Wo steht Deutschland auf dem Weg der digitalen Transformation? Und wie profitieren Unternehmen von digitalen Lösungen? Antworten gab es für die 50.000 Besucher der Digital X in Köln, die zahlreiche Innovationen zum Anfassen erleben konnten.
Die offizielle Eröffnung der Digital X oblag Hagen Rickmann, Schirmherr der Digital-X-Initiative und Chef der Geschäftskundensparte der Telekom Deutschland.
(Bild: Deutsche Telekom AG)
Eine schwimmende Drohne sammelt in einem See Müll ein. Ein ferngesteuerter Kleinbus transportiert Fahrgäste über die Kölner Ringe. Einen Riesenbagger steuern Besucher aus einer Fahrerkabine mit VR-Brille. Medikamente werden mit einem 3D-Drucker ausgedruckt. Wer als Digital X-Besucher digitale Zukunft zum Anfassen erleben wollte, konnte in Köln zahlreiche Lösungen selbst ausprobieren.
Chancen der Digitalisierung ergreifen
Die Digital X sollte zeigen, wie Digitalisierung geht und was heute schon mit digitalen Lösungen möglich ist „Wir möchten begeistern und die Chancen praxisnah aufzeigen“, sagte Hagen Rickmann, Schirmherr der Digital-X-Initiative und Chef der Geschäftskundensparte der Telekom Deutschland, zur Eröffnung des Megaevents. Die Digital X verstehe sich als Plattform, die Unternehmen jeder Branche auf ihrer Digital Journey begleite. Im Mittelpunkt stehe es, die Schritte und Erfahrungen auf dem Weg der digitalen Transformation zu teilen – ob als Neueinsteiger oder Vorreiter.
Schwimmender, intelligenter Müllsammler
Wie digitale Lösungen alltägliche Aufgaben und Geschäftsabläufe unterstützen können, zeigte im Mediapark-Teich der WasteShark. Der schwimmende Müllsammelroboter schluckt selbständig Abfälle wie Plastikflachen oder Algen im Wasser und kann zukünftig helfen, die Verschmutzung von Gewässern zu verringern. Entwickelt hat die autonom schwimmende Aqua-Drohne die niederländische Firma RanMarine Technology. Für die exakte Navigation nutzt sie das Precise-Positioning-System der Telekom. Es ergänzt die Daten von Satelliten und ermöglicht damit eine präzisere Routenführung.
In der Kabine eines Großbaggers von Komatsu konnten die Besucher per Avatar die Wartung der gigantischen Fahrzeuge trainieren. Der Hersteller schult mit dieser Lösung Wartungstechniker aus der Ferne, die ansonsten weite Reisen zu den Einsatzgebieten der gigantischen Maschinen in entlegenen Gebieten der Erde machen müssten. Reparaturen lassen sich damit schneller durchführen, Ausfallzeiten der Bagger deutlich verringern.
Strom erzeugen nur durch Bewegung konnten die Besucher auf dem Kinetic Walkway. Elektrischen Pflastersteine wandeln die Energie der Schritte in Strom um. Die Steine bestehen aus elektromagnetischen Induktionsgeneratoren, die sich durch das Auftreten vertikal verschieben und so Energie erzeugen.
Personalisierte Medikamente drucken
Wie die Zukunft der Medikamentenherstellung aussehen könnte, demonstrierte das Start-up DiHeSys mit einem 2D- und 3D-Drucker für Tabletten. Mit dem Drucker lassen sich auf Patienten zugeschnittene Medikamente herstellen, die exakt die individuell berechnete Dosierung von einem oder mehreren Arzneistoffen ermöglichen. Der Medikamentendruck könnte zukünftig deutlich den Anteil des “Arzneimülls“ und die Risiken von Unter- oder Überdosierungen verringern.
Im Robotic Playground zeigte das Studio ATTB, wie sich ausgemusterte Industrieroboter spielerisch nutzen lassen. Statt Menschen schwingen zwei Roboterarme ein Springseil und animierten zum Seilspringen in den Ring zu steigen. Ein anderer Roboterarm tauchte einen großen Ring in Seifenlauge und erzeugte große, bunte Seifenblasen. Roboterhunde liefen den Gästen hinterher. Und ein Roboterarm mit Meißel haute als virtueller Michelangelo einen metergroßen Geißbock, Maskottchen des 1. FC Köln, aus dem weißen Marmor.
Teleoperiertes Fahren und digitales Polizeieinsatzfahrzeug
Auf welchem Stand die Entwicklungen des autonomen Autofahrens sind, zeigte MIRA mit einem teleoperierten Shuttle-Fahrzeug, das sich aus Köln zwischen zwei Telekom-Standorten in Bonn fahren lässt. Aus einer virtuellen Fahrerkabine steuerte der Fahrer den rund 50 Kilometer entfernten Kleinbus sicher über die Strecke. Ermöglicht wird das teleoperierte Fahren durch ein latenzarmes und leistungsfähiges 5G-Netz der Telekom, das die Übermittlung großer Datenmengen in quasi Echtzeit stabil schafft.
Und wie das voll digitalisierte Polizeieinsatzfahrzeug der Zukunft aussieht, zeigten die Spezialisten von TASSTA. Ausgestattet ist das Polizeiauto unter anderem mit einer Drohne, die Bilder vom Einsatzort direkt ins Fahrzeug überträgt. Die Polizisten können vor Ort sämtliche aufgenommen Information direkt ein zentrale Erfassungssystem eintragen. Sie sparen sich damit die händische Aufnahme von geschriebenen Protokollen, die sie im Büro nochmals digital erfassen müssen. Oder sie haben Zugriff am Einsatzort Zugriff auf alle digitalen Systeme und Dokumente, die sie benötigen.
Stand: 08.12.2025
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Amy Webb (l.), hier neben Claudia Nemat, fordert: „Deutschland muss die Digitalisierung anführen.“
(Bild: Deutsche Telekom AG)
Neben innovativen Lösungen war die Digital X 2023 aber auch ein Forum, um auf den aktuellen Status der digitalen Transformation in Deutschland zu blicken. So warnte Amy Webb, US-amerikanische Futuristin und Gründerin des Future Today Institute mögliche Unternehmerinnen und Unternehmer davor, aktuellen Entwicklungen nur passiv zuzuschauen.
„Innovation ist für das Überleben von Unternehmen entscheidend“, sagte Webb. Dies zeigten insbesondere Betriebe, die seit Jahrzehnten erfolgreich seien, weil sie sich immer wieder durch Innovationen neu erfinden würden. Amy Webb: „Deutschland muss mehr innovieren und die Digitalisierung anführen. Es gibt hierzulande einfach zu viel Bürokratie.“
Diesen Ansatz begrüßte die Telekom-Vorständin für Technologie und Innovation, Claudia Nemat, und rief dazu auf, statt „German Angst“ mehr „German Selbstvertrauen“ zu demonstrieren. Denn wie gut Deutschland innovative Digitalisierung gelingen könne, zeige die Digital X. Und Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG betonte: „Wir müssen den Weg von ‚Good to Great‘ gehen und eine radikale Transparenz sowie eine umfassende Digitalisierungsstrategie für unseren Standort entwickeln.“
George Clooney will Verbrechen im Ukraine-Krieg digital dokumentieren, auf der Bühne standen ihm Barbara Schöneberger und Hagen Rickmann zur Seite.
(Bild: Deutsche Telekom AG)
Was haben George Clooney und ABBA-Gründer Björn Ulvaeus mit Digitalisierung zu tun, fragten sich einige Besucher der Digital X. Der US-amerikanische Schauspielstar, Regisseur und Produzent George Clooney setzt sich seit Jahren mit seiner Frau Amal in der „Clooney Foundation for Justice“ für Menschenrechte ein.
„Ein aktuelles Projekt unserer Foundation ist es, mit digitalen Tools zu monitoren, was im Krieg in der Ukraine an Menschenrechtsverletzungen passiert“, erklärte George Clooney, „Wir möchten, dass dieses Monitoring dazu führt, dass wir die Gräueltaten möglichst schnell vor Gericht bringen können und die Täter bestraft werden.“
Björn Ulvaeus: Live und nicht als ABBA-Avatar in Köln.
(Bild: Deutsche Telekom AG)
Als Mitbegründer der schwedischen Band ABBA hat der 77-jährige Björn Ulvaeus einen besonderen Einblick in das Musikbusiness und den Einfluss der Digitalisierung auf die Musikindustrie und deren Potenzial. Er erklärte in Köln, wie die Idee digital umgesetzt wurde, die Avatar-Konzerte der Band in London vorzubereiten und umzusetzen.
Die Show „Abba Voyage“ sollte für vier Jahre nur in London laufen, es sickerten aber Pläne durch, dass ABBA die virtuelle Band auf Welttournee schicken wird. „Ich bin es wirklich, der zu euch spricht“, startete Björn Ulvaeus seine Reise durch 50 Jahre Band-Geschichte. „Für die Avatar-Konzerte haben wir Wochen in Raumanzügen verbracht, um jede Bewegung auf der Bühne möglichst echt aussehen zu lassen. Und für den Gesang wurde unsere Gesangsstimmen von einer KI ausgewertet und digital imitiert.“
Keiner verkörperte das Motto der Digital X 2023 „Be digital. Stay human.“ so sehr wie Neil Harbisson. Der Cyborg-Aktivist ist der erste Mensch auf der Welt mit einer implantierten Antenne im Schädel. Sie ermöglicht dem farbenblinden Harbisson anhand von Schallwellen sowohl sichtbare als auch unsichtbare Farben wie Infrarot und Ultraviolett wahrnehmen zu können. In Köln erklärte der britische Künstler, wie sehr ihm die Digitalisierung dazu verholfen hat, die Welt so wahrnehmen zu können, wie ein Mensch, dem alle Sinne zur Verfügung stehen.
Über Digital X
Digital X ist Europas größte, branchenübergreifende Digitalisierungsinitiative, für die sich alljährlich über 300 nationale und internationale Partner engagieren. Das Konzept: vernetzen, austauschen und voneinander lernen im Sinne des digitalen Fortschritts. Die besten Unternehmen werden mit dem „Digital X Award“ ausgezeichnet. Weitere Details zur Digitalisierungsinitiative unter Digital-X.eu.