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Zu komplex für simple Rechnungen

Beschaffungskonzepte im Zeitalter der digitalen Transformation

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Bisher sind Sourcing-Strategien stark von Technologie einerseits und von Kostenaspekten andererseits geprägt. Fragen nach der jeweils eingesetzten Technik, nach konkreter Hardware, sind im Rahmen der digitalen Transformation obsolet, weil Provider nicht mehr Systeme, sondern Prozesse zur Verfügung stellen. Wie der Provider seinen Service bereitstellt, muss er selbst wissen. Wichtiger ist, dass der Provider die neuen Geschäftsprozesse und -modelle versteht und unterstützt, und zwar immer zeitnah. Die Trends der Communities muss er also schon kennen, bevor sie sein Auftraggeber ins Gespräch bringt. Nur so kann er tatsächlich zur Wertschöpfung seines Kunden beitragen.

Damit ist auch klar, dass Sourcing in der digitalen Transformation nicht mehr allein unter Kostenaspekten betrachtet werden kann. Das heißt nicht, dass Kosten uninteressant geworden wären. Doch sind Gesichtspunkte wie Qualität oder Prozessunterstützung künftig viel stärker zu beachten. Früher wurde dergleichen nur berücksichtigt, soweit es sich in Kostenmodellen beziffern ließ. So kam beispielsweise das Outsourcing in den Ruf einer undifferenzierten Kostenabbaumaßnahme. Groß war dann das Erstaunen, wenn sich die geplanten Einsparungen in der Realität gar nicht einstellten, weil etwa unzureichende Service-Qualität oder mangelnde Skalierbarkeit teure Ausgleichsmaßnahmen notwendig machte. Die digitale Transformation setzt hier einen umfassenderen, wertschöpfungsorientierten Ansatz voraus. Sourcing ist zu komplex, als dass man es auf eine einzige Rechengrößte reduzieren könnte.

Diethelm Siebuhr, CEO der Nexinto Holding.
Diethelm Siebuhr, CEO der Nexinto Holding.
(Bild: Nexinto)
* Der Autor Diethelm Siebuhr ist CEO der Nexinto Holding.

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