Seit über 15 Jahren garantiert die DevOps-Philosophie, richtig umgesetzt, ebenso schnelle wie solide Softwareentwicklung. Doch ist klassisches DevOps angesichts moderner Strategien wie Site Reliability Engineering und Platform Engineering noch zeitgemäß?
Bei DevOps sind die Developer selbst für vieles verantwortlich, aus dem stillen Kämmerlein müssen sie trotzdem immer wieder heraus.
Lange Zeit war der DevOps-Ansatz – die enge Verbindung und fließende Zusammenarbeit von Entwicklern und IT-Betrieb – einer der wohl lohnendsten Ansätze in der Software-Entwicklung: Anders als zuvor, als Entwickler und Administratoren wie auf eigenen Inseln lebten und sich hin und wieder Kokosnüsse in Form von Code und technischen Anpassungen hinwarfen, baute DevOps eine Brücke zwischen den beiden Sparten in IT-Unternehmen.
Die Philosophie des Miteinanders und der Kooperation half – befeuert durch neue Technologien wie der Cloud – dabei, Unternehmensstrukturen effizienter zu gestalten und Reibungsverluste deutlich zu reduzieren. Richtig umgesetzt, ist DevOps Garant für schnelle und effiziente Software-Entwicklung.
Allerdings hat DevOps auch gewisse Nachteile, Das Umsetzen von DevOps in etablierten Unternehmen ist nicht selten mit Schmerzen verbunden, da Strukturen gegebenenfalls komplett neu aufgebaut werden müssen. Doch auch der DevOps-Ansatz selbst ist nicht immer optimal, Zusätzliche Komplexität, „Verteilungskämpfe“ und unerwartet hohe Kosten können den Umbau der Unternehmensstruktur schwierig machen – oder eine erfolgreiche DevOps-Umsetzung komplett verhindern.
DevOps ist gekommen, um zu bleiben
So oder so ist es nicht einfach eine Management-Entscheidung, ab sofort auf DevOps zu setzen. Unternehmen müssen Strukturen verändern und traditionelle Rollen von Entwicklern und IT sachte und für alle Angestellten nachvollziehbar umbauen, um mit dem Ansatz erfolgreich zu sein.
Doch auch, wenn die Umsetzung in manchen Unternehmen scheitert – DevOps ist nach wie vor ein wachsender Trend, der laut einer Studie von Global Markets Insights aktuell noch am Anfang steht: Große IT-Unternehmen wie Cisco, IBM, Google oder Microsoft haben den Ansatz längst umgesetzt, der Markt für entsprechende Lösungen wächst nach wie vor deutlich.
Grundsätzlich gibt es derzeit auch kein „Verfallsdatum“ für die DevOps-Ideologie: Sie ist effizienter als der alte, getrennte Ansatz nach dem Wasserfall-Modell, der iterative Ansatz sorgt dafür, dass alle Beteiligten am Ball bleiben und steigert die Effizienz dadurch deutlich. Einmal korrekt umgesetzt, ist ein Zurück in den meisten Fällen nicht sinnvoll. Gleichzeitig zeigen sich aber am Horizont neue Ideen, die DevOps künftig ablösen könnten, darunter Platform Engineering oder Site Reliability Engineering.
Kein echter Nachfolger in Sicht
Allerdings sind DevOps und diese sogenannten neuen Ansätze kein Widerspruch. Im Gegenteil: Sie sind durchaus als Weiterentwicklung und Ergänzung des bestehenden DevOps-Ansatzes zu verstehen. So ist Platform Engineering kein Widerspruch zu DevOps.
Der Plattform- und Site-Reliability-Ingenieur analysiert vielmehr die Werkzeuge und Plattformen, die Entwickler und IT benötigen, um ein Projekt durchzuführen – und stellt diese unternehmensweit zur Verfügung. Bei dieser Analyse und natürlich bei der Erstellung der notwendigen Tools können ihrerseits natürlich wieder DevOps-Prinzipien zum Einsatz kommen.
Allerdings gibt es hier durchaus Entwicklungen. So galten zum Beispiel der DevOps-Ansatz und agile Softwareentwicklung als teilweise unvereinbar. Während bei DevOps der Entwickler auch für Testing und Deployment verantwortlich ist, sind bei der agilen Softwareentwicklung mehrere Personen an den verschiedenen Stellen des Prozesses involviert.
Gleichzeitig konzentriert sich agile Entwicklung eher auf Weiterentwicklung, während DevOps den ganzen Prozess bis zur Auslieferung abdeckt. Dennoch sind beide Methoden nicht völlig unvereinbar, vielmehr sind die Übergänge in vielen Unternehmen fließend. So werden agile Ansätze in der DevOps-basierten Entwicklung ebenso verfolgt wie Continuos Integration and Delivery (CI/CD).
KI und DevOps? Ja: Mit AIOps.
Auch Künstliche Intelligenz könnte künftig eine Rolle im DevOps-Prozess spielen. Neben den aktuell überall auftauchenden generativen KIs gibt es bereits heute Machine-Learning-basierte Systeme, die das Testing oder auch die Qualitätskontrolle deutlich erleichtern können. Im Rahmen sogenannter AIOps (Artificial Intelligence for IT Operations) wird maschinelles Lernen eingesetzt, die Informationen über IT-Infrastrukturkomponenten, Daten und Diagnose zu erheben.
KI kann zudem die für DevOps immer sinnvolle Datenanalyse deutlich erleichtern und damit vor allem auf der „Ops-Seite“ hilfreich sein. Aber auch das Entwickeln selbst kann KI verbessern, etwa, indem sie dem Entwickler bei der Code-Erstellung hilfreich zur Seite steht. Gleichzeitig dient der DevOps-Ansatz natürlich auch selbst der KI-Verbesserung: Die laufende Aktualisierung beflügelt entsprechende Tools mit einer vor vielen Jahren noch undenkbaren Geschwindigkeit.
Stand: 08.12.2025
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Hierbei spielt natürlich auch die zunehmende Verbreitung Cloud-basierter Anwendungen und Systeme eine Rolle. Cloud-Native-Anwendungen profitieren bereits jetzt sehr stark vom DevOps-Ansatz und werden künftig noch weiter zunehmen. Dank der schnellen Skalierbarkeit dieser Dienste erleichtert die Cloud bereits jetzt ihrerseits die Arbeit im DevOps-Prozess. Künftig wird sie eine noch wichtigere Rolle spielen, da immer mehr Anwendungen ihren Weg in die Cloud finden.
DevOps bleibt DevOps
Am Ende des Tages ist DevOps allerdings vor allem eines: Eine Philosophie für die Software-Entwicklung. Genau wie bei anderen Philosophien gibt es zahllose Spielarten und Varianten – und im Grunde kein Optimum. Hoch gehandelte „Nachfolger“ wie Platform Engineering sind im Grunde nur eine dieser Varianten – die basale Idee, dass ein Entwickler für den gesamten Software-Prozess zuständig ist, wird dadurch nicht berührt.
Derzeit zeigt sich aber, dass der DevOps-Ansatz durchaus in der Lage ist, eigentlich als inkompatibel geltende Methoden wie agile Softwareentwicklung zu integrieren – und das wiederum belegt die Resilienz dieses Ansatzes. Kurzum: DevOps wird sich künftig weiterentwickeln – aber immer ein Ideal der Softwareentwicklung bleiben.