Lansol, Global Access, myLoc und Boreus firmieren nun als Wiit AG. Die Fusion soll Synergieeffekte bergen und einen durchschlagenderen Auftritt ermöglichen. CloudComputing-Insider sprach mit dem CEO der neu aufgestellten AG, Christoph Herrnkind.
Die Wiit AG inkorporiert ihre Töchtere Lansol, Global Access, myLoc und Boreus.
(Bild: frei lizenziert, JonPauling / Pixabay)
Der Mailänder Cloud-Provider Wiit hat seine deutschen Tochtergesellschaften Lansol, Global Access, myLoc und Boreus zusammengeschlossen. Sie firmieren seit Mitte April als Wiit AG. Der Zusammenschluss zielt selbstredend auf Synergieeffekte ab, die gemeinsame Nutzung von Produktions- und Vertriebskapazitäten senkt naturgemäß die strukturellen Fixkosten. Größere Unternehmen verfügen zudem in der Regel über eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten und Kunden.
So bezeichnet dann auch der CEO der neu aufgestellten AG, Christoph Herrnkind, die Zusammenlegung als einen weiteren wichtigen Meilenstein für Wiit in Deutschland, nach der Eröffnung des neuen deutschen Headquarters in Düsseldorf und dem Tier-IV-zertifizierten Rechenzentrum dort: „Durch den einheitlichen Markenauftritt stärken wir die Sichtbarkeit und die Position der Gruppe. Zudem fördern wir mit der Optimierung der innerbetrieblichen Abläufe das weitere Wachstum von Wiit.“
Mit über 700 Mitarbeitern, davon 400 in Deutschland, sei die Wiit-Gruppe mittlerweile eine feste Größe auf dem europäischen Markt für Premium-Cloud-Lösungen geworden. „Mitarbeiter in eigenen, über die verschiedenen Standorte verteilten Competence-Centern gestalten und betreiben Services der Gruppe. Durch die gruppeneigenen Rechenzentren in Deutschland, in Italien und jetzt auch in der Schweiz erfüllen wir zudem regionale Datenschutzanforderungen“, erläuterte Herrnkind gegenüber CloudComputing-Insider weiter. Auch die Partner profitierten von dem Zusammenschluss, da Wiit ihnen zukünftig ein erweitertes und damit attraktiveres Serviceportfolio anbieten könne.
Cloud4Europe nicht zu stoppen
Alessandro Cozzi, CEO der Wiit S.p.A., sieht in der Integration einen weiteren wichtigen Schritt im Rahmen des „Projekts Cloud4Europe“: „Mit unserem Projekt wollen wir anderen Unternehmen, die alleine nicht groß genug sind, die Möglichkeit geben, die digitale Transformation umzusetzen“, hatte Herrnkind schon vor einem Jahr die Ziele gegenüber IT-Business erläutert. „Wir streben einen gesunden Mix aus Akquisitionen und natürlichem Wachstum an. Bislang sind wir natürlich um mehr als zehn Prozent jährlich gewachsen, durch die Akquisition hat sich unseren Wachstumsprozess beschleunigt.“
Alessandro Cozzi, CEO der Wiit S.p.A.
(Bild: Wiit)
Mit der Zusammenlegung der deutschen Töchter gibt sich Herrnkind aber nicht zufrieden. Gerade erst ist die Wiit AG eine strategische Partnerschaft mit dem E-Commerce Full-Service-Unternehmen Empiriecom eingegangen. Dieses betreut aktuell rund 50 Online-Auftritte in Deutschland, Österreich und der Schweiz und verfügt über ein Team mit rund hundert Köpfen. Der Anbieter ist Teil der Baur-Gruppe und Mitglied der Otto Group und hat bereits seit mehreren Jahren eng mit der Boreus GmbH zusammengearbeitet, die seit Oktober 2021 Teil der Wiit-Gruppe ist.
Die Produkte und Leistungen von Empiriecom und Wiit sollen kombiniert werden, um so eine gemeinsame und skalierbare E-Commerce-Plattformen anbieten zu können. Diese soll als „schlüsselfertige Lösung“ offeriert werden und den E-Handel zum Kinderspiel machen.
„Die E-Commerce-Branche stellt für Wiit ein spannendes Wachstumsfeld dar. Gemeinsam mit Empiriecom können wir eine äußerst leistungsstarke E-Commerce-Plattform aus unseren europäischen Tier-IV-Rechenzentren heraus anbieten“, erläuterte Herrnkind. „Die Bereitstellung von derart ausgereiften und hoch performanten E-Commerce-Plattformen aus Private-Cloud-Lösungen, die auf einem State-of-the-Art Cloud-Native-Stack basieren, ist ein Alleinstellungsmerkmal, mit dem wir dieses Geschäftsfeld in Deutschland und in Italien betreten. Eine Ausweitung über die beiden Länder hinaus, beispielsweise in die Schweiz und nach Österreich, ist Teil unserer Planung.“
Deutscher Markt weiter entscheidend für Wiit
Erst Ende März hatte Wiit durch die Übernahme der Econis AG mit Sitz in Dietikon bei Zürich zudem den Schweizer Markt betreten. „Mit dem Kauf von Econis erschließen wir mit der Deutschschweiz einen Markt mit großem Potenzial und hohen Synergieeffekten mit unserem Geschäft in Deutschland“, hatte Cozzi damals gesagt. Darüber hinaus biete Econis eine Plattform, über die weitere Akquisitionen in der Region integriert werden sollen.
Wird das immer so weitergehen? Das M&A-Team der Wiit-Gruppe rund um den Chief Merger & Acqusition Officer Francesco Baroncelli bleibt nach Auskunft von Herrnkind auch nach der jüngsten Akquisition „weiterhin sehr aktiv. Der Fokus liegt dabei nach wie vor auf der DACH-Region. Allerdings sind auch Akquisitionen in Europa über die bisher erschlossenen Länder hinaus vorstellbar.“
Stand: 08.12.2025
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Neue Märkte sind wichtig, der wichtigste für Wiit bleibt aber der deutsche: Im März wurde bekannt, dass das Deutschlandgeschäft der Gruppe mit mehr als 400 Mitarbeitern im Geschäftsjahr 2023 rund 56 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen hatte. Hierzulande liegt der Anteil der wiederkehrenden Umsätze zudem bei 95 Prozent.
„Wir haben das Geschäftsjahr sowohl in Italien als auch in Deutschland mit einem neuen Rekordumsatz abgeschlossen und mit der Förderung des organischen Wachstums die besten Voraussetzungen für ein noch erfolgreicheres Jahr 2024 geschaffen. Zudem erwarten wir durch die Integration des akquirierten ‚Cloud & Edge‘-Geschäfts, die wir in den kommenden Wochen abschließen werden, eine weitere Stärkung unserer Position in Deutschland“, so Cozzi.