AWS baut mit an digitaler Souveränität in Europa Die „Region Brandenburg“ nimmt weiter Gestalt an

Von Elke Witmer-Goßner 3 min Lesedauer

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AWS treibt seine European Sovereign Cloud voran – eine speziell für Europa entwickelte Cloud-Lösung, die hohe Souveränitätsanforderungen erfüllen soll. Besonders regulierte Branchen und Behörden profitieren von mehr operativer Kontrolle und Compliance-Sicherheit. Max Peterson von AWS berichtet über den aktuellen Fortschritt der geplanten souveränen Cloud-Region in Deutschland.

Ein AWS-Rechenzentrums, bald auch digital souverän: Die European Sovereign Cloud soll Unternehmen in hoch regulierten Branchen und Behörden weitere Möglichkeiten bieten, ihre Anforderungen an Compliance und Souveränität zu erfüllen.(Bild:  AWS)
Ein AWS-Rechenzentrums, bald auch digital souverän: Die European Sovereign Cloud soll Unternehmen in hoch regulierten Branchen und Behörden weitere Möglichkeiten bieten, ihre Anforderungen an Compliance und Souveränität zu erfüllen.
(Bild: AWS)

„Seit der Ankündigung der European Sovereign Cloud und insbesondere der ersten Region in Brandenburg haben wir erhebliche Fortschritte gemacht“, erklärt Max Peterson, VP Sovereign Cloud bei Amazon Web Services (AWS). Der Start der Region sei wie angekündigt für Dezember 2025 geplant, und alle Arbeiten verlaufen planmäßig. „Es war uns wichtig, dass der Aufbau schnell voranschreitet und wir bereits frühzeitig mit dem Personalaufbau beginnen“, betont Peterson. Und weiter: „Wir haben Stellen in den Bereichen Softwareentwicklung, Rechenzentrumsbetrieb, Kundendienst und technischer Support geschaffen.“

Das Besondere an der European Sovereign Cloud von Amazon Web Services ist, dass sie ausschließlich in der EU betrieben wird, von EU-Bürgern verwaltet wird und vollständig den EU-Gesetzen unterliegt. In Bezug auf gesicherten Datenschutz ist Peterson zuversichtlich. „AWS hat von Anfang an stark in Datenschutz investiert“, sagt Peterson, und bereits zwei Jahre vor Inkrafttreten der DSGVO sichergestellt, dass alle AWS-Regionen konform seien.

Nicht nur die Kundendaten, sondern auch alle erstellten Metadaten bleiben innerhalb der Region, um höchste Datenschutzanforderungen zu erfüllen.

Jüngste politische Entwicklungen in den USA, darunter die Entlassung mehrerer Mitglieder des Privacy and Civil Liberties Oversight Board, haben Fragen zur Zukunft des transatlantischen Datenschutzes aufgeworfen. AWS sieht in dieser Entwicklung bisher aber keine unmittelbare Gefahr für den EU-US-Datenaustausch. „Die Struktur des Datenschutzrahmens bleibt erhalten, und wir setzen uns für eine schnelle Wiederbesetzung der Gremien ein“, stellt Peterson klar.


Max Peterson leitet als Vice President AWS Sovereign Cloud die Entwicklung von Souveränitäts-, Datenschutz- und Sicherheitslösungen für AWS-Kunden weltweit. Er treibt die AWS European Sovereign Cloud als unabhängige Cloud-Umgebung in der EU voran. Zuvor war er VP für den weltweiten öffentlichen Sektor bei AWS.

Bildquelle: AWS

Bedeutung für europäische Unternehmen und Start-ups

AWS sieht in der European Sovereign Cloud eine große Chance für europäische Unternehmen. „Wir arbeiten eng mit lokalen Partnern zusammen, wie beispielsweise T-Systems“, erklärt der AWS-Sprecher mit Blick auf das kürzliche veröffentlichte Programm „AWS Digital Sovereignty Competency“. Zusätzlich werden Start-ups durch spezielle Programme gefördert, um innovative Lösungen für digitale Souveränität zu entwickeln.

AWS-Kompetenz „Digitale Souveränität“

AWS hat die AWS-Kompetenz „Digitale Souveränität“ eingeführt, um Unternehmen und Organisationen bei der Einhaltung von Souveränitäts- und Compliance-Anforderungen in der Cloud zu unterstützen.

Kernpunkte:
- Diese Kompetenz wird an AWS-Partner verliehen, die fortschrittliche Lösungen zur Datenresidenz, Zugriffskontrolle, Resilienz und Eigensuffizienz anbieten.
- Die Partner unterstützen Kunden insbesondere im öffentlichen Sektor und regulierten Branchen bei der Einhaltung lokaler und internationaler Compliance-Vorgaben.
- Kunden sollen von vertrauenswürdigen, technisch qualifizierten Partnern profitieren, die AWS-Technologien und Sicherheitsfunktionen für Souveränitätslösungen nutzen.

Ein weiteres wichtiges Element ist der AWS Marketplace, der vollständig in die neue Cloud-Region integriert wird. „Damit erhalten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Softwarelösungen einem breiten europäischen Markt anzubieten.“

Modell für andere Regionen?

Mit der US GovCloud hat AWS bereits ein ähnliches Modell erfolgreich umgesetzt. Peterson ist überzeugt, dass die European Sovereign Cloud ebenso ein Erfolg werde – und ein Modellprojekt für andere Nationen. „Sollte die Nachfrage steigen, sind wir bereit, weitere Regionen aufzubauen.“

Max Peterson von AWS (l.) und Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach gemeinsam auf dem AWS Summit 2024.(Bild:  AWS)
Max Peterson von AWS (l.) und Brandenburgs Wirtschaftsminister Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach gemeinsam auf dem AWS Summit 2024.
(Bild: AWS)

Zum Start wird die European Sovereign Cloud über 90 AWS-Services umfassen, darunter KI- und ML-Dienste wie AWS SageMaker und Amazon Bedrock. „Unsere Kunden erwarten eine vollwertige Cloud-Erfahrung und genau das werden wir liefern“, verspricht Peterson. Die ersten Kunden sollen bereits Ende 2025 Zugriff auf die neue Region erhalten.

AWS investiert 7,8 Milliarden Euro in dieses Projekt und sieht darin eine langfristige Verpflichtung für den europäischen Markt: „Wir haben uns dazu verpflichtet, eine Cloud-Infrastruktur aufzubauen, die den höchsten Standards entspricht und europäischen Unternehmen die digitale Souveränität bietet, die sie benötigen.“

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