KI-Videoüberwachung in Hamburg Strichmännchen gegen Kriminalität

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Videoüberwachung gibt es an mehreren Orten in Hamburg schon länger. Nun wird eine intelligente Software am Hansaplatz in der Nähe des Hauptbahnhofs getestet. Der Innensenator sieht schon Anwendungsmöglichkeiten bei der Überwachung in Zügen.

Eine im Video erfasste Person bzw. deren Pose (z.B. ein zum Schlag erhobener Arm) wird durch ein in die Szene projiziertes digitales Skelett („Strichfigur“) ersetzt.(Bild:  Fraunhofer IOSB Karlsruhe)
Eine im Video erfasste Person bzw. deren Pose (z.B. ein zum Schlag erhobener Arm) wird durch ein in die Szene projiziertes digitales Skelett („Strichfigur“) ersetzt.
(Bild: Fraunhofer IOSB Karlsruhe)

Ein wenig sieht es aus wie in einem Comic. Kleine Strichfiguren huschen über den Bildschirm – doch sie haben einen realen Hintergrund. Eine intelligente Software verwandelt echte Menschen aus Datenschutzgründen in Strichfiguren und soll dann verdächtige Bewegungsmuster erkennen. So können Schläge, Tritte, Schubsen oder eine Gruppenbildung schnell identifiziert und die Beamte in der Überwachungszentrale mit einem Ping aufmerksam gemacht werden.

Zum Einsatz kommt die intelligente Software in Hamburg erstmals auf dem Hansaplatz in der Nähe des Hauptbahnhofs. Er gilt als ein Kriminalitätsschwerpunkt und wird seit Jahren videoüberwacht – nun soll die Überwachung intelligenter und damit effektiver werden. Hamburg ist laut Innenbehörde nach Mannheim der zweite Standort bundesweit, an dem die vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB) entwickelte Software erprobt wird.

Digitale „Skelettierung“

Polizeivizepräsident Mirko Streiber sagte bei der Vorstellung des Pilotprojekts am Freitag, die Software ermögliche es den Beamten, besser mit einer immer größer werdenden Menge an Videomaterial umzugehen und Gefahrensituationen schnell zu erkennen und zu bewerten. Streiber erklärte: „Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse und freuen uns auf die gemeinsame Weiterentwicklung mit den Experten des Fraunhofer Instituts.“

Die Personen im Video werden laut Innenbehörde aus Datenschutzgründen „digital skelettiert“ und damit in die Strichfiguren verwandelt. „Dabei werden weder biometrische Daten erfasst, noch erfolgt eine Bestimmung von Alter, Geschlecht oder Ethnie.“ Auch eine Speicherung der Daten erfolge nicht.

Außer auf dem Hansaplatz gibt es in Hamburg auf der Reeperbahn und am Jungfernstieg eine Videoüberwachung. Innensenator Andy Grote (SPD) sagte, der Hansaplatz sei ein Beispiel dafür, dass es gelungen sei, mit Videoüberwachung und einer erhöhten Präsenz die Sicherheit und die Aufenthaltsqualität spürbar zu stärken. „Wir wollen neben dem Ausbau der Videoüberwachung auch die technische Weiterentwicklung vorantreiben und damit die Wirksamkeit unserer Maßnahmen steigern“, sagte Grote. „Diese Technik hat zudem großes Potenzial für eine wirkungsvolle Videoüberwachung in Zügen und an Bahnhöfen, wo wir die Videoüberwachung bundesweit ausweiten wollen.“

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