Edge-, Cloud-, und Fog-Computing verstehen und richtig nutzen (Teil 1)

Einsatzmöglichkeiten von Edge, Cloud und Fog in hybriden Netzwerken

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Hybride Architekturen: Cloud, Edge und Fog Computing strategisch einsetzen

Viele Unternehmen setzen auf hybride Architekturen, die Cloud-, Edge- und Fog Computing in einer flexiblen Struktur vereinen, um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. Diese Architekturen erlauben eine dynamische Verteilung der Datenverarbeitung je nach Dringlichkeit und Speicherbedarf. Ein Beispiel für die hybride Nutzung bietet AWS mit seinem Greengrass-Service, der maschinelles Lernen und Datenverarbeitung auf Edge-Ebene unterstützt, während die IoT-SiteWise-Plattform von AWS für Analysen in der Cloud genutzt wird.

Auch Microsoft Azure bietet mit Azure Stack Edge eine ähnliche Lösung, die Daten lokal verarbeitet und relevante Informationen für langfristige Analysen in die Cloud überträgt. Ein weiteres Beispiel ist Azure Stack HCI, der Cloud Computing in das lokale Rechenzentrum implementiert. Solche Architekturen ermöglichen es Unternehmen, sensible und zeitkritische Daten sicher vor Ort zu verarbeiten und gleichzeitig die Rechenleistung der Cloud für umfassende Analysen zu nutzen. Dabei reduziert sich nicht nur der Datenverkehr zur Cloud, sondern auch die Abhängigkeit von einer einzelnen Infrastruktur.

Ein hybrider Ansatz ermöglicht eine höhere Flexibilität und kann maßgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Industriezweige bieten. Der Einsatz erfordert jedoch auch Investitionen in die Infrastruktur vor Ort und ein effizientes Datenmanagement, da die Integration und Synchronisation der verschiedenen Architekturschichten komplex ist und spezialisierte Management- und Sicherheitslösungen benötigt.

Zukunftsperspektiven: Mit 5G und KI das Potenzial erweitern

Mit der zunehmenden Verbreitung von 5G und der Integration der künstlichen Intelligenz direkt an der Edge gewinnt die Kombination von Edge und Fog Computing weiter an Bedeutung. 5G-Netzwerke eröffnen neue Möglichkeiten für Echtzeitanwendungen, da sie hohe Bandbreiten und niedrige Latenzen bieten, was die Basis für Anwendungen wie autonomes Fahren und industrielle Automatisierung bildet.

Azure Stack HCI bringt Cloud Computing in lokale Rechenzentren und auch in Edge-Umgebungen.(Bild:  Joos)
Azure Stack HCI bringt Cloud Computing in lokale Rechenzentren und auch in Edge-Umgebungen.
(Bild: Joos)

Gleichzeitig entwickelt sich Edge-KI als neuer Trend, bei dem maschinelles Lernen direkt auf Edge-Geräten ausgeführt wird. Diese Edge-KI kann etwa für die Echtzeitanalyse von Kamerabildern in autonomen Fahrzeugen oder für die Überwachung von Produktionslinien in Echtzeit genutzt werden. Die Verschmelzung von Edge und Fog Computing mit der KI-gestützten Datenverarbeitung ermöglicht es, große Datenströme lokal zu analysieren und darauf basierend Entscheidungen zu treffen, ohne auf zentrale Rechenzentren angewiesen zu sein.

Dabei wird deutlich, dass keine einzelne Architektur allen Anforderungen gerecht werden kann. Vielmehr etabliert sich die Kombination von Cloud, Edge und Fog Computing als langfristige Lösung, die es Unternehmen erlaubt, die Stärken jeder Technologie effizient zu nutzen und so eine hochgradig skalierbare und sichere Infrastruktur zu schaffen, die den komplexen Anforderungen der vernetzten Zukunft entspricht.

Edge-KI, die künstliche Intelligenz direkt auf Edge-Geräten verarbeitet, gewinnt besonders in Echtzeitanwendungen an Bedeutung. Statt Daten in die Cloud zu senden, werden komplexe Algorithmen direkt auf Sensoren, Kameras oder Mikrocontrollern ausgeführt, wodurch die Latenz deutlich reduziert wird. Dies ermöglicht eine sofortige Analyse und Reaktion, was entscheidend für Anwendungen wie autonomes Fahren, die Überwachung in Produktionsprozessen oder auch die Analyse von Videodaten in der Sicherheitsüberwachung ist. KI-Modelle können lokal trainiert und ständig angepasst werden, wodurch auch sensible Daten direkt am Ort der Entstehung bleiben und somit Sicherheitsrisiken reduziert werden. Fortschritte im Bereich des „Federated Learning“ ermöglichen es zudem, dass Edge-Geräte KI-Modelle trainieren und die Resultate anschließend für globale Verbesserungen synchronisieren, ohne dass Rohdaten geteilt werden.

KI beim Einsatz von Edge- und Fog Computing

Fog Computing kann von KI profitieren, indem es als zusätzliche Verarbeitungsstufe für komplexe KI-Anwendungen dient, die eine höhere Rechenleistung erfordern, als Edge-Geräte allein bieten können. Durch die Kombination von Edge-KI und Fog-Architekturen wird die Datenverarbeitung lokalisiert und zugleich skaliert, sodass Anwendungen in Echtzeit reagieren und komplexere Analysen ausführen können.

In industriellen Umgebungen könnte Fog Computing zum Beispiel zur Überwachung und Analyse von Maschinenzuständen genutzt werden, indem KI-Algorithmen Fehlermuster und Abnutzungserscheinungen frühzeitig erkennen und Maßnahmen anstoßen.

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