Carrier-Ethernet-Services, Teil 1 – E-Line

EP- & EVP-Line – Schnell und sicher von einem Punkt zum anderen

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Bandbreitenprofile

Ist die Definition von Bandbreitenprofilen am Netzzugang geplant, muss die erlaubte Übertragungsgranularität am Kundengerät händisch konfiguriert werden. Bandbreitenprofile bieten sechs Parameter: eine zugesagte Bandbreite (CIR), eine mögliche Zusatzbandbreite (EIR), die vergeben wird, falls gerade Platz ist, eine zugesagte und eine erweiterte Burst-Rate (CBR/EBR) sowie einen Farbmodus, bei dem die Übertragungs-Lichtfarbe kennzeichnet, ob Frames weitergeleitet oder abgeworfen wurden. Neu gegenüber der Spezifikation von CE 1.0 ist, dass bei der EVPL-Variante auch Ausgangs-Granularitäten festgelegt werden können, die automatisiert vom Provider- ans Kunden-Equipment übergeben werden.

Alle Frames eines Dienstes auf einer EPL müssen logischerweise auf einem EVC zusammenlaufen, da ja nicht mehr als einer gestattet ist. Die VLAN-ID dieses EVC darf bei EVPL-Verbindungen einen Wert zwischen 1 und 4.094 haben.

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Beim EVPL-Typ, wo auf einer Verbindung mehrere EVCs möglich sind, erfasst eine Tabelle, welche VLAN-ID zu welcher EVC-Kennung gehört. Haben EVCs einer EVPL definierte Bandbreitenprofile, müssen diese am Endanwenderequipment manuell konfiguriert werden. Sind Bandbreitenprofile für jede einlaufende Serviceklasse festgelegt, gilt das für sie genauso. Beides ist für ausgehende Bandbreitenprofile nicht erforderlich.

Bei den beiden beschriebenen Verbindungstypen müssen Punkt-zu-Punkt-EVCs konfiguriert und mit einem im ganzen Netz gleichen Namen benannt werden. Eine logische Verbindung kann nur durch zwei UNIs terminiert werden, von denen sich naturgemäß je eines an jedem Ende der Verbindung befindet. Die Frames, die der EVC befördert, müssen auf jeden Fall der Ethernet-Framegröße von 1.522 Bit entsprechen. Die auf dem Carrier-Equipment definierte VLAN-Adresse muss EPL-Dienste übernehmen, bei EVPL-Services kann sie übernommen oder auch geändert werden. Dasselbe gilt für die Class-of-Service-Parameter.

Wartungsframes kommen auf jeden Fall durch

Viel geändert wurde gegenüber der Vorläuferversion bezüglich der Handhabung von Wartungsframes. So werden nun Frames, die prüfen, ob überhaupt eine physische Verbindung besteht, konsequent durchgetunnelt.

Insgesamt wurden die Regeln so definiert, dass das Netz besonders eilige Wartungsframes grundsätzlich über mehrere Wartungsdomains tunnelt – beispielsweise Unicast-Loopback-Meldungen, die wieder am Ausgangspunkt ankommen müssen, damit man messen kann, wie schnell die Leitung ist. Alle anderen Wartungspakete werden entweder über Peeering-Mechanismen weitergereicht oder abgeworfen.

Während auf EPL-Verbindungen Unicasts, Multicasts und Broadcasts auf jeden Fall durchgeleitet werden, müssen in EVPLs dafür Bedingungen spezifiziert sein. Relevant dürfte das vor allem für raumgreifende Broadcast-Sendungen sein, die möglicherweise nicht immer mit höchster Priorität aufs Netz sollen.

Auf einem EVC muss zumindest eine Serviceklasse mit einer ID spezifiziert sein. Für diese Serviceklasse sind die gewünschten Leistungsparameter entsprechend der Vorgaben des Metro Ethernet Forums (MEF 23.1) festzulegen. Sonst ist es schlecht möglich, die Qualität der logischen Verbindung sicher festzustellen.

Alles in allem sorgen diese Spezifikationen dafür, dass das in den Unternehmen genutzte Ethernet-Format glatt mit denen im Metro Ethernet kompatibel ist, gleichzeitig aber Wartungsframes aller definierten logischen Verbindungen zuverlässig auch über die Grenzen von Providernetzen Ende zu Ende befördert werden, ohne das Netz zu überlasten. So lassen sich in den CE-2.0-zertifizierten Services wahrscheinlich Störungen auf den Verbindungen schneller und leichter feststellen und beheben.

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