Kollaboratives Netzwerkmonitoring aus der Cloud

QSC-Analyser im Test

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Zusammenarbeit

Die Vorteile der Cloud kommen insbesondere dann zum Tragen, wenn mehrere Anwender auf Messsonden oder vorkonfigurierte Messungen zugreifen können. Genau das ist über Cospace möglich. Eigentümer können einzelne QSC-Boxen oder Messungen Kollegen zur Verfügung stellen und Rechte dabei sehr granular vergeben: Wahlweise werden per Cospacer Schreib- oder Leserechte gewährt. Zusätzlich ist auch eine Option vorgesehen, mit der Anwender fremde QSC-Boxen oder Messungen erneut mit weiteren Nutzer teilen können – sofern der Eigentümer das erlaubt.

Boxen gehen offline

Naturgemäß funktioniert die Cloud-Lösung ausschließlich bei einer korrekten Netzverbindung. Um das Caching-Verhalten der Lösung zu prüfen, haben wir dennoch zwei Boxen für Messungen in einem LAN konfiguriert und anschließend den WAN-Uplink gekappt. Ergebnis: Messergebnisse wurden tatsächlich nur solange geliefert, wie eine Internetverbindung vorhanden war. Nach einem provozierten Netzausfall über 15 Minuten ging die Messung zwar weiter, Daten für die Zeit offline wurden jedoch nicht nachgeliefert.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Leistungsdaten

Die QSC-Boxen können gleichzeitig mehrere Verbindungen überwachen. Der Anbieter spricht von 40 gleichzeitigen Messungen, die einem VoIP-Call (G.711 oder G.728) entsprechen beziehungsweise einer Last von 30 bis 40 Mbit/s.

Zu beachten ist jedoch, dass mehrere parallele Tests auch den Zustand von Netzwerkverbindungen negativ beeinflussen. Derlei Verfälschungen sind insbesondere dann wahrscheinlich, wenn die QSC-Boxen großzügig per Cospace mit anderen Nutzern geteilt werden. Eine Darstellung aller aktuell konfigurierten Messungen auf einer Box ist derzeit noch nicht vom Hersteller vorgesehen. Fehlanzeige ist auch eine Timerfunktion für genau zeitgesteuerte Messungen mit denen sich eine mehrfache Belastung von Netzen umgehen ließe.

Schließlich wäre auch noch die Kommunikation der Boxen mit der Cloud zu betrachten: Mess- und Steuerdaten müssen mit Cospace ausgetauscht werden; zudem versorgt QSC die Boxen regelmäßig und automatisch mit Updates. Gegen größere Auswirkungen auf die Messergebnisse spricht dabei zumindest die vergleichsweise niedrige Update-Frequenz: Aktualisierungen werden laut Hersteller lediglich alle zwei Monate eingespielt. Zudem könnten die Messdaten per DSCP gegenüber den Updates priorisiert werden.

Strombedarf

Der Anbieter selbst beziffert die Leistungsaufnahme der QSC-Boxen mit maximal zehn Watt. Das können wir bestätigen: In unseren Tests begnügten sich die – freilich nicht komplett ausgelasteten – Systeme mit zirka zwei Watt.

Einblick und Ausblick

Auf der Verpackung wird die Hardware als "QSC-Box S" bezeichnet. Das legt nahe, dass weitere Versionen verfügbar oder geplant sind. Letzteres hat uns QSC auf Anfrage bestätigt. Demnach soll es in Zukunft weitere Modelle mit unterschiedlicher Ausstattung geben, darunter Schnittstellen für USB, Audio, Video, WLAN und UMTS. Die Systeme sollen sich dann nicht mehr nur als Messsonden einsetzen lassen, sondern weitere Services unterstützen.

Fazit

Der QSC-Analyser ist eine Lösung für Pragmatiker, die ihre Netzdurchsätze nicht akademisch und auf das letzte Bit genau analysieren wollen. Vielmehr liefert das leicht einzurichtende Tool konkrete Anhaltspunkte über den tatsächlichen Verbindungszustand.

Die zunächst abwegig klingende Kombination aus Cloud und Netzwerkmonitoring stellt sich dabei als interessanter Ansatz für gemeinsame Analysen mit Kollegen heraus – wenngleich Wechselwirkungen und Messungenauigkeiten dabei nicht ganz ausgeschlossen sind. Mit Spannung erwarten wir zudem weitere Anwendungen für die QSC-Boxen.

Ausführliche Details zum QSC-Analyser liefert der Hersteller auf seiner Webseite. Die Preise hängen von der jeweiligen Mindestvertragslaufzeit ab. Bindet sich ein Anwender etwa für zwölf Monate werden für eine QSC-Box S 79 Euro (netto) fällig, der QSC-Analyser Key kostet dann pro Monat 69 Euro (netto).

(ID:42396054)