Für jedes Szenario den richtigen App-Verteilungsweg

Der richtige Umgang mit Mobile Apps im B2B-Umfeld

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Verteilung durch Public-App-Shops

Bei der Verteilung der Apps über einen öffentlich zugänglichen App-Shop, wie den Apple-App-Store, besteht keine Kontrolle, wer diese App sieht und herunterladen kann. Dies kann zu unerwünschten Situationen führen, wie im Fall der internen App eines Telekommunikationsanbieters, die frei zugänglich zwischen den verschiedenen Consumer-Apps des Anbieters zu finden ist.

Lädt man sich diese App herunter, wird man mit einem Login Screen für einen internen Server begrüßt. Nicht nur ist diese App im unkontrollierten Umlauf, zusätzlich liegt die App auf einem Server außerhalb der EU, was rechtlich in Bezug auf Datenschutz und Sicherung von Firmengeheimnissen ein Problem sein könnte.

Im Falle des Apple-App-Stores kommt noch hinzu, dass Apps vor der Freischaltung im Store intensiv geprüft und auch abgelehnt werden können. Diese Prüfung macht Sinn für Consumer-Apps, um diese vor Viren oder kriminellem Missbrauch zu schützen. Allerdings benötigt der Apple-App-Store für diese Prüfung sehr viele Informationen, was bei B2B- oder B2E-Apps eventuell eine Gefahr für Unternehmensgeheimnisse bedeutet.

Verteilung durch MDM

Die Verteilung der B2B-Apps durch ein Mobile-Device-Management-System unterliegt Einschränkungen. Technisch ist dies zwar die sicherste Lösung, da das MDM-System über Apps und Funktionen das Gerät steuern kann und der App-Bereitsteller so die Kontrolle über die installierten Apps behält:

Zum Beispiel können Apps gelöscht oder Aktualisierungen direkt auf das Gerät geladen werden. Dies ist gängige Praxis für unternehmenseigene Geräte, aber besitzrechtlich bedenklich bei Geräten, die nicht dem Unternehmen gehören. Zudem gibt es bei manchen Geräten Einschränkungen, ob und wie viele MDM-Systeme auf einem Gerät aktiv sein dürfen.

Verteilung durch dediziertes MAM-System

Die dritte Alternative ist die Verteilung der B2B-Apps durch ein dediziertes Mobile Application Management. In diesem Kontext wird ein MAM-light-Ansatz betrachtet, der die Verteilung und das Monitoring der Apps übernimmt, während ein Remote Wipe, also das Löschen der App durch einen externen Service, nur durch ein MDM-System erfolgen kann.

Das MAM stellt einen firmeneigenen App-Shop dar, der Teil eines MDM-System sein kann, ohne die Kontrolle über das mobile Gerät zu übernehmen. Alternativ kann ein MAM auch ein eigenständiges System und in ein Partnerportal eingebunden sein, das externe Parteien erreichen können.

Durch dieses MAM können die Geschäftspartner nur die für sie freigeschalteten Apps herunterladen und installieren. Daneben können die Apps definierten Gerätetypen zugewiesen werden, um zu verhindern, dass Apps auf Geräten installiert werden, die nicht für die App zugelassen sind, was Support-Anfragen und Testaufwand für die Apps minimiert. In Verbindung mit Funktionen, die in die Apps eingebaut sind und mit dem MAM-System kommunizieren, können beispielsweise Nutzungsstatistiken, Crashreports und Feedback zu den Apps direkt aus der verteilten App in einer zentralen Stelle im MAM-System erfasst werden. Hierdurch kann kontrolliert werden, wer die App verwendet, und ein Hinweis auf neue Versionen erfolgen.

(Bild: MSG Systems AG)

Das Fazit von Andreas Gabler zur richtigen Verteilung von B2B-Apps lesen Sie auf der nächsten Seite.

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