Völlig neu konzipiert - SAP Business Suite 4 SAP HANA

Kleiner, schneller, Cloud-fähig: HANA auf Speed

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Florian Karlstetter

SAP hat in New York mit S/4HANA eine neue Generation der Enterprise Business Software vorgestellt. Mit dem Release ist es SAP gelungen, den Speicherbedarf der In-memory-Datenbank und ihrer Anwendungen auf ein Zehntel zu drücken. Im Bild: das SAP-Rechenzentrum in St. Leon-Rot.
SAP hat in New York mit S/4HANA eine neue Generation der Enterprise Business Software vorgestellt. Mit dem Release ist es SAP gelungen, den Speicherbedarf der In-memory-Datenbank und ihrer Anwendungen auf ein Zehntel zu drücken. Im Bild: das SAP-Rechenzentrum in St. Leon-Rot. (© SAP)

SAP hat mit S4/HANA die vierte Generation seiner Business Suite an ERP-Anwendungen vorgestellt. S4, der Nachfolger von R3, soll der "digitalen Transformation" von Unternehmen dienen. Die DSAG sieht S4 eher für "visionäre Unternehmen bzw. Vorreiter" geeignet.

SAP-CEO Bill McDermott.
SAP-CEO Bill McDermott. (© SAP SE)

S4/HANA stellt die neue Generation von SAPs Unternehmenssoftware dar. Sie folgt drei Prämissen, wie SAP-CEO Bill MCDermott sagte: "S4 unterstützt das Real-time Enterprise; arbeitet vernetzt, um Ariba, Concur und andere Cloud-Software von SAP zu unterstützen; und es arbeitet so einfach wie möglich." Denn Cloud-Unternehmen oder solche, die die digitale Transformation im Auge haben, scheuen Komplexität wie der Teufel das Weihwasser. Alles, was komplex ist, gehört ins Rechenzentrum, nicht aufs Endgerät.

Für diese drei Ziele hat SAP mehrere Entwicklungen der letzten Jahre zu einem neuen Angebot zusammengeführt. Da alle Anwendungen von SAP auf die Datenbankplattform HANA portiert worden sind oder noch werden, stellt HANA nun nicht nur die Basis und Drehscheibe von S4 dar, sondern kann seine großen Performance-Vorteile voll ausspielen. Diese hat Hasso Plattner, Mitgründer des Unternehmens, bei der Vorstellung an der New Yorker Börse deutlich herausgestrichen.

Kleiner, schneller, einfacher

Es sei SAP gelungen, den Speicherbedarf der In-memory-Datenbank und ihrer Anwendungen auf ein Zehntel zu drücken. Das hat seinen Preis: Eine Anwendung wie Simple Finance verfügt nun nicht mehr über ca. zehn Tabellen, von denen einige auch noch Untertabellen aufweisen, sondern nur noch vier Haupttabellen. Der verringerte Footprint erlaube es künftig, Transaktions- und historische Daten im gleichen System auf einem Endgerät von der Speicherkapazität eines Smartphones oder Tablets mit mindestens 8 GB RAM bereitzustellen. Dort laufe die Datenverarbeitung bzw. das Reporting drei- bis fünf Mal schneller als bisher. Reports lassen sich, wie demonstriert, auf einer Smartwatch abrufen.

"Es gibt keine Updates mehr", sagte Plattner und meinte damit, dass keine bestehenden Daten geändert, sondern nur noch neue Daten in die spaltenorientierte Datenbank HANA weggeschrieben werden. "Da es nun keine Datenkonflikte bei Updates mehr geben kann, erlaubt uns dies eine massive Parallelisierung, die den Betrieb um den Faktor 50 beschleunigt."

Es ist sattsam bekannt, dass Transaktions- und historische Daten in HANA gemeinsam vorgehalten werden. Nun sollen deshalb Business Analytics aufgrund der Geschwindigkeitsvorteile um den Faktor 1800 beschleunigt werden können. Davon profitieren nicht zuletzt Simulationen und Vorhersagen, wie Bernd Leukert, Mitglied des globalen Vorstands, anhand von Beispielen erläuterte.

Integration von Fiori

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit stehen in S4 auch die Transaktionen mit grafischer Benutzeroberfläche namens Fiori bereit. Mit Fiori sind die Anwendungen auf nahezu jedem Endgerät ausführbar. "Simple Finance" besitzt die auf HTML5 und CSS basierende Grafikoberfläche, die im Browser läuft, schon seit geraumer Zeit. Welche anderen Anwendungen als nächste davon profitieren werden, machte Plattner von den Kundenforderungen abhängig.

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"Guided Configuration" erleichtert Implementierung

Das vielleicht eindrucksvollste Merkmal an S4 ist die "Guided Configuration". Der PAC-Analyst Rüdiger Spies erläutert: "Das ist eine Möglichkeit, sich das System entsprechend seinen Notwendigkeiten online zu parametrisieren und zu konfigurieren." Gibt der Nutzer beispielsweise ein: „Wir sind Fertiger“, dann verschwinden die Optionen für Chemieunternehmen, und andere Optionen für Fertiger tauchen im Menü auf. Dazu liefert SAP automatisch Musterdaten und Vorlagen, damit der Nutzer die Anwendung sofort testen kann. "Eigentlich eine coole Sache", findet Spies. Es erleichtere die Arbeit der Implementierer bzw. eliminiere deren Arbeit. "Es sorgt auf jeden Fall für mehr Konsistenz im System."

Aktuell profitieren vor allem diejenigen Unternehmen von S/4 HANA, die auf die Karte 'Digitalisierung' setzen, meint Matthias Zacher von IDC.
Aktuell profitieren vor allem diejenigen Unternehmen von S/4 HANA, die auf die Karte 'Digitalisierung' setzen, meint Matthias Zacher von IDC. (© Uwe Noelke / IDC)

Nicht nur für die Cloud

"Das evolutionäre Element an S/4 HANA", meint Matthias Zacher von IDC, "ist die Konsolidierung unterschiedlicher Ansätze, Technologien und Produkte in eine Lösung bzw. das Einfangen von Entwicklungen, die über die Jahre nebeneinander standen oder auseinander gedriftet sind."

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