Digitale Souveränität in der Verwaltung Alternative Softwarelösungen: Chancen und Hürden

Von Barbara Gribl 2 min Lesedauer

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Der Ruf nach technologischen Alternativen ist laut. Doch welche gibt es? Europäische Verwaltungen setzen verstärkt auf Open-Source-Software, um digitale Souveränität zu erlangen und Resilienz in unsicheren Zeiten zu stärken.

Open-Source-Lösungen bieten eine Alternative zu proprietärer Software und fördern Resilienz in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten.(Bild: ©  k_viktar - stock.adobe.com)
Open-Source-Lösungen bieten eine Alternative zu proprietärer Software und fördern Resilienz in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten.
(Bild: © k_viktar - stock.adobe.com)

Europäische Verwaltungen setzen zunehmend auf Open-Source-Lösungen statt auf proprietäre Software. Dies belegt die Informationstechnische Gesellschaft im VDE (VDE ITG) in der Kurzinformation „Frischer Wind in der Softwarenutzung für mehr digitale Souveränität".

„Die aktuelle geopolitische Lage mit ihren Unwägbarkeiten befördert diesen Wandel“, sagt Dr. Damian Dudek, Geschäftsführer der VDE ITG. Den Unternehmen geht es darum, ihre digitale Souveränität zu stärken. Gerade „in Zeiten politischer Instabilität ist es entscheidend, Resilienz und Unabhängigkeit zu stärken – um sich mit eigenen Software-Innovationen auf dem globalen Markt zu behaupten“, erläutert Dudek weiter. Doch wie steht es aktuell um Alternativen zu proprietärer (Cloud-)Software aus?

Anforderungen, Herausforderungen und der Einfluss neuer Regulierungen

Mehr noch stellt sich die Frage, welche Anforderungen staatliche und öffentliche Institutionen an digitale Lösungen haben. Und wo denn die größten Hindernisse bei der Umsetzung liegen. Vor allem seien es laut Untersuchungen der VDE ITG sicherheitspolitische Überlegungen, die bei Fragen rund um die digitale Souveränität in der EU aufkommen. Aber auch neue Regulierungen und die wachsende Bedeutung von KI spielen eine wichtige Rolle.

Der Markt für Lösungen im Kontext digitaler Souveränität sei komplex, sagt Dr. Matthias Wirth von der VDE ITG. Beispielsweise will die EU mit dem Data Act den Austausch und die Nutzung von Daten und damit den Wechsel von Cloud-Anbietern innerhalb des europäischen Wirtschaftsraums erleichtern. Die Regelungen zum sogenannten Cloud Switching sollen im September 2025 in Kraft treten.

Datensicherheit in einer global vernetzten IT-Landschaft

Auch Open-Source-Alternativen zu kommerzieller und proprietärer Software werden erprobt, um Daten sicher aufzubewahren und deren Abfluss in Drittländer zu verhindern. Zwar lebt diese IT-Lösung von ihrem globalen, kollaborativen Charakter, indem Entwickler auf der ganzen Welt dazu beitragen, ihre Funktionalität zu verbessern und ihre Fehler zu beheben. Allerdings werden dadurch Software-Lieferketten, die sich aus verschiedenen Open-Source-Bibliotheken zusammensetzen, oft nicht gründlich genug geprüft, was potenziellen Angreifern die Tür öffnet.

Zwischen Herausforderung und Chance

Gesetzgebung und wirtschaftliche Anreize könnten den Einsatz alternativer Lösungen in Deutschland fördern und so eine Skalierung im europäischen Raum ermöglichen, so die Experten von VDE ITG. „Wenn die entwickelten Technologien einen entsprechenden Reifegrad erreichen, lässt sich der internationale Wettbewerb durchaus gewinnen“, betont Dudek. Erste Ansätze gäbe es bereits: Deutsche Unternehmen entwickeln Anwendungen für Polizei, Militär und Cyberabwehr. „Es mangelt also nicht an erprobten Angeboten – sondern an politischem Willen und wirtschaftlicher Entschlossenheit, diese Technologien konsequent voranzutreiben“, so Dudek.

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