Sicherheit für Cloud-Datenspeicher Neue Maßstäbe im Cyberspace

Von Moritz Plassnig* 5 min Lesedauer

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Während immer größere Datenmengen in die Cloud umziehen, verschwimmt die Grenze zwischen Daten- und Cybersicherheit zunehmend. Um sensible Informationen schützen zu können, ist es jedoch unerlässlich, dass Unternehmen einen klaren Fokus legen.

Bei der Nutzung von Cloud-Angeboten steht für 92 Prozent der Unternehmen die Datenspeicherung ganz klar im Fokus – doch bei der Datensicherheit hapert es oft noch.(Bild:  Marharyta - stock.adobe.com)
Bei der Nutzung von Cloud-Angeboten steht für 92 Prozent der Unternehmen die Datenspeicherung ganz klar im Fokus – doch bei der Datensicherheit hapert es oft noch.
(Bild: Marharyta - stock.adobe.com)

Die Cloud ist längst in der Mitte der deutschen Wirtschaft angekommen – und ihre Bedeutung wird weiterhin wachsen, wie aus dem „Cloud Report 2023“ des Branchenverbades Bitkom hervorgeht. Die Ergebnisse legen offen, dass bereits neun von zehn Unternehmen Cloud Computing einsetzen, wobei die Datenspeicherung für 92 Prozent ganz klar im Fokus steht. Mehr als ein Drittel von ihnen verfolgt eine sogenannte „Cloud-first“-Strategie. Das bedeutet, dass Cloud-Lösungen für neue Projekte bevorzugt und bestehende bei Bedarf migriert werden. Jedes zehnte Unternehmen will sich zukünftig sogar komplett auf die Cloud verlassen. Die Gründe für diese Entscheidung sind vielfältig – Kosteneinsparungen und die Reduzierung von CO2-Emissionen sind die zwei häufigsten.

Aber Achtung: Trotz der zahlreichen Vorteile, die Cloud-Datenspeicher bieten, gibt es auch einige Herausforderungen, derer Unternehmen sich unbedingt bewusst sein müssen. Dass dies aktuell nur bedingt der Fall ist, beweist die von Thales herausgegebene „Cloud Security Study 2023“: Sie ergab, dass die Masse sensibler Daten, die in der Cloud gespeichert werden, zwar stetig zunimmt, aber im Schnitt nicht einmal die Hälfte aller Cloud-Daten verschlüsselt sind – und das, obwohl die Datenschutzverletzungen im Vergleich zum Vorjahr um 35 Prozent angestiegen sind. Doch was bedeutet diese Tendenz für die generelle Cybersicherheit der Unternehmen?

Datensicherheit ist nicht gleich Cybersicherheit

Oft wird davon ausgegangen, dass die Cyber- und die Datensicherheit nur minimale Unterschiede aufweisen, doch das ist ein fataler Trugschluss. Während die Cybersicherheit den allgemeinen Schutz digitaler Werte meint, ist die Datensicherheit sehr viel spezifischer und bezieht sich ausschließlich auf sensible Informationen, die davor geschützt werden sollen, von Unbefugten geöffnet, verwendet, offengelegt oder zerstört zu werden. Im Gegensatz zur Cybersicherheit, die sich im Allgemeinen nur darauf konzentriert, die Systeme vor illegalen Zugriffen zu schützen, umfasst die Datensicherheit den Schutz von Daten während des gesamten Lebenszyklus – und zwar von der Erhebung über die Speicherung, Verarbeitung und Analyse bis hin zur Verbreitung.

Ähnlich wie bei der Cybersicherheit gibt es viele Möglichkeiten, um die Datensicherheit zu gewährleisten. Dazu gehören zum Beispiel Maßnahmen zur Zugangskontrolle, die sowohl die Autorisierung als auch die Authentifizierung umfassen. Die Umsetzung von Sicherheitsrichtlinien spielt dabei eine entscheidende Rolle, indem der Zugang zu sensiblen Informationen je nach Sensibilität und Notwendigkeit für verschiedene Nutzungsgruppen eingeschränkt wird. Zusätzlich werden physische Sicherheitsmaßnahmen wie Sperren oder Verschlüsselungen eingesetzt, um die Integrität der Daten zu gewährleisten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Geschäftskontinuitätsplanung (Business Continuity Planning, kurz: BCP), die sicherstellt, dass das Unternehmen im Falle eines Cyberangriffs, der zu einem Verlust oder einer Beschädigung der Systeme führen könnte, handlungsfähig bleibt.

Um Daten zu schützen, braucht es mehr Kooperation

Wenn es um Investitionen geht, tendieren Unternehmen oft dazu, sich auf Infrastrukturen und Technologien zu konzentrieren. Um sensible Daten richtig zu schützen, braucht es jedoch einen ganzheitlicheren Ansatz, der auch den Zugriff sowie die Klassifizierung und Überwachung der Informationen regelt – dieser ist bisher aber leider noch nicht besonders weit verbreitet. Stattdessen kommunizieren Daten- und Sicherheitsteams aufgrund ihrer unterschiedlichen Motivationen und Ziele noch immer aneinander vorbei.

Dies führt häufig dazu, dass Daten auf verschiedenen Plattformen blockiert und in Silos gespeichert werden. Dies erschwert die Datenverwaltung und den Datenzugriff und führt zu unklaren Zuständigkeiten hinsichtlich der Datensicherheit. Wenn darüber hinaus Datenquellen kopiert und in team- oder abteilungsspezifischen Silos gespeichert werden oder in einem Datenökosystem fragmentiert sind, wird es sehr schwierig, diese Informationen zu kontrollieren, was ihre Sicherung erheblich erschwert. Die häufigste Ursache hierfür ist, dass sich die beiden Teams nicht auf einen Kompromiss zwischen Datennutzung und Datensicherheit einigen können.

Um datenschutzkonform handeln zu können, braucht es einheitliche Strategien

Die Verwaltung des Datenzugriffs sollte im gesamten Unternehmen einheitlich erfolgen, was eine konsistente Anwendung von Datenrichtlinien erfordert. Diese Einheitlichkeit ist nicht nur für die Gewährleistung einer erfolgreichen Datensicherheitsstrategie von entscheidender Bedeutung, sondern auch für die Einhaltung der Datenschutzvorschriften, insbesondere der DSGVO. Die DSGVO hat erheblich an Bedeutung gewonnen und wird rigoros durchgesetzt. Das verdeutlichen die immensen Bußgelder in Höhe von 1,5 Milliarden Euro, die allein im ersten Halbjahr 2023 verhängt wurden. Um die Vorschriften der DSGVO zu erfüllen, müssen Unternehmen die potenziellen Auswirkungen ihrer Datenverarbeitung berücksichtigen, den Zugang zu Daten zum richtigen Zeitpunkt gewähren und die Nutzung von Daten in Echtzeit kontrollieren.

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Es gibt jedoch wirksame Möglichkeiten, wie Zugriffskontrollen nicht nur zum Schutz der Daten beitragen, sondern auch die Einhaltung der Datenschutzvorschriften gewährleisten können. Diese Ansätze ermöglichen es, befugten Personen Zugriff auf relevante Daten zu gewähren und gleichzeitig die Echtzeitnutzung der Daten zu überwachen und angemessene Schutzmaßnahmen zu implementieren. Die Umsetzung dieser umfassenden und inhärent regelkonformen Methoden beschleunigt letztlich auch den Datenzugriff.

Die Cloud hat einen Paradigmenwechsel eingeleitet

Fakt ist: Die Gefahr, die von Cyberkriminellen ausgeht, wächst von Jahr zu Jahr. Laut einer Bitkom-Analyse beläuft sich der Schaden, der in Folge von Datendiebstahl, Spionage und Sabotage für die deutsche Wirtschaft entsteht, auf rund 206 Milliarden Euro jährlich. Dabei werden die Angriffe, denen sich Unternehmen in Deutschland ausgesetzt sehen, immer professioneller. Während die Zahl der Mitarbeitenden, die unabsichtlich für ein Datenleck sorgen, seit 2021 deutlich zurück gegangen ist, sind organisiert arbeitende Banden nahezu explodiert. Vor allem die Angriffe aus Russland und China haben seit dem Angriffskrieg auf die Ukraine deutlich zugenommen.

Moritz Plassnig, Immuta.(Bild:  Immuta)
Moritz Plassnig, Immuta.
(Bild: Immuta)

Während die Menge sensibler Daten, die in der Cloud gespeichert sind, kontinuierlich wächst, wird es für Unternehmen also umso wichtiger, einen Ansatz zu entwickeln, der diese durch den illegalen Zugriff von außen schützt. Um das Umsetzen zu können, muss die Datensicherheit einerseits in den Fokus aller Prozesse und Geschäftsziele rücken. Andererseits ist eine übergreifende Zusammenarbeit von Daten- und Sicherheitsteams unerlässlich. Nur wenn beide an einem Strang ziehen, kann ein sicherer Umgang mit großen Datenmengen dauerhaft gelingen.

* Der Autor Moritz Plassnig ist Datenschutzexperte und Chief Product Officer bei Immuta.

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