Digitalisierung im Mittelstand Ist Industrie 4.0 gescheitert?

Von Kristin Rinortner 2 min Lesedauer

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Wie steht es um die Digitalisierung in der Industrie und in mittelständischen Unternehmen? Was ist aus dem Experiment der smarten Fabrik geworden? Eine Einschätzung des SEF Smart Electronic Factory e.V.

Industrie 4.0: Nach dem anfänglichen Hype ist es still geworden um die Digitalisierung in Deutschland. Ist sie gescheitert?(Bild:  Image by Gerd Altmann from Pixabay /  Pixabay)
Industrie 4.0: Nach dem anfänglichen Hype ist es still geworden um die Digitalisierung in Deutschland. Ist sie gescheitert?
(Bild: Image by Gerd Altmann from Pixabay / Pixabay)

Der Begriff Industrie 4.0 war lange in aller Munde. Jetzt scheint er jedoch aus dem Fokus der Medienlandschaft verschwunden zu sein. Doch bedeutet das ein Scheitern bzw. das Ende der vierten industriellen Revolution?

„Nein, es gibt vielmehr eine Weiterentwicklung und Differenzierung der ursprünglichen Idee", erklärt Ulrike Peter, Pressesprecherin von SEF Smart Electronic Factory e.V., einem Verein, der sich auf die Digitalisierung in mittelständischen Unternehmen konzentriert. „Digitalisierung in der Industrie ist heute relevanter denn je, auch wenn der Begriff Industrie 4.0 an Sichtbarkeit verloren hat.“

Die Vision Industrie 4.0

In der Anfangsphase stand Industrie 4.0 für die Vision einer vollständig vernetzten und automatisierten Produktion, in der Maschinen, Anlagen und Systeme intelligent miteinander kommunizieren. Schlüsselkonzepte waren cyber-physische Systeme, das Internet der Dinge (IoT), Big Data und andere. Zielbild war die vollständig smarte Fabrik.

Ulrike Peter, SEF: „Digitalisierung in der Industrie ist heute relevanter denn je, auch wenn der Begriff Industrie 4.0 an Sichtbarkeit verloren hat.“(Bild:  punctum pr-agentur)
Ulrike Peter, SEF: „Digitalisierung in der Industrie ist heute relevanter denn je, auch wenn der Begriff Industrie 4.0 an Sichtbarkeit verloren hat.“
(Bild: punctum pr-agentur)

Die Digitalisierung schreitet nicht so schnell und konkret voran, wie bei Aufkommen des Begriffs Industrie 4.0 erwartet wurde, aber der digitale Wandel ist im Gange. Anders als frühere industrielle Revolutionen, die durch spezifische technologische Durchbrüche gekennzeichnet waren – zum Beispiel die Dampfmaschine und Elektrizität – ist die vierte industrielle Revolution durch eine andauernde digitale Transformation geprägt, die im Laufe der Zeit eine stärkere Differenzierung erfahren hat.

Die Konzepte und auch Technologien haben sich weiterentwickelt und sind spezifischer geworden. „Das Zielbild der smarten Fabrik weicht zunehmend der Erkenntnis, dass die Digitalisierung kein Big Bang ist, sondern schrittweise erfolgen muss – und vor allem, dass sie kein Selbstzweck ist, sondern insbesondere im Mittelstand echten Nutzen stiften muss. Die Betrachtung ist differenzierter und auch ein Stück weit realistischer geworden“, sagt Peter.

Smarte Fabrik, digitale Zwillinge und mehr

Vor fast einem Jahrzehnt begann der SEF Smart Electronic Factory e.V. mit der Erprobung und Förderung von Projekten rund um Industrie 4.0. „Viele Unternehmen verstanden zwar früh das Potenzial, aber es fehlte lange an konkreten und greifbaren Umsetzungen. Heute jedoch sind die Technologien ausgereift, und es gibt zahlreiche Best-Practice-Beispiele.

Konzepte wie Predictive Maintenance, digitale Zwillinge und KI-gestützte Optimierung sind keine abstrakten Ideen mehr, sondern in vielen Unternehmen bereits im Einsatz. Demnach ist Industrie 4.0 nicht gescheitert, sondern eine sinnvolle Evolutionsstufe, in der unter anderem der Grundstein gelegt wurde für aktuelle Entwicklungen wie Digitaler Produktpass, ESG und die X-Plattformen“, erklärt Peter.

Unabhängig von der Begrifflichkeit steht fest: An der Digitalisierung in der Industrie führt kein Weg vorbei. Was vor einigen Jahren noch als Experiment galt, ist heute strategische Notwendigkeit. Unternehmen, die nicht auf digitale Produktionsprozesse setzen, riskieren, im Wettbewerb zurückzufallen.

Fazit: Die Digitalisierung ist nicht mehr optional, sondern zu einem Muss geworden – auch bedingt durch die zunehmende Vernetzung von globalen Lieferketten, die Abhängigkeit von Echtzeitdaten und die Notwendigkeit, flexibel auf Marktveränderungen zu reagieren. Und der Verein beobachtet dabei eine klare Entwicklung: Der Mittelstand ist zunehmend in der Lage, maßgeschneiderte Digitalisierungslösungen zu implementieren.

* Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Schwesterportal ELEKTRONIKPRAXIS.

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