Schluss mit manuellem Testmanagement Strategie für automatisiertes DevOps-Testing entwickeln

Ein Gastbeitrag von Viktoria Praschl* 4 min Lesedauer

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Um Software-Qualität sicherzustellen, muss Testing integraler Bestandteil der CI/CD-Pipeline sein. Im Sinne eines agilen und zuverlässigen Test-Managements gilt es, manuelle Prozesse durch (Teil-)Automatisierung zu ersetzen. Wie gelingt die Einführung am besten?

So wie die Software-Bereitstellung im DevOps-Kontext kontinuierlich erfolgt, sollte auch das Testing mindestens teilautomtisiert werden.(©  ribkhan - stock.adobe.com)
So wie die Software-Bereitstellung im DevOps-Kontext kontinuierlich erfolgt, sollte auch das Testing mindestens teilautomtisiert werden.
(© ribkhan - stock.adobe.com)

Die meisten Unternehmen setzen heute auf DevOps-Prozesse, um ihre Software-Entwicklung und -Bereitstellung schneller, zuverlässiger und kostengünstiger zu gestalten. Moderne und passgenaue Technologie spielt dabei eine wichtige Rolle.

Eine Gartner-Umfrage zeigt: Mehr als die Hälfte der befragten Entwicklungsleiter (58 Prozent) betrachten eine qualitativ hochwertige Developer Experience als entscheidend für den gesamten Software-Entwicklungszyklus. Maßgeblich tragen dazu Technologien bei, die Prozesse optimieren und eine nahtlose Wertschöpfungskette ohne Brüche ermöglichen.

Das gilt auch für die Qualitätssicherung. Um die wachsenden Anforderungen zu erfüllen, brauchen Unternehmen eine durchdachte DevOps-Testing-Strategie sowie geeignete Tools zur (Teil-)Automatisierung.

Warum manuelles Testmanagement an seine Grenzen stößt

Mit Software-Testing stellen QA-Teams (Quality Assurance) sicher, dass die Software den Qualitätsstandards des Unternehmens entspricht. Dabei erfordern immer kürzere Release-Zyklen kontinuierliches Testing und ein sorgfältiges Testmanagement. So muss zum Beispiel bei jeder Änderung einer Komponente beziehungsweise Updates im Code überprüft werden, ob die Software noch richtig funktioniert.

QA-Teams sind heute mit unzähligen Test-Cases konfrontiert, die es zu verwalten und zu tracken gilt. Wurden alle erforderlichen Tests durchgeführt? Entsprechen die Ergebnisse den Anforderungen oder traten Fehler auf? Qualitätssicherer müssen in der Lage sein, solche Fragen schnell und zuverlässig zu beantworten und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Excel als Test-Management-Tool ist dafür denkbar ungeeignet, denn innerhalb kürzester Zeit entstehen unübersichtliche Monster-Dokumente. Nicht nur dauert es viel zu lange, in mehr als 60 Tabellenblättern den passenden Eintrag zu finden. Tester können auch nie sicher sein, dass die Informationen noch aktuell sind. Dadurch entstehen Risiken, die das Vertrauen der Entwickler in die Qualitätssicherung in Frage stellen.

Den Teststatus durchgängig überwachen

Höchste Zeit also, sich von manuellen Testmanagement-Prozessen zu verabschieden und Tools einzuführen, die eine automatisierte Dokumentation und Nachverfolgung von Testfällen ermöglichen. Dafür empfiehlt sich ein Plattform-Ansatz, der die unterschiedlichen Bedürfnisse von Testern bündelt und die gesamte Value Chain (develop, build, test, deploy, release) zu einem Ende-zu-Ende-Prozess verbindet. So haben alle Beteiligten jederzeit schnell Zugriff auf wichtige Informationen und können den Teststatus über alle Phasen der Software-Entwicklung und Bereitstellung hinweg zuverlässig überwachen.

Eine dedizierte Testmanagement-Lösung einzuführen, die speziell für agile Teams entwickelt wurde, schafft die Basis für einen effizientere, skalierbarere und nachhaltigere Testpraxis. Aber wie findet man die passende Plattform und wie sollten QA-Verantwortliche vorgehen?

Ziele definieren und Business Case aufstellen

Zunächst ist es wichtig, Ziele zu definieren: Was möchte das Unternehmen mit einer Testing-Plattform erreichen? Mit welche KPIs lassen sich Ergebnisse messen? Um das Management von der Notwendigkeit einer Quality-Assurance-Plattform zu überzeugen, müssen QA-Verantwortliche klar kommunizieren, welche Vorteile es bringt, sich vom manuellen Testen zu lösen.

Vorteile sind zum Beispiel eine strukturiertere Zusammenarbeit, bessere Übersichtlichkeit, mehr Agilität, Prozessoptimierung und zentrales teamübergreifendes Reporting. Daraus lässt sich ein Business Case ableiten und ein ROI (Return on Invest) ermitteln. So sind QA-Verantwortliche gut aufgestellt, um die Finanzierung des Projekts bewilligt zu bekommen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, alle betroffenen Stakeholder aus der Entwicklung und dem Produktmanagement in den Prozess mit einzubeziehen. Vor allem die agilen Teams selbst können mit ihrer Erfahrung und Perspektive einen wertvollen Beitrag leisten.

Worauf sollten Unternehmen bei der Wahl der Testing-Lösung achten?

Anschließend geht es darum, genau zu analysieren, welche Funktionen die Plattform bieten sollte. Unverzichtbar ist zum Beispiel eine Test Case-Bibliothek, die es ermöglicht, Testressourcen einfach zu organisieren, gemeinsam zu nutzen und wiederzuverwenden. Außerdem sollte die Lösung nahtlos mit agilen Planungs-Tools wie Jira oder Rally zusammenspielen und sich in die CI/CD-Pipeline integrieren.

Selbstverständlich sollte auch ein regelmäßiges Reporting sein. Das schafft die nötige Transparenz, um Quality Assurance zu gewährleisten. Es lohnt sich, über eine QA-Plattform nachzudenken, die Künstliche Intelligenz (KI) einsetzt. Denn die neue Technologie bietet wertvolle Unterstützung und kann QA-Prozesse weiter optimieren.

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Eine KI ist zum Beispiel in der Lage, selbstständig zu erkennen, welche Tests bei einem neuen Release notwendig sind. Sie hilft QA-Teams dabei, gezielt auf Hochrisikobereiche zu fokussieren. Außerdem können intelligente Algorithmen die Test-Case-Wartung erheblich vereinfachen, indem sie Probleme automatisiert beheben. Insgesamt lässt sich mit Unterstützung einer KI eine höhere Testabdeckung erreichen.

Bei der Wahl der geeigneten Plattform sollten QA-Verantwortliche sich auch vergewissern, dass der Anbieter über umfassende Expertise im Testing-Bereich verfügt. Er sollte nicht nur bei der Einführung, sondern auch beim Betrieb unterstützen und die Plattform kontinuierlich weiterentwickeln. So können Unternehmen sicher sein, dass sie langfristig von der Lösung profitieren.

Aufschluss über die Qualität des Anbieters geben zum Beispiel Analystenreports und Community-Bewertungen. Auch im persönlichen Gespräch zeigt sich meist schnell, ob ein Provider spontan auf Fragen antworten und mit Best Practices unterstützen kann. Der beste Weg, um herauszufinden, wie ein Anbieter agiert, ist ein gemeinsames Pilotprojekt.

Mit der richtigen Testing-Strategie Release-Prozesse beschleunigen

Eine spezialisierte Testmanagement-Plattform schafft die Voraussetzung, um das Software-Testing nahtlos in die DevOps-Prozesse zu integrieren. Dadurch können Unternehmen Brüche in der Prozesskette schließen, von Anfang an kontinuierlich testen und Fehler frühzeitig erkennen. QA-Teams freuen sich über eine bessere Nutzererfahrung und leisten in kürzerer Zeit mehr. So werden Release-Prozesse insgesamt beschleunigt.

Wichtig ist, eine klare Teststrategie zu formulieren und an alle Teammitglieder zu kommunizieren, welche Ziele die neue Test-Management-Praxis erreichen soll. Bei der Wahl der passenden Lösung gilt es, Anforderungen und Angebote sorgfältig zu prüfen und alle relevanten Stakeholder einzubeziehen.

* Über die Autorin
Viktoria Praschl ist Vice President Sales Central Europe bei Tricentis.

Bildquelle: Ulrich Aydt / Tricentis

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