Bereits erste Zeichen der Entwarnung Amazon-Störung legt Websites und Apps lahm

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Plötzlich geht nichts mehr: Von Fortnite bis Zoom – ein Ausfall bei AWS legt große Teile des Internets lahm. Nach stundenlangen Störungen scheint Amazon nun das Problem in den Griff zu bekommen.

Ein Ausfall bei AWS legte zahlreiche Websites und Apps lahm. (Bild:  Amazon)
Ein Ausfall bei AWS legte zahlreiche Websites und Apps lahm.
(Bild: Amazon)

Ein großer Ausfall beim Internetgiganten Amazon hat Dutzende Websites, Online-Spielen und Apps, darunter Snapchat und Fortnite und Business-Anwendungen wie Slack und Zoom beeinträchtigt. Amazon meldete zunächst auf seiner Statusseite für die Amazon Web Services (AWS) einen Ausfall des Amazon-Service DynamoDB. Als Folge seien bei weiteren 29 AWS-Diensten erhöhte Fehlerraten und Verzögerungen aufgetreten.

„Erste Zeichen der Entwarnung“

Am Montagmittag kamen dann erste Zeichen der Entwarnung. „Wir sehen deutliche Anzeichen für eine Besserung“, hieß es auf der AWS-Statusseite. Zuvor hatte Signal-Präsidentin Meredith Whittaker darauf hingewiesen, dass ihr Messenger-Dienst durch eine Störung bei AWS in Mitleidenschaft gezogen ist. „Hey Leute, wir wissen, dass Signal bei einigen von euch gerade nicht läuft. Das scheint mit einem größeren Ausfall von AWS zusammenzuhängen. Bleibt dran“, schrieb Whittaker auf Bluesky.

Das Tochterunternehmen von Amazon ist einer der weltweit führenden Anbieter von Cloud-Computing-Diensten. AWS stellt dabei die virtuelle Infrastruktur für einen erheblichen Teil des Internets bereit. Die Dienste der Amazon-Tochter sind vor allem bei Startups populär, weil sie die benötigten IT-Ressourcen wie Rechenleistung, Speicherplatz, Datenbanken oder spezielle Software-Funktionen für KI über das Internet von AWS mieten können. Dieser Umstand führt allerdings dazu, dass bei einer großen AWS-Störung gleich mehrere Webseiten und Apps in die Knie gehen.

Viele Dienste gestört

Auf dem Portal allestörungen.de konnte man die Folgen des AWS-Ausfalls bei mehreren Dutzend Anbietern sehen. Betroffen waren zum einen Amazon-Dienste selbst, wie Amazon Alexa, Amazon Prime und Amazon Music, Ring oder das Shoppingportal Amazon.de. Auch das KI-Portal Perplexity war zeitweise gestört. Zeitweise Beeinträchtigungen gab es auch bei den Zahlungsdienstleistern wie Venmo, der Aktienhandels-App Robinhood sowie der Kryptowährungsbörse Coinbase. Außerdem waren auch viele kleinere Anbieter wie die Sprachlern-App Duolingo betroffen.

Kommentar: Wenn die Cloud wackelt, wackelt das Netz

von Elke Witmer-Goßner


Ein Ausfall bei Amazon Web Services reicht und plötzlich stehen zentrale Teile des digitalen Alltags still: Messenger, Spiele, Business-Anwendungen, Streaming, Bezahldienste. Der Vorfall zeigt glasklar, wie sehr unsere digitale Infrastruktur an wenigen Hyperscalern hängt.

Digitale Souveränität bedeutet in solchen Momenten mehr als Datenschutz oder Standortpolitik. Sie steht für die Fähigkeit, Systeme unabhängig zu betreiben, Daten notfalls umzuziehen und Dienste fortzuführen, auch wenn ein globaler Anbieter ausfällt. Wer seine geschäftskritischen Workloads vollständig bei AWS oder anderen Hyperscalern hostet, überträgt nicht nur Rechenleistung, sondern auch Resilienz.

Die Störung sollte auch den letzten Skeptiker aufrütteln: Wir in Europa brauchen eine robustere, diversifizierte Cloud-Landschaft mit offenen Standards, verteilten Architekturen und echten Exit-Strategien. Sicherheit in der Cloud entsteht nicht durch Größe, sondern durch Unabhängigkeit.

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