Eine Umfrage der Eclipse Foundation unter Open-Source-Entwicklern und Politikern des globalen Südens zeigt, wie wichtig Open-Source-Software bei der Förderung von Innovation, Wirtschaftswachstum und gesellschaftlicher Entwicklung in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen ist.
Im globalen Süden spielt Open Source bereits eine größere Rolle und es gibt ein hohes Wachstumspotenzial.
Die Eclipse Foundation, eine der weltweit größten Open-Source-Stiftungen, hat die Ergebnisse ihrer communitygestützten strategischen Studie „State of Open Source in the Global South“ veröffentlicht. Als erste Umfrage dieser Art nimmt die Studie kaum beachtete und benachteiligte Entwickler-Communitys in den Blick, um deren Nutzung von Open-Source-Technologien und die Auswirkungen auf lokale Wirtschaftssysteme zu untersuchen. Zu den Regionen des „globalen Südens“ zählt die Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) Afrika, Lateinamerika und die Karibik, Asien (ohne Israel, Japan und Südkorea) und Ozeanien (ohne Australien und Neuseeland). Diese Regionen engagieren sich zunehmend in der globalen Open-Source-Community und tragen zu Open-Source-Projekten in aller Welt bei.
„Unsere Studie zeigt, dass Open Source bereits eine größere Rolle im globalen Süden spielt und es ein hohes Wachstumspotenzial gibt“, fasst Thabang Mashologu, Vizepräsident für Community und Outreach bei der Eclipse Foundation, die Ergebnisse zusammen. „Die Entwickler dieser Regionen schaffen nicht nur praktische Lösungen für lokale Bedürfnisse, sondern haben einen immer größeren Einfluss auf globale Open-Source-Projekte und bereichern das gesamte Ökosystem mit ihren einzigartigen Perspektiven. Der vorliegende Bericht belegt, dass große technische Innovationen zukünftig durchaus im globalen Süden entstehen könnten.“
Vorherige Branchenstudien wie der GitHub Octoverse Report 2023 haben bereits ein enormes Wachstum und Potenzial in vielen Entwickler-Communitys des globalen Südens aufgezeigt. Die aktuelle Erhebung, die vom 14. bis 28. Mai 2024 insgesamt 423 Softwareentwickler und politische Entscheidungsträger befragte, kommt zu ähnlichen Ergebnissen.
Die Studie verfolgte mehrere Ziele: Zum einen sollte sie die Einstellungen und Meinungen von Entwicklern im globalen Süden erforschen, zum anderen die Ansichten dieser lebendigen, ideenreichen Communitys, die zur globalen Innovation beitragen, bekannter machen. Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial und den Einfluss, den die Entwickler des globalen Südens auf ihre Länder und das weltweite Open-Source-Ökosystem haben. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:
Aktive Mitwirkung und Führungsrolle: 37 Prozent der Befragten tragen zu Open-Source-Projekten bei, 28 Prozent managen sie und 22 Prozent initiieren eigene Projekte. 77 Prozent der Befragten nutzen Open-Source-Software (OSS) als solide Grundlage für weiteres Engagement und Innovation. Die am stärksten vertretenen Branchen sind IT (54 %), Finanzen (9 %), Telekommunikation (7 %), Gesundheit (5 %) sowie Groß- und Einzelhandel (4 %).
Treiber für den OSS-Einsatz: Entwickler müssen informiert und unterstützt werden, um OSS im globalen Süden noch stärker einzusetzen. Besonders wichtig für die Akzeptanz sind die Umsetzung bewährter Sicherheitsmethoden (63 %), mehr Karrierechancen (61 %), eine gute Dokumentation (61 %) und die Nutzung von Open-Source-Lizenzen (60 %).
Entwicklungschancen: OSS erzeugt lokale Vorteile und eröffnet Chancen in wichtigen Bereichen, wie verbesserte Bildungsangebote (64 %), den Aufbau einer stärkeren Softwareentwicklerbasis (62 %) sowie mehr Unternehmergeist und Innovation (56 %).
Positive gesellschaftliche Auswirkungen: Starke OSS-Communitys berichten von größeren Verbesserungen weit über die reine Softwareentwicklung hinaus. Dazu zählt insbesondere die Förderung der Fähigkeiten und Karrieren von Frauen. Die Befragten nannten als wichtigste gesellschaftliche Auswirkungen mehr Innovation (61 %), stärkeres Wirtschaftswachstum, bessere Arbeitsmöglichkeiten (55 %) und leichteren Zugang zu hochwertiger Bildung (50 %).
Wirtschaftswachstumspotenziale: 59 Prozent der Entwickler sind überzeugt, dass OSS in den nächsten zehn Jahren das Wirtschaftswachstum ihres Landes maßgeblich beeinflussen wird.
UN-Beteiligung an DPGs: Den befragten Politikern ist das besondere Engagement der Vereinten Nationen bezüglich frei zugänglicher, digitaler Angebote und Lösungen (Digital Public Goods, DPGs) bewusst. Sie betrachten die UN als Vermittler bei der Zusammenarbeit und Förderung von OSS-Projekten, die den DPG-Vorgaben entsprechen. Außerdem plädieren sie für Partnerschaften mit OSS-Stiftungen, um DPG-qualifizierte Projekte zu steuern und zu fördern.
Die Auswirkungen von OSS gehen weit über den Technologiesektor hinaus. OSS demokratisiert den Zugang zu Spitzentechnologie, ermöglicht die Entwicklung von Fähigkeiten, fördert das Wirtschaftswachstum und reduziert die Geschlechterungleichheit. Dennoch sind konzertierte Anstrengungen nötig, um dieses Potenzial auszuschöpfen. Regierungen, Sponsoren, NGOs, Open-Source-Gruppen, Stiftungen sowie lokale und globale Unternehmer müssen zusammenarbeiten, um Infrastruktur, Beratungsleistungen, Schulungen, Finanzmittel und Jobs bereitzustellen. Nur durch entsprechende Anstrengungen wird es möglich sein, das immense Talent des globalen Südens zu fördern.
Das Potenzial nicht unterschätzen
Die Studie enthält folgende Empfehlungen für die wichtigsten Interessengruppen, um das Potenzial der Open-Source-Entwicklung im globalen Süden auszuschöpfen:
Empfehlungen für Entwickler: Sie sollten sich aktiv in der Open-Source-Community engagieren, um ihre Fähigkeiten und ihr Netzwerk ausbauen zu können, und die zahlreichen Kollaborations- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Innovationen und die eigene berufliche Entwicklung nutzen.
Empfehlungen für Politiker: Sie sollten OSS durch Infrastruktur und Ressourcen unterstützen und mit kommunalen Gruppierungen und OSS-Stiftungen zusammenarbeiten, um nachhaltige Entwicklungsziele und Innovationen in ihrer Region fördern zu können.
Empfehlungen für Führungskräfte: Sie sollten OSS-Projekten und -Stiftungen Zuschüsse, Sponsoring und Finanzierungen anbieten, wenn diese für ihr Unternehmen relevant sind, und lokale Workshops, Hackathons und Meet-ups organisieren, um die Zusammenarbeit zu fördern. Zudem sollten sie potenzielle Mitarbeiter auf der Grundlage ihrer Beiträge zu OSS-Projekten beurteilen.
Die Studienteilnehmer kamen aus Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Ägypten, Äthiopien, Gambia, Indien, Indonesien, Kenia, Lesotho, Malawi, Marokko, Nigeria, den Philippinen, Singapur, Südafrika, Thailand und Vietnam. Die Umfrage wurde in Englisch, Spanisch und Portugiesisch durchgeführt. Sie wurde mithilfe von ClearPath Strategies, einem globalen Forschungs- und Beratungsunternehmen, und der Open Source Community Africa und FOSSASIA realisiert.
Die Studienergebnisse liefern weitere Einblicke, welche OSS-Technologien und Programmiersprachen Entwickler bevorzugt einsetzen und vor welchen Herausforderungen sie stehen.
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Stand: 08.12.2025
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