Microsoft sagt der Datenbankspiegelung adé

Hochverfügbarkeit mit SQL Server 2014 wird teuer

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Unterstützung gekündigt

Microsoft möchte die Datenbankspiegelung in künftigen Versionen nicht mehr unterstützen. Anwender von SQL Server sind daher gut beraten, dieses Feature bereits heute nicht mehr zu nutzen und schon erst recht keine neuen Anwendungen dafür zu entwickeln.

Abbildung 1: Installation von SQL Server 2014 CTP2
Abbildung 1: Installation von SQL Server 2014 CTP2
(Bild: McKinley Denali Inc.)

Als Ersatz hat Microsoft die AlwaysOn-Hochverfügbarkeitsgruppen vorgesehen. Der einzige Schönheitsfehler: Jede Server-Instanz in einer Hochverfügbarkeitsgruppe benötigt die Enterprise-Edition von SQL Server. Alleine die Lizenzgebühren für die minimale Ausstattung der kleinsten Ausbaustufe einer Hochverfügbarkeitsgruppe kommen da schon bei einer Laufzeit von drei Jahren auf einen stolzen Betrag von über einhunderttausend Euro.

Features wie die Datenbankreplikation und der Logversand können die Sicherheit der Daten verbessern und die Datenwiederherstellung im Notfall vereinfachen, aber sie sind keine HA-Features im wahrsten Sinne.

Datenbankreplikation

Die Datenbankreplikation kann die Verfügbarkeit der betreffenden Datenbank verbessern und die Notfallwiederherstellung (Disaster Recovery) der Daten ermöglichen. Die in SQL Server basiert auf dem Veröffentlichen/Abonnieren-Modell. Ein primärer Server, der so genannte „Verleger“, kann seine Daten oder eine Untermenge der Daten an mindestens einen sekundären Server, den „Abonnenten“, weitergeben.

Abbildung 2: Das Management Studio zählt auch in Microsoft SQL Server 2014 CTP2 zu den verfügbaren Tools; dieser Screenshot zeigt den Verbindungsaufbau mit SQL Server 2014.
Abbildung 2: Das Management Studio zählt auch in Microsoft SQL Server 2014 CTP2 zu den verfügbaren Tools; dieser Screenshot zeigt den Verbindungsaufbau mit SQL Server 2014.
(Bild: McKinley Denali Inc.)
Der Datenbankreplikation bietet dem Anwender eine hohe Flexibilität, doch diese wird mit einer beachtlichen Komplexität erkauft, die leicht zu Fehlern führt. SQL Server kann beispielsweise eine Untermenge einer Datenbank replizieren und verschiedene Server-Instanzen mit separaten Indizes versehen.

Dadurch können Sie die Replika mit der Erstellung detaillierter Berichterstattung beauftragen und den Produktionsserver entlasten. Das Potenzial für Fehler sollte man nicht unterschätzen.

Log-Versand

Beim Log-Versand (verfügbar in den Editionen Enterprise, BI, Standard und Web von SQL Server) schreibt der primäre Datenbankserver eine Sicherheitskopie der Transaktions-Logs auf ein gemeinsam genutztes Volume. Andere Datenbankserver können dann von einem entfernten Standort auf eben dieses Volume zugreifen, die Logs abholen und daraus die betreffende Datenbank bei sich lokal wiederherstellen, um sie für Lesezugriffe bereitzustellen.

Der Log-Versand bietet eine robuste Methode der Datenbankwiederherstellung im Notfall, ist jedoch weit davon entfernt, als eine HA-Lösung einsetzbar zu sein. SQL Server kann nicht gleichzeitig eine Datenbank wiederherstellen und Abfragen beantworten; vor der Wiederherstellung müssen alle laufenden Abfragen zwangsweise beendet werden.

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