Cloud-Wachstum bleibt Ziel SAP hält Kurs – dank neuer Software

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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SAP legte gestern nach US-Börsenschluss die Zahlen für das zweite Quartal 2024 vor. Die Cloud bleibt Taktgeber für Europas größten Softwarehersteller. Und es werden noch mehr Stellen als geplant abgebaut.

SAP verdient mehr als gedacht und bestätigt die Prognose für 2024; weiterer Stellenabbau und damit Kostenersparnis soll dazu beitragen. (Bild:  Ben - stock.adobe.com / KI-generiert)
SAP verdient mehr als gedacht und bestätigt die Prognose für 2024; weiterer Stellenabbau und damit Kostenersparnis soll dazu beitragen.
(Bild: Ben - stock.adobe.com / KI-generiert)

SAP-Chef Christian Klein hat den Anlegern schon vor Bekanntgabe der aktuellen Quartalszahlen in Aussicht gestellt, dass es dieses Jahr vor allem beim Cloud-Wachstum und dem bereinigten operativen Ergebnis weiter schwungvoll nach oben gehen werde.

Speziell mit der Kernsoftware zur Unternehmenssteuerung wie Finanzen, Warenwirtschaft und Prozessverbesserungen (ERP - Enterprise Resource Planning) aus der Cloud hat sich Klein viel vorgenommen, um unter anderem den US-Erzrivalen Oracle in diesem Bereich in Schach zu halten. Die aktuellen Geschäftszahlen bescheinigen ihm Erfolg.

Beim operativen Ergebnis hat das Unternehmen im zweiten Quartal trotz schwieriger Wirtschaftslage stärker zugelegt als gedacht. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern wuchs im Jahresvergleich um 33 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro, wie es weiter hieß. Der Umsatz zog um 10 Prozent auf 8,29 Milliarden Euro an. Taktgeber ist weiter das Cloud-Geschäft mit einem Wachstum von 25 Prozent.

Der Nettogewinn sank im zweiten Quartal um 69 Prozent auf 918 Millionen Euro. Das lag insbesondere am milliardenschweren Sonderertrag aus dem Verkauf der ehemaligen US-Tochter Qualtrics ein Jahr zuvor.

Nur die Cloud hat Zukunft bei SAP

Die Jahresprognose für 2024 bestätigte das Dax-Schwergewicht. Wegen der Ausweitung des Stellenabbauprogramms und der damit einhergehenden erhöhten Kostenersparnis rechnet SAP 2025 mit 0,2 Milliarden Euro mehr beim operativen Ergebnis als bisher. Die Umsatzaussichten für das kommende Jahr bleiben unverändert. Die in den USA gehandelten Papiere des Dax-Konzerns zogen nachbörslich um gut vier Prozent an.

Das ehemals angestammte Geschäft mit Lizenzerlösen für vor Ort installierte Software steht bei den Walldorfern hintan, weil Klein nur den Cloud-Anwendungen Zukunftschancen einräumt. Diese sollen zugleich die Kunden stärker binden. Daher stehen die eingeworbenen Abo-Verträge und Buchungen für die Cloud auch regelmäßig im Blick der Investoren als Gradmesser für künftiges Wachstum.

Die erhöhten Investitionen der früheren Jahre sollen 2024 Früchte tragen und das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis noch stärker nach oben treiben als bereits im Vorjahr.

Noch mehr Stellenabbau angekündigt

Tausende Jobs sollen bei dem Unternehmen wegfallen. Nun gibt es neue Zahlen dazu. Jetzt weitet Europas größter Softwarehersteller sein Stellenabbauprogramm wegen der Annahmebereitschaft vieler Beschäftigter aus. Statt 8.000 Stellen sollen nun 9.000 bis 10.000 der derzeitigen Jobs abgebaut werden, wie die Walldorfer mitteilten. Am Ende des zweiten Quartals gab es 105.315 Stellen – und damit schon fast 3.000 weniger als drei Monate zuvor.

Das Programm zum Stellenabbau hat das Ziel, den Konzern stärker auf Programme rund um Künstliche Intelligenz (KI) auszurichten und künftig auch deutlich zu sparen. Geplant war, dass 8.000 der bisherigen Stellen wegfallen. Zwei Drittel der Betroffenen sollen das Unternehmen über Vorruhestand und Abfindungen verlassen, der Rest in anderen Positionen bleiben.

Umsätze sollen weiter steigen

Für 2025 erwartet SAP durch den Stellenabbau eine Entlastung von rund 500 Millionen Euro, obwohl SAP durch Neuanstellungen Ende 2024 insgesamt mit einer ähnlich hohen Mitarbeiterzahl rechnet wie zu Jahresbeginn (107.602 Vollzeitbeschäftigte).

Die Mittelfristziele von Klein sehen für 2025 weitere Zuwächse vor. Dann soll der Gesamtumsatz auf mehr als 37,5 Milliarden Euro klettern (2023: 31,2), davon aus der Cloud mehr als 21,5 Milliarden Euro (2023 fortgeführte Geschäfte: 13,7). Das bereinigte operative Ergebnis plant SAP 2025 bei rund 10 Milliarden Euro ein (2023 angepasst: 6,5). Darüber hinaus hat SAP den Investoren versprochen, das Umsatzwachstum bis mindestens ins Jahr 2027 beschleunigen zu wollen.

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