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Gestatten? Ein Blick zurück
Es ist nicht neu, dass die Vorherrschaft der SQL-Datenbank in Frage gestellt wird. In den 90er Jahren wurden Objektdatenbanken als Möglichkeit propagiert, Daten in einem Format zu speichern, das besser zu objektorientierten Sprachen passte. Leider waren aber die Objektdatenbanken zu eng mit bestimmten objektorientierten Sprachen gekoppelt und erschwerten daher einen flexiblen Datenzugriff. Objektdatenbanken verloren bald die Gunst der Anwender, und objektrelationale Abbildungslösungen (Object-relational Mappers, ORM) gewannen an Beliebtheit.
Ein Jahrzehnt später kamen dann XML-Datenbanken in Mode, die eine flexible Speicherung für XML-basierte Applikationen erlaubten. Relationale Systeme führten bald ebenfalls die XML-Speicherung ein, und reine XML-Datenbanken verschwanden ebenfalls wieder von der Bildfläche.
NoSQL-Datenbanken werden nie völlig verschwinden, ebenso wie es immer noch Objektdatenbanken und XML-Datenbanken gibt. Jedoch werden sich die SQL-Datenbanken entsprechend weiterentwickeln. SQL-Datenbanklösungen lernen aus der Unzufriedenheit der Anwender mit den Einschränkungen von SQL und führen Merkmale ein, mit denen sie die Lücke füllen, welche die Anwender zum Wechsel zu NoSQL bewegt hat.
Kennen Sie Postgres?
In Postgres wurden zahlreiche NoSQL-typischen Funktionsmerkmale realisiert, die eine weitergehende Skalierung, nicht-dauerhafte Datenhaltung und die Bearbeitung von JSON-Daten unterstützen – hierdurch gelangen die Anwender in den Genuss von NoSQL-Features, während gleichzeitig die Vorteile der relationalen SQL-Systeme erhalten bleiben.
Wenn Sie also NoSQL in Betracht ziehen, können Sie wählen: NoSQL verwenden und seine Beschränkungen akzeptieren oder SQL behalten und zusätzliche NoSQL-Features mit modernen SQL-Datenbanken wie Postgres nutzen.
Der Autor:
Bruce Momjian, Mitarbeiter von EnterpriseDB, ist Mitbegründer der PostgreSQL Global Development Group. Er arbeitet bereits seit 1996 an PostgreSQL mit und ist auch Autor des Buches „PostgreSQL: Introduction and Concepts“ (erschienen bei Addison-Wesley).
Vor seiner Tätigkeit für EnterpriseDB war er bei SRA Japan und Great Bridge LLC, beides Anbieter von PostgreSQL-Supportleistungen, tätig. Bruce Momjian hält regelmäßig Vorträge auf internationalen Open-Source-Konferenzen.
Vor seiner PostgreSQL-Zeit arbeitete er als Berater und entwickelte kundenspezifische Datenbank-Applikationen für einige der weltgrößten Anwaltskanzleien. Während seiner akademischen Laufbahn war Momjian fünf Jahre lang als Informatiklehrer an High Schools tätig. Er besitzt einen Masters-Abschluss in Erziehungswissenschaft und ist derzeit Gastprofessor an der Drexel University.
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