Das Cloud-Business der „großen Drei“ aus den USA läuft gut, wenn auch für viele Anleger nicht so gut, wie erhofft, und auch Europas größter Softwarehersteller SAP schwächelt. Alle setzen ihre Hoffnungen jetzt auf KI-Technologien.
Das Geschäft mit Cloud-Services läuft bei den weltweit größten Anbietern so einigermaßen - KI soll dem Ganzen neuen Schwung verleihen.
(Bild: AA+W - stock.adobe.com)
Schwächeres Cloud-Wachstum von Amazon
Die Aktien von Amazon haben mit einem deutlichen Kursabschlag auf den Quartalsbericht des weltgrößten Online-Versandhändlers reagiert. Amazon startete trotz hoher Inflation und Konjunktursorgen mit einem überraschend deutlichen Umsatzplus ins neue Geschäftsjahr. Auch beim Gewinn wurden die Erwartungen übertroffen.
Allerdings brachte die Telefonkonferenz des Managements zu den Quartalszahlen die unangenehme Erkenntnis, dass es im Cloud-Geschäft im April nur noch ein abgeschwächtes Wachstum gab. Für Amazon ist die Cloud-Sparte wegen ihrer hohen Gewinnspannen ein zentraler Profittreiber. Analysten sind zweigeteilt: Einerseits blicken einige mit sorgenvollem Blick auf die Cloud-Sparte. Andererseits betrachten andere das weniger dynamische AWS-Wachstum als nicht so tragisch. Für Douglas Anmuth von JPMorgan beispielsweise sei die enorme Steigerungsrate von 16 Prozent im ersten Quartal die eigentliche Überraschung gewesen, und nicht die plus elf Prozent im April.
Microsoft will Cloud-Wachstum mit KI-Software ankurbeln
Auch bei Microsoft schwächen sich die Zuwachsraten im Cloud-Geschäft – jüngst noch Wachstumstreiber bei Microsoft – ab. Neue Anwendungen mit Künstlicher Intelligenz sollen sie wieder in Schwung bringen. Der Konzern setzt auf einen langfristigen Schub für sein Geschäft durch KI-Software wie ChatGPT. So erhöhe der Einsatz von Programmen mit Künstlicher Intelligenz den Bedarf an Cloud-Infrastruktur etwa von Microsofts Plattform Azure, sagte Firmenchef Satya Nadella. Es wäre ein willkommener Rückenwind für Azure, denn Microsofts langjähriger Wachstumstreiber liefert kleinere Zuwachsraten ab.
Im vergangenen Quartal schwächte sich das Azure-Wachstum bereinigt um Wechselkurs-Schwankungen auf 27 Prozent ab. Die Prognose von 25 bis 26 Prozent Wachstum im laufenden Vierteljahr enttäuschte die Anleger. Denn noch vor nicht so langer Zeit hatte es Zuwachsraten von mehr als 40 Prozent gegeben. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel nach Veröffentlichung des Berichts um 3,7 Prozent nach.
Von dem prognostizierten Azure-Zuwachs sollen rund zwei Prozentpunkte aus dem Cloud-Geschäft mit KI-Diensten kommen. Microsoft ging einen milliardenschweren Pakt mit der ChatGPT-Entwicklerfirma OpenAI ein und baut Technologie des Start-ups nach und nach in viele seiner Produkte ein. So wurde jüngst ein KI-„Copilot“ für Microsofts Office-Programme vorgestellt. Er ist in die Büro-Anwendungen verwoben und kann unter anderem Inhalte aus E-Mails, Kalender, Chats und Dokumenten analysieren. Microsoft will von gewerblichen Kunden seines Microsoft-365-Pakets in den USA 30 US-Dollar pro Monat und Benutzer dafür verlangen. Copilot sei eine wichtige Säule für Microsoft 365, betonte Nadella.
Im vergangenen Vierteljahr steigerte Microsoft dank der Nachfrage nach Cloud-Diensten den Umsatz um acht Prozent auf rund 56,2 Milliarden US-Dollar (knapp 51 Mrd. Euro). Unterm Strich erreichte der Gewinn in dem Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal gut 20 Milliarden US-Dollar nach 16,7 Milliarden US-Dollar ein Jahr zuvor.
Google wächst mit Online-Werbung und Cloud
Die Abschwächung bei Online-Werbung bekam seit vergangenem Jahr auch Google zu spüren. Doch frische Zahlen zeigen, wie robust das Google-Geschäft ist. Somit kann sich Google weiter auf seine Stärken verlassen: Im vergangenen Quartal gab es deutliche Zuwächse bei Werbung rund um die Internetsuche und bei der Videoplattform Youtube. Zugleich gelangen dem Internet-Riesen Fortschritte im Cloud-Geschäft – und auch die Verluste bei anderen Projekten des Mutterkonzerns Alphabet wurden gedrückt.
Bei Werbung im Umfeld der Google-Suchmaschine wuchs der Umsatz im Jahresvergleich von knapp 40,7 auf rund 42,63 Milliarden Dollar. Die Anzeigenerlöse bei Youtube legten von 7,3 auf 7,66 Milliarden Dollar zu, wie der Internet-Konzern am Dienstag mitteilte. In den vergangenen Quartalen hatten Konjunktursorgen zum Teil die Online-Werbeausgaben gebremst. Das bekam auch Google zu spüren. Außerdem steht die Frage im Raum, ob Microsoft mit der Integration von Technologie hinter dem populären Chatbot ChatGPT in seine Suchmaschine Bing Marktanteile von Google abjagen könnte. Die jüngsten Zahlen zeigen jedoch, wie robust das Kerngeschäft von Google ist.
Die Werbung bei Google sorgt auch größtenteils für die Gewinne: Sie brachte ein operatives Ergebnis von 23,45 Milliarden US-Dollar ein, 8,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Cloud-Geschäft verbuchte operativ ein Plus von 395 Millionen US-Dollar nach roten Zahlen von 590 Millionen im Vorjahresquartal.
Stand: 08.12.2025
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Wachstum in SAPs Cloud-Geschäft enttäuscht die Anleger
Schleppendes Wachstum im zukunftsträchtigen Cloud-Geschäft und niedrigere Jahresziele der Walldorfer schmecken den Anlegern von SAP gar nicht. Die Aktien von Europas größtem Softwarehersteller sackten mit 119,34 Euro auf das tiefste Niveau seit Mitte Mai ab, leicht unter ihre 100-Tage-Linie. Sie gilt als Barometer für den längerfristigen Trend. Hier fanden sich dann wieder erste Käufer, die den SAP-Aktien zurück über die für das Chartbild wichtige Marke von 120 Euro verhalfen. Es blieb jedoch ein Minus von rund 4,5 Prozent.
Auch Experten übten in ersten Reaktionen durchaus Kritik an den Resultaten von SAP. Gleichwohl sparten sie auch nicht an Lob und sehen somit ihre langfristigen Anlagestorys immer noch intakt. Die verfehlten Erwartungen im Cloud-Bereich seien direkte Folge unter Druck stehender Investitionen der Firmen im IT-Bereich, erklärte Nay Soe Naing von Berenberg. Dies sei kurzfristig belastend für die Aktien, biete wohl aber eine gute Einstiegschance in den längeren Cloud-Wandel. Der Experte erinnerte an jüngste Investitionen in Start-ups im Bereich Künstliche Intelligenz (KI), denen er einigen Rückenwind zutraut.
Auch Toby Ogg von JPMorgan erwartet keine Gefahr für die allenfalls kurzfristig etwas behinderte Wachstumsstory. Er sieht den wieder gestiegenen Zuspruch im klassischen Softwaregeschäft S4 Hana sogar als Bonus, der mittelfristig den Ausschlag für eine gute Umsatzentwicklung geben könnte. Ogg hebt ebenfalls den KI-Bereich als langfristigen Kick heraus.