In einer Zeit, in der globale Wertschöpfungsketten zunehmend geopolitischen und anderen Bedrohungen ausgesetzt sind, bilden stabile, Cloud-native Lieferketten die wichtigste Grundlage für zukunftsfähiges Wirtschaften. Dennoch unterschätzen viele Unternehmen die transformative Kraft der Cloud noch immer und zögern die Migration hinaus.
Die Migration der Daten in die Cloud bringt viele Vorteile mit sich.
(Bild: sa creater - stock.adobe.com)
Über Jahrhunderte hinweg waren Lieferketten lokal angesiedelt und beschränkten sich auf bestimmte Regionen. Erst im Zuge der industriellen Revolution, die standardisierte Arbeitsprozesse mit sich brachte, und den zunehmenden internationalen Wirtschaftsverflechtungen entwickelten sich Lieferketten, die sich auf globaler Ebene erstrecken. Die Digitalisierung mit datenbasierten Supply-Chains ermöglichte es, cloudbasierte Prozesse vollständig automatisiert über Abteilungen und Standorte hinweg, auszuführen – zumindest theoretisch. Denn in der Realität ist das Lieferkettenmanagement immer noch festgefahren – in den linearen, siloartigen und starren Ansätzen des frühen Industriezeitalters. Die Cloud liegt diesen Ansätzen noch fern und wird skeptisch beäugt.
Das könnte sich als fatale Fehleinschätzung herausstellen. Denn funktionale, standardisierte und lediglich auf Kostenminimierung ausgelegte Prozesse verfügen nicht über die nötige Flexibilität, um mit dem rasanten Tempo der Veränderungen im 21. Jahrhundert Schritt zu halten. Unternehmen können durch die Migration ihrer lokalen Anwendungen in die Cloud jedoch ihre Flexibilität und Reaktionsfähigkeit deutlich steigern und auf Störungen in der Lieferkette schnell und effizient reagieren.
Umstellung auf die Cloud – Sprungbrett für die digitale Transformation
Mithilfe cloudbasierter Technologien wie Datenübertragungen in Echtzeit, dem Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) oder dem Automatisieren von Prozessen lassen sich Innovationen sehr schnell und kostengünstig implementieren und nutzen. Während bei lokal installierten Technologiepaketen das Implementieren neuer Funktionen Monate, manchmal auch Jahre dauern kann, werden Upgrades in der Cloud innerhalb weniger Minuten oder Tagen durchgeführt.
Zudem bietet die Cloud die Möglichkeit, selbst sehr große Mengen an Informationen zu verarbeiten und Szenarien in Bereichen wie Merchandising, Fertigung, Logistik, Lagerhaltung oder Vertrieb auszuführen – bei Bedarf auch alles gleichzeitig und mit uneingeschränkter Rechenleistung. Unternehmen können so sehr schnell und flexibel skalieren. Anstatt beispielsweise eine CPU für 100 Stunden zu nutzen, können sie alternativ auch 100 CPUs für eine Stunde einsetzen und so die Planungszeit von Tagen auf Minuten verkürzen.
Lange Batchzyklen (also Zeitintervalle in Produktions- oder Verarbeitungsprozessen, bei denen eine bestimmte Menge (Batch) von Produkten oder Materialien bearbeitet oder produziert wird) gehören damit der Vergangenheit an und Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) können effizienter als bisher genutzt werden. Dieser Umstand ermöglicht es Unternehmen, basierend auf Echtzeit-Marktfaktoren neue Szenarien zu entwickeln, diese in Minuten umzusetzen und so einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu erlangen.
Sämtliche Daten ganzheitlich im Blick
Fragmentierte Daten, die auf verschiedene Silos verteilt sind, stellen für Unternehmen oft ein Problem dar. Neben nicht effizient genutzter Rechenkapazität wird vor allem die Sichtbarkeit der Daten eingeschränkt und verursacht unnötig hohe Kosten. Cloud-native, durchgängig digitalisierte Lieferketten ermöglichen dagegen eine transparente Sicht auf alle verwendeten Prozessdaten. Denn Unternehmen, die beispielsweise eine Kapazitätsplanung aufstellen, müssen dabei auch andere Faktoren berücksichtigen, wie Nachfrageprognosen, Netzwerkauswirkungen oder Anforderungen für die Lagerbestückung. Nur wenn alle Komponenten zusammenpassen und die Prozesse perfekt aufeinander abgestimmt sind, lassen sich sowohl Engpässe vermeiden als auch Zeit- und Gewinnverluste minimieren.
Fragmentierte Daten beeinträchtigen jedoch nicht nur die Transparenz: Sie führen darüber hinaus zu Widersprüchen und Fehlern in Berichten, Analysen und Erkenntnissen. Unternehmen sollten daher Lösungen implementieren, die die Möglichkeit anbieten, sämtliche Daten in einer zentralen Daten-Cloud zusammenzuführen und als Single-Source-of-Truth (SSOT) allen Anwendern unternehmensweit zur Verfügung zu stellen. Das macht nicht nur ETL-Prozesse überflüssig, es reduziert auch die Anzahl der Integrationen und senkt zudem die Kosten für Tests und laufende Wartungen drastisch. Nach der Zusammenführung sollte das Datenmodell standardisiert werden, damit die Daten für alle Anwendungen – die analytischen genauso wie KI-basierte – genutzt werden können. Das schließt auch diejenigen mit ein, in die bereits investiert wurde oder in Zukunft hinzugefügt werden.
Stand: 08.12.2025
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Flexibel und effektiv: „Composable Microservices“
Beim Umzug in die Cloud stellt eine Vielzahl an Best-of-breed-Lösungen von verschiedensten Anbietern häufig ein Problem dar: Fragmentierte Systeme neigen dazu, isolierte Einheiten zu schaffen, die selbst nach einer Datenkonsolidierung schwer vollständig integrierbar sind. Besser eignen sich daher Anwendungen, die auf ein- und derselben Plattform synchronisiert zusammenarbeiten. Auf Basis von Composable-Microservices-Komponenten zum Beispiel können Unternehmen selbst hochkomplexe Anwendungen in einzelne, voneinander unabhängige Funktionen oder Features aufteilen und innerhalb weniger Monate in Betrieb nehmen, ohne dass die Notwendigkeit besteht, weitere Zusatzfunktionen zu implementieren.
Da Composable Microservices nur auf wirklich benötigte Features und Funktionen zugreifen, werden die Anwendungen schlanker, schneller und vor allem sehr flexibel – die Zeit der Systembrüche ist vorbei! Mithilfe cloudbasierter Composable Microservices können sich Unternehmen schnell und flexibel an veränderte Marktbedingungen anpassen und aus jedem Schritt unmittelbar einen Geschäftsvorteil ziehen.
Wettbewerbsvorteil durch Digital-First
Der Umzug in die Cloud ist jedoch nur der erste Schritt. Um den Wert der Daten auszuschöpfen und die volle Leistung von KI und ML zu nutzen, müssen Unternehmen ihren Automatisierungsgrad kontinuierlich erhöhen. Denn die Fähigkeit, innovative digitale Technologien zu entwickeln, zu kommerzialisieren und anzuwenden wird zukünftig für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen entscheidend sein. Doch die Unternehmen stehen auch vor einer Gratwanderung: Inwieweit lässt sich die wirtschaftliche Produktivität und der Wohlstand eines Land erhalten und steigern?
Schreitet die digitale Transformation jedoch weiterhin so zögerlich voran wie bisher, könnte die Wirtschaftsleistung Deutschlands schon bald im Mittelfeld liegen. Das zumindest ergab ein Länderranking von Statista, das die digitale Wettbewerbsfähigkeit von 64 Volkswirtschaften untersuchte. Mit einem Indexwert von 80,86 belegte Deutschland Platz 27, weit abgehängt von den führenden USA mit einem Wert von 100. Zwar nimmt Deutschland in aktuellen Statistiken zur Wettbewerbsfähigkeit immer noch Spitzenplätze ein, doch die beruhen weitgehend auf traditionellen Wettbewerbsvorteilen, die mit zunehmender Digitalisierung an Gewichtung verlieren.
Denn der Umzug in die Cloud stellt einen radikalen Schritt dar und geht mit der Umstellung auf eine Digital-First-Strategie einher. Unternehmen, die sich für den Schritt in die Cloud entscheiden, sollten daher bereit sein, jeden Aspekt ihrer Zusammenarbeit mit Kunden, Mitarbeitern, Partnern und Lieferanten auf den Prüfstand zu stellen. Nur Unternehmen, die vor den Herausforderungen, die mit der Migration von Daten und der Integration von Cloud-Lösungen in ihre bestehende Lieferkettenstruktur, nicht zurückschrecken, werden von der Digitalisierung profitieren und ihre vielfältigen Chancen und Produktivitätsgewinne auch nutzen können. Denn die Zukunft der Geschäftswelt ist digital und Platz 27 im Wirtschaftsvergleich nur eine Option.
G * Der Autor Gabriel Werner ist Experte für Supply-Chain-Management, Automatisierung und künstliche Intelligenz in der Lieferkette. Mit seinem Team deckt er die gesamte Wertschöpfungskette im Supply-Chain-Management ab, von der Planung bis zur Steuerung. Er kam im April 2011 als Senior Solutions Advisor zu Blue Yonder und durchlief verschiedene Rollen, u.a. die des Vice President of Solutions Advisory EMEA. Seit 2024 ist er als Global Field CTO branchenübergreifend für alle Blue Yonder Industrien verantwortlich.
Bildquelle: Blue Yonder
Über Blue Yonder
Blue Yonder ist weltweit führend im Bereich der digitalen Supply-Chain-Transformation. Globale Einzelhändler, Hersteller und Logistikdienstleister nutzen Blue Yonder, um ihre Lieferketten von der Planung über die Abwicklung und Lieferung bis hin zu Retouren zu optimieren. Die KI-eingebetteten, interoperablen Supply-Chain-Lösungen von Blue Yonder sind über eine einheitliche Plattform und Daten-Cloud durchgängig miteinander verbunden, sodass Unternehmen funktionsübergreifend in Echtzeit zusammenarbeiten können, was eine agilere Entscheidungsfindung, eine höhere Kundenzufriedenheit, profitables Wachstum und widerstandsfähigere, nachhaltigere Lieferketten unterstützt.