bridge ist es, in Konferenzen mit mehr als zwei Teilnehmern die Videosignale aller beteiligten Endgeräte zu empfangen und an alle anderen Endgeräte zu verteilen. Auch Teilnehmer mit Skype müssen ihre Video- und Audio-Daten also nur an ein Ziel versenden, unabhängig von der Anzahl der Konferenzteilnehmer. Je höher die Anzahl der Endgeräte, desto größere Vorteile bietet dieser zentrale Ansatz gegenüber dem Peer-to-Peer-Prinzip, bei dem jedes Endgerät seine Signale direkt an alle anderen sendet.

VideoMeet ist als „Meet me Bridge“ konzipiert und auch für unerfahrene Anwender einfach zu benutzen. Ähnlich wie bei einer Telefon- oder Web-Konferenz wählen sich die Teilnehmer einfach über einen Link ein, den sie mit der Einladung vom Initiator der Konferenz erhalten haben. Die Einladung enthält auch eine einfache Anleitung abhängig vom jeweils benutzten Client. Eine vorherige Registrierung der Teilnehmer ist nicht erforderlich; lediglich der Einladende muss einen VideoMeet-Account besitzen.

Es geht auch ohne Skype

Skype in unternehmensweite Videokonferenzen einzubinden ist mit VideoMeet also sehr einfach. Doch ein Problem bleibt: In vielen Unternehmen ist der Einsatz von Skype wegen dessen Peer-to-Peer-Architektur und den damit verbundenen Sicherheitsrisiken nicht erwünscht oder gar strikt ausgeschlossen. Als Alternative bietet die Deutsche Telekom für VideoMeet daher auch ein Browser-Plug-in an, mit dem ein Standard-Internet-Browser zum vollwertigen Videokonferenz-Client wird. Dieses Plug-in bietet die gleichen Vorteile wie die Skype-Integration, ermöglicht jedoch keine Peer-to-Peer-Konferenzen und ist daher mit den Sicherheitsrichtlinien praktisch aller Unternehmen vereinbar.

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